<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061</id><updated>2011-11-14T09:13:14.841-08:00</updated><title type='text'>Notizen aus aller Welt</title><subtitle type='html'>Ein kleines Reisetagebuch in Worten und Bildern</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>27</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-117007420598083258</id><published>2007-01-29T04:36:00.000-08:00</published><updated>2007-02-13T13:41:35.626-08:00</updated><title type='text'>Rio de Janeiro - Samba fuer die ganze Familie</title><content type='html'>Die Hitze ist ausgebrochen, nun auch in Rio de Janeiro. Dabei war es vor einer knappen Woche, als ich hier ankam,  mit 24 Grad Celsius richtig angenehm. Doch nun sind wir auch in dieser Stadt bei ueber 30 Grad angekommen. Das kenne ich noch allzu gut aus Buenos Aires, wo es nach dem Jahreswechsel sogar auf 40 Grad hochging und ich am 1. Januar jegliche Bewegung eingestellt habe. Immerhin habe ich hier im Stadtteil Ipanema, wo ich in einem kleinen Hostel im Mehrbettzimmer untergekommen bin, den Strand fast vor der Tuer, so dass ich mich im Meer immer wieder abkuehlen kann. Das war wiederum in Salvador de Bahia oder Olinda anders, wo das Wasser so warm und seicht war, dass man sich wie in der Badewanne vorkam. In Rio de Janeiro gibt es dagegen Wellen und Frische. Doch bevor ich mich hier weiter mit dem Vergleich von Luft- und Wassertemperaturen auslasse, will ich erstmal der Reihe nach erzaehlen, wo ich mich so im vergangenen Monat herumgetrieben habe.&lt;br /&gt;Die erste Januar-Woche war ich in Buenos Aires, wo ich zum Jahreswechsel im Hafenviertel von Puerto Madeiro das mitternaechtliche Feuerwerk genossen hatte. Schwierig war nur am fruehen Morgen von dort ein Taxi zurueck in Adelas Wohnung zu bekommen. Ich versuchte es etwa eine Stunde, doch ich war eben nicht alleine, und Taxis waren rar. Zum Glueck fuhren noch vereinzelt Busse, so dass ich schliesslich mit dem Bus zurueck in die Wohnung von Adela kam, die auch schon von ihrer Familienfeier wieder zurueck war. Ueberhaupt war die Zeit mit Adela wieder wunderbar. Sie wollte natuerlich immer wissen, was ich so ueber den Tag gemacht hatte und war vor allem  besorgt, ob ich denn genug gegessen hatte. Einige Male hat sie mich auch  mit leckeren Gerichten bekocht. &lt;br /&gt;Ansonsten habe ich mich in Buenos Aires einfach etwas treiben lassen und mir einige Viertel angeschaut, die ich noch nicht kannte. Auf dem Weg nach Boca, einem Viertel, das bekannt ist fuer seine bunten Haeuser und seine Tangotaenzer, bin ich dann wohl knapp daran vorbeigekommen, beklaut zu werden. Der Bus hatte etwa 500 Meter vor dem touristischen Teil des Viertels angehalten, die Strasse war hier etwas verlassen und die Gegend eher aermlich. Ein junger Typ kam auf mich zu und redete in Spanisch auf mich ein. Ich versuchte ihn abzuwimmeln, er zog an meiner Tasche, die ich diagonal umgehaengt hatte. Und das war dann wohl auch mein Glueck, denn so konnte er sie mir nicht einfach von der Schulter reissen. Er liess dann auch los, und ich eilte zum belebteren Teil von Boca, wo es nur so von Touristen wimmelte und auch einige Polizisten herumstanden.&lt;br /&gt;Nach meiner Woche in Buenos Aires, in der ich auch Magali, meine Tangolehrerin, wiedersah, sowie Michael, mit dem ich Weihnachten in Patagonien gewandert war, war es dann doch Zeit, Argentinien, wo ich ja nun laenger geblieben war, als ich urspruenglich geplant hatte, zu verlassen. Ueber Santiago de Chile ging mein Flug nach Salvador de Bahia, wo mich Martin vom Flughafen abholen wollte. Doch als ich dann am fruehen Morgen in der Ankunftshalle stand, war von Martin weit und breit nichts zu sehen. Da dachte ich mir noch, er wuerde schon bald auftauchen. Vermutlich hatte er nicht gleich einen Bus zum Flughafen bekommen. Also beschloss ich erstmal Geld zu tauschen. Doch an beiden offenen Schaltern wollten mir die freundlichen Herren, die weder Englisch noch Spanisch sondern nur Portugiesisch sprachen, meine argentinischen Pesos nicht in brasilianische Reales umtauschen. Immerhin hatte ich das Glueck einen Neuseelaender zu treffen, der gerade darauf wartete, von seinen brasilianischen Schwiegereltern abgeholt zu werden. Er konnte mir dann erklaeren, dass an den Schaltern einfach das Geld ausgegangen war. Sie haetten also mein argentinisches Geld tauschen koennen, wenn sie noch brasilianisches gehabt haetten. Nach einer Weile gab es dann aber doch Nachschub, und ich hatte brasilianisches Geld in der Hand. So war schon meine erste Stunde am Flughafen vergangen. Von Martin nach wie vor keine Spur. Ich hatte auch mein Handy laengst eingeschaltet, in der Hoffnung, Martin wuerde mich dort anrufen und mir durchgeben, was los war. Ich hatte ja gar keine Informationen darueber, wo ich ihn in Salvador de Bahia finden konnte, wenn ich nun auf eigene Faust in die Stadt fahren wollte. Da sich inzwischen der Hunger bei mir gemeldet hatte, beschloss ich erstmal zu fruehstuecken. Die Auswahl war nicht gross, aber eine suesse Teigtasche und ein Milchkaffee saettigten mich vorlaeufig. Dann machte ich mich in den zweiten Stock des Flughafengebaeudes auf, verliess also die Ankunftshalle des Flughafens, weil ich nun doch nicht mehr mit Martin rechnete. Oben fand ich dann ein Internetcafe, das geoeffnet hatte. Vielleicht hatte Martin mir ja inzwischen eine Mail geschrieben? Und so war es dann auch. Er hatte am Morgen vergeblich auf einen Bus zum Flughafen gewartet und harrte nun in der Stadt aus, weil er mich nicht verpassen wollte, falls ich schon den Weg ins Zentrum angetreten hatte. Immerhin war es so klug, mir seine Adresse in Salvador de Bahia durchzugeben. Der Neuseelaender am Flughafen hatte mir zwar geraten, ein Taxi zu nehmen, aber ich hielt erstmal Ausschau nach einem Bus. Und gerade als ich an der Haltestelle fuer die Kleinbusse ins Zentrum ankam, stand einer abfahrtbereit dort, und ich brauchte bloss einzusteigen und mich ins Viertel Barra fahren zu lassen, wo Martin Quartier bezogen hatte. Etwa drei Stunden nach meiner Ankunft in Salvador erreichte ich so problemlos das Hostel, wo Martin auf einer Veranda am Computer sass und es kaum glauben konnte, als ich dann vor ihm stand. Er hatte sich offensichtlich mehr Sorgen gemacht als ich. Ich hatte erstaunlicherweise bei allen Hindernissen, die Zuversicht gehabt, dass wir uns schon irgendwie finden wuerden. Vielleicht liegt das einfach daran, dass ich schon so lange unterwegs bin, dass bei mir die Entspannung so gross ist, dass mich kleinere Pannen nicht gleich aus der Bahn werfen. Unser Wiedersehen haben wir dann erstmal mit einem grossen Fruehstueck auf der Terrasse unserer Unterkunft gefeiert, von der aus wir Blick auf den Strand hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/1600/838096/Beach%5B1%5D.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/320/380685/Beach%5B1%5D.jpg" border="0" alt="" /&gt;Vor der Haustuer - Baden, Sonnen und Segeln am Strand von Salvador de Bahia&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die kommenden Tage verbrachten wir damit, uns in Salvador de Bahia zu tummeln. Vor allem Pelhorino hatte es uns beiden angetan, wo in den engen kopfsteingepflasterten Gassen jeden Abend Live-Musik zu hoeren war. Wir liessen uns durch diese Altstadt treiben, wo neben frisch renovierten Altbauten immer wieder Ruinen auftauchten, von denen man meinen koennte, das sie gleich zusammenbrechen wuerden. Alte Barockkirchen luden zum Verweilen ein, wenn draussen die Hitze besonders schlimm war. Am Strand von Barra liehen wir uns - wie alle anderen - einen Sonnenschirm, doesten im Schatten vor uns hin und beobachteten das bunte Treiben um uns herum. Und da gab es doch einiges zu sehen: junge und alte Frauen in superknappen Bikinis, Verkaeufer mit allen erdenklichen Waren von Sonnenbrillen, ueber gegrillte Garnelen bis hin zum Eis am Stiel, dicke Mamas in weissen Kleidern, die einheimische Spezialitaeten zubereiteten, Fischerboote, die mit ihrem Fang zurueckkehrten und junge Maenner, die ihre Muskeln spielen liessen. &lt;br /&gt;Woran ich mich allerdings in diesen ersten Tagen nicht so leicht gewoehnen konnte, das war die portugiesische Sprache, die in Brasilien gesprochen wird. Hatte ich mich doch in Argentinien gerade so schoen ins Spanische eingefunden, so war ich nun mit einer Sprache konfrontiert, die zwar zum Teil aehnliche Woerter wie das Spanische hat, aber doch ganz anders klingt und eben auch anders ist. So brauchte ich einige Tage, um mich daran zu gewoehnen, statt "gracias" aufeinmal "obrigada" fuer "danke schoen" zu sagen. Immerhin half mir das Spanische immer wieder bei der Verstaendigung. So redete ich erstmal in Spanisch los, wurde auch einigermassen verstanden und konnte dann meist auch verstehen, was mir in portugiesisch geantwortet wurde. Doch wenn ich ehrlich bin, klingt fuer mich Portugiesisch ein bisschen, wie wenn jemand versucht Spanisch zu sprechen, es aber nicht so ganz hinbekommt. Wahrscheinlich mag ich die spanische Sprache einfach zu sehr, obwohl sie eigentlich viel haerter klingt als die portugiesische. Lustig fand ich dann spaeter in Rio de Janeiro, als ich mir den neuen Film des Regisseurs Almodovar auf Spanisch mit portugiesischen Untertiteln anschaute, dass mir die Untertitel manchmal sogar halfen, den Inhalt zu verstehen, weil doch sehr schnell gesprochen wurde...&lt;br /&gt;Von Salvador de Bahia machten Martin und ich uns in einer Nachfahrt per Bus dann nach Lencois auf, wo wir uns den Naturschutzpark Chapata Diamantina anschauen wollten. Wir kamen am fruehen Morgen, in dem kleinen Ort Lencois an und fuehlten uns beide wie erschlagen, da wir nicht so gut im Bus geschlafen hatten. Hatten wir doch am Abend gerade noch zwei Platze im 22 Uhr-Bus bekommen, nachdem wir erfahren mussten, dass der 23.30 Uhr-Bus schon ausgebucht war. An der Touristeninformation in der Stadt hatte es zwar geheissen, wir muessten keine Tickets im voraus kaufen, da waere immer Platz im Bus. Wir brauchten bloss etwas frueher am Busbahnhof zu sein, aber dann kam es eben doch anders, wir haetten beinahe laenger in Salvador de Bahia bleiben muessen. Doch der nette Mann am Schalter verkauft uns um kurz vor 22 Uhr noch Tickets fuer den Bus, zu dem wir dann rennen mussten, um ihn noch zu bekommen. Dadurch kamen wir allerdings schon um vier Uhr morgens in Lencois an und liessen uns in eine Unterkunft abschleppen, die zwar billig aber auch nicht so sauber war, weshalb wir uns auch bald ein anderes Hostel suchten, wo es uns besser gefiel. In den Naturschutzpark Chapata Diamantina machten wir dann zusammen zwei  Touren - zum einen eine Bustour, die uns in Grotten, auf Berge und zu Seen fuehrte, so dass wir einen Ueberblick ueber die Landschaft erhielten und dann eine Wanderung aus Lencois heraus auf einem alten Diamantenpfad, denn die Region der Chapata Diamantina war im vergangenen Jahrhundert bekannt fuer ihre reichlichen Diamantenvorkommen, von denen es heute nur noch ein paar Reste geben soll, durch ein Flusstal zu einem wunderschoenen Wasserfall. Dabei kletterten wir von Stein zu Stein und ich erntete mal wieder ein paar erstaunte bis bewundernde Blicke, dass ich "in meinem Zustand" noch so aktiv war. Am dritten Tag in Lencois mochte Martin lieber im Ort bleiben, waehrend ich noch zwei wunderschoene blaue Grotten im Naturschutzpark besichtigen fuhr und in einer sogar Schnorcheln gehen durfte. Sowas hatten wir am ersten Tag auf der Tour auch schon gemacht, und ich genoss es wieder mich im Wasser treiben zu lassen und in diesem blauen klaren Gewaesser tief hinab bis auf den felsigen Grund schauen zu koennen. Und da war aufeinmal wieder diese Lust aufs Tauchen, die mich immer wieder packt, seit ich meinen Kurs in Australien gemacht habe...&lt;br /&gt;Von Lencois fuhren Martin und ich ueber Salvador de Bahia wieder per Nachtbus gen Norden nach Recife, wo es noch heisser war als bisher. Wir suchten uns ein Quartier im Nachbarort Olinda und landeten in der Pousada (Pension) von Peter Bauer, einem deutschen Kuenstler, der sich dort niedergelassen hat. Hier hatten wir von der Terrasse aus einen weiten Blick ueber das Tal bis nach Recife, da Olinda selbst auf einem benachbarten Huegel liegt. Wir konnten uns am Swimming Pool des Hauses von der Busfahrt erholen, die zwar dank besserer Liegesitze etwas angenehmer gewesen war als die nach Lencois, dafuer aber mit 14 Stunden auch etwa doppelt so lang gedauert hatte. Erst am fruehen Abend machten Martin und ich uns auf den Weg, Olinda etwas naeher zu erkunden und waren ganz angetan von den engen Gassen, die wie in Salvador de Bahia Kopfsteinpflaster hatten. Niedliche Haeuser in bunten Farben boten ein geradezu romantisches Ambiente. Und wie sich dann herausstellte, befand sich gleich gegenueber unserem Quartier die Kneipe, wo sich am Abend die Einheimischen auf ein Bier trafen, Musik machten und sich munter unterhielten. Dabei war die Kneipe eher ein kleiner Laden, aus dem sich die Leute ihre Getraenke holten, um dann die Gasse davor zu bevoelkern. Zum Glueck war unser Zimmer zur anderen Seite, so dass der Laerm auf der Gasse nicht bis zu uns vordrang. Allerdings war es wie in Salvador de Bahia so, dass gegen Mitternacht meist Ruhe einkehrte. Und bis dahin waren wir ja auch selbst auf den Beinen und genossen das Leben auf der Strasse. So gut uns die Atmosphaere in Olinda gefiel, so enttaeuscht waren Martin und ich von Recife. Am Tag war in der Innenstadt zwar geschaeftiges Treiben, aber am Abend, als wir das angebliche Kneipenviertel Recife Antigua aufsuchten, war nichts los. Wir trafen auf ein nettes Paerchen, das uns in ein Theatercafe einlud und erzaehlte, dass hier nur am Wochenende etwas los waere. Doch da waren wir schon wieder auf dem Weg zurueck nach Salvador de Bahia, wo wir noch einen Tag hatten, bevor Martin nach Koeln zurueckkehren sollte und ich nach Rio de Janeiro fliegen wollte. Fuer uns hiess das noch einen Tag Strandleben und einen Abend die Musik von Pelhorino geniessen. Ich war dabei wieder einmal beeindruckt von den Capoeira-Darbietungen am Strand, die ich immer noch nicht so recht verstanden habe, die zum Teil aber sehr akrobatisch aussehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/1600/49363/Capoeira%5B1%5D.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/320/605761/Capoeira%5B1%5D.jpg" border="0" alt="" /&gt;Akrobatik pur - Capoeira am Strand von Salvador de Bahia&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann hiess es Abschiednehmen. Da wir beide am Nachmittag einen Flug von Salvador de Bahia hatten - er ueber Sao Paulo und Atlanta zurueck nach Deutschland und ich weiter nach Rio de Janiero -,konnten Martin und ich zusammen zum Flughafen fahren. Und dort haetten wir beinahe beide unsere Fluege verpasst, obwohl wir fruehzeitig am Flughafen waren. Bei Martin lag es an einem Missverstaendnis beim Check-in. Die Frau am Schalter hatte er so verstanden, dass sein Flug eine Stunde spaeter starten wuerde, so dass wir uns erstmal Zeit liessen, noch gemuetlich etwas zu essen und zu trinken. Die Anzeigetafelen waren auch etwas irrefuehrend, oder wir waren einfach zu bloed sie zu lesen, bis Martin dann sah, dass fuer seinen Flug aufeinmal der "Last Call" (der letzte Aufruf) angezeigt wurde, um daraufhin so schnell wie moeglich zu seinem Gate zu eilen. Mein Flug war etwas spaeter, ich konnte mir also noch etwas Zeit lassen, ging aber auch schon mal langsam zu meinem Gate und wartete. Die Abflugszeit rueckte immer naeher, und ich wunderte mich schon, dass sich nichts tat. Da hoerte ich ganz leise durch den Lautsprecher, wie jemand sagte "Maria-Jutta". Ich sprang auf, fragte den erstbesten Mann in Uniform, den ich sah, und erfuhr so, dass ich am falschen Gate gewartet hatte. Statt an Gate 2 startete die Maschine an Gate 1. Ich rannte hinueber und bestieg als letzter Passagier die Maschine. Kurz darauf rollten wir auch schon auf die Landebahn und ab ging es nach Rio de Janeiro. Das war knapp gewesen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/1600/655232/Martin%2BJutta%5B1%5D.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/320/367557/Martin%2BJutta%5B1%5D.jpg" border="0" alt="" /&gt;Nach zwei Wochen - wir lachen immer noch miteinander&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Rio de Janeiro kam ich dann gegen 21.00 Uhr am Abend an und nahm mir gleich ein Taxi zum Hostel in Ipanema. Ich hatte doch einigen Respekt vor dieser Stadt, von der es heisst, dass dort auch immer wieder Touristenbusse komplett ausgeraubt werden. Ein Freund hatte mir vor Jahren erzaehlt, dass am Strand von Copabacana ein paar Jungs ihn und seinen Kumpel gezwungen hatten, sich auszuziehen, um so an alles Geld zu kommen, das vielleicht irgendwo in den Klamotten versteckt war. Von meinem Hostel wusste ich schon im vorhinein, dass es einen Safe hatte, so dass ich dort Computer und Kamera sowie Wertsachen verstauen konnte, aber natuerlich wollte ich auch meinen Fotoapparat hin und wieder dabei haben, um ein paar Aufnahmen zu machen. Ich war sicherlich in Rio de Janeiro achtsamer als in manchem anderen Ort, in dem ich auf dieser Reise war, und ich bin froh, dass fuer mich alles gut ausgegangen ist. Ich habe in dieser Stadt keine heikle Situation erlebt.&lt;br /&gt;Stattdessen habe ich das Leben dort sehr genossen, auch wenn es von Tag zu Tag heisser geworden ist. Hatte ich mich bei der Ankunft noch ueber die kuehlen 24 Grad gefreut, so stiegen die Temperaturen dann auch hier im Laufe der Woche auf 35 Grad. Toll waren da die vielen Saftlaeden, in denen man sich frisch gepresste Getraenke aus allen nur erdenklichen Fruechten von Mango ueber Orange bis Maracuja machen lassen konnte. War ich in Buenos Aires von einer italienischen Eisdiele zur anderen gepilgert, weil dort das Eis einfach so super war, so waren es hier die Saftlaeden, denen ich immer wieder einen Besuch abstattete. Die Fruchtsäfte waren einfach zu lecker und erfrischend. Ueberhaupt habe ich wohl in keinem Land so viel Obst gegessen wie in Brasilien, wo es in der Regel schon zum Fruehstueck frische Mangos, Bananen, Ananas, Maracajus und vieles mehr gab. Und da ich gerade bei den kulinarischen Genuessen bin, sehr praktisch fand ich in Rio de Janeiro wie auch in anderen brasilianischen Staedten die sogenannten Kilo-Restaurants, wo man sich an einem Bueffet mit Salaten und warmen Speisen den Teller vollschaufeln konnte, um dann nach Gewicht zu bezahlen. Dabei war die Qualitaet des Essens zum Teil erstaunlich gut.&lt;br /&gt;So habe ich stets gut mit Essen und Getraenken versorgt Stueck um Stueck Rio de Janeiro erkundet. Gleich am ersten Tag habe ich mich faul an den Strand von Ipanema gelegt und Sonne und Meer genossen, was mir dann auch gleich einen Sonnenbrand eingebracht hat, wie sich das gehoert, wenn man sich nicht ordentlich eincremt... Ich bin im Zentrum der Stadt im Viertel Sara ueber den Bazaar spaziert und habe mir die unzaehligen Waren angeschaut, die dort in den kleinen Laeden zu kaufen waren. Ich bin mit der letzten Strassenbahn der Stadt nach Santa Theresa auf den Huegel gefahren, bin durch die engen Gassen voller Altbauten spaziert und habe von dort oben die erste Aussicht auf Rio de Janeiro genossen. Ich bin auf den beruehmten Pao de Azucar (Zuckerhut) mit der Gondel gefahren und habe dort am Abend den Sonnenuntergang genossen. Ich bin im vollen Touristenzug zur riesigen Christo-Figur auf den Huegel gefahren und habe so nochmal eine andere Perspektive von der Stadt bekommen. Ich bin mit dem Fahrrad um die Lagune der Stadt und die Straende von Copacabana und Ipanema entlang gefahren. Und ich habe mich natuerlich auch am Wochenende ins Nachtleben der Stadt gestuerzt. Da war es vor allem das Viertel Lapa im Zentrum gleich unter den bekannten Arkaden, ueber die die letzte Strassenbahn der Stadt nach Santa Theresa im Schneckentempo hochfaehrt, das es mir angetan hat. Hier finden sich auf der Strasse zahlreiche Imbissbuden mit Fleischspiessen, Pizza und Pommes. In den Altbauten des Viertels sind die In-Clubs der Stadt, wo es von Samba ueber Bossa-Nova bis Funkymusic alles gibt, was guten Beat verspricht. An meinem letzten Abend hatte ich dann sogar das Glueck direkt neben den Arkaden ein kostenloses Open-Air-Konzert zu erleben, dass die nationale Studentenvereinigung organisiert hatte. Wie am Abend zuvor im Sambapalast in Niteroi sangen die brasilianischen Zuschauer aus voller Leibesseele die Lieder mit, die sie offensichtlich in- und auswendig kannten. Das war echte Feststimmung. In den Sambapalast war ich am Samstagabend gefahren und hatte nicht nur ueber den eifrigen Gesang der Zuschauer gestaunt. Da war es vor allem die Tatsache, dass dort alle Generationen vertreten waren, vom zehnjaehrigen Kind bis zur 80-jaehrigen Oma, und es wurde ausgiebig gesungen, getrunken und gelacht - und das auch noch um drei Uhr morgens... Samba ist eben fuer die ganze Familie. Natuerlich fehlten da auch nicht die halbnackten Maedels, die auf hohe Podeste stiegen und dort so erotisch wie moeglich mit dem Hintern wackelten. Ich fand das allerdings eher etwas kuenstlich und fand manche Zuschauerin in ihren Bewegungen erotischer als die Maedels, die sich da fuer das Publikum praesentierten...&lt;br /&gt;Sehr beeindruckend fand ich dann aber auch noch meinen Besuch in den Favelas, den sogenannten Armenvierteln der Stadt, wohin ich nach einigem Zoegern doch eine Tour machte. Eigentlich hatte ich ja nicht die Armut "besichtigen" wollen. Doch am Ende muss ich sagen, dass ich froh bin, mir diese Viertel angeschaut zu haben, die vom brasilianischen Staat wie von der uebrigen Bevoelkerung in der Regel ignoriert werden und als komplett kriminell verrufen sind, wo aber der Grossteil der Menschen einfach nur arm ist, denn ich hatte das Glueck mit Isabell eine ausgezeichnete Reisefuehrerin zu haben, die uns sehr gut ueber das Leben in diesen Vierteln informierte. Letztendlich verbrachte ich dann mit ihr sogar noch den ganzen Nachmittag am Strand, weil wir uns waehrend der Tour sympathisch waren und beide Zeit fuereinander hatten. An diesem Tag habe ich mehr ueber das Leben in Brasilien gelernt als an manch anderem.&lt;br /&gt;Und nun geht es also zurueck nach Deutschland - mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Auf der einen Seite freue ich mich darauf, all die lieben Menschen wiederzutreffen, die ich so lange nicht gesehen habe, auf der anderen Seite werde ich dieses Unterwegssein mit immer neuen Entdeckungen und Erfahrungen, die das Leben so abwechslungsreich machen, doch sehr vermissen...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-117007420598083258?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/117007420598083258/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=117007420598083258' title='4 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/117007420598083258'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/117007420598083258'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2007/01/rio-de-janeiro-samba-fuer-die-ganze.html' title='Rio de Janeiro - Samba fuer die ganze Familie'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-116743260310790821</id><published>2006-12-29T14:48:00.000-08:00</published><updated>2006-12-31T09:35:12.010-08:00</updated><title type='text'>Ushuaia - mit Fernweh in der Ferne</title><content type='html'>Ganz weit im Sueden Argentiniens bin ich nun gelandet - in Tierra del Fuego, zu deutsch: Feuerland. Doch wer daraus schliessen wollte, es waere hier heiss, der hat sich getaeuscht. Zwar ist in Feuerland gerade Sommer, aber die Temperaturen bewegen sich eher im einstelligen Bereich - immerhin positiv. Der Name kommt von den Lagerfeuern der feuerländischen Indianer. Einem Bericht zufolge hat Magellan nur Rauch gesehen, als er hier war, und das Land Tierra del Humo, Land des Rauchs, genannt. Karl V. soll dann erklärt haben, es gebe keinen Rauch ohne Feuer, und den Namen geändert. In jedem Fall ist Tiera del Fuego das absolute Kontrastprogramm zum Amazonas. &lt;br /&gt;Dabei bin ich von Buenos Aires aus vor knapp zwei Wochen erstmal in die Tropen nach Iquazu geflogen, um mir die beruehmten gleichnamigen Wasserfaelle anzuschauen. Allerdings begann meine Reise mit ganz anderen Wasserfaellen. In der Nacht vor meinem Abflug von Buenos Aires entlud sich ein so stuermisches Gewitter auf die Stadt, dass meine Gastmutter Adela schon befuerchtete, dass mein Flug gestrichen werden wuerde. Sie hatte im Gegensatz zu mir, die ich da ganz gelassen war, recht unruhig geschlafen, wie sie mir am fruehen Morgen erzaehlte. Als ich dann um viertel vor sieben am Flughafen Aeroparque von Bueons Aires ankam, erfuhr ich, dass sie mit ihren Befuerchtungen tatsaechlich recht behalten sollte. Mein Flug war gestrichen worden, ich konnte aber umbuchen auf einen Flug um 11.25 Uhr. Der Sturm hatte sich zwar schon gelegt, aber der Wind war wohl noch zu heftig zum Starten oder Landen. Der Flughafen war jedenfalls erstmal auf unbestimmte Zeit geschlossen. Das blieb er auch noch ueber Stunden, weil sich irgendwann herausstellte, dass Geraete am Flughafen Schaden genommen hatten und erst repariert werden mussten. Ich harrte in den Hallen des Flughafengebaeudes aus, vertrieb mir die Zeit mit Schreiben, Lesen und Shopping. Erst gegen 16 Uhr am Nachmittag starteten die ersten Flugzeuge wieder. Bis mein Flug an der Reihe war, dauerte es noch etwas laenger. Nachdem ich mehr als zwoelf Stunden am Flughafen gewartet hatte, startete die Maschine, in der ich mit acht anderen Passagieren sass, gegen halb acht am Abend. Damit hatte ich den ersten Tag meiner Reise nicht an den Wasserfaellen von Iquazu sondern im Flughafen von Buenos Aires verbracht. Immerhin kam ich noch am selben Tag gegen 22 Uhr in Puerto Iquazu an, wo ich mir zum Glueck eine Unterkunft reserviert hatte, so dass ich noch einen ganzen Tag Zeit hatte, um mir die Wasserfaelle anzuschauen. Zwei Tage waeren schoener gewesen, denn dann haette ich die Wasserfaelle von der argentinischen und von der brasilianischen Seite sehen koennen, aber es war auch so ein tolles Erlebnis. &lt;br /&gt;Gleich am Morgen fuhr ich mit einem Tourbus in den Park, wo wir in einen Jeep verfrachtet und durch den Dschungel kutschiert wurden, um die Pflanzenwelt um uns zu bewundern. Am Ende der etwa halbstuendigen Fahrt ging es dann ins Boot, von dem aus ich den ersten Blick auf die Wasserfaelle bekommen sollte. Und nicht nur das. Wir wurden, nachdem wir unsere Sachen, die nicht nass werden sollten, in wasserdichten Saecken verpackt hatten, so dicht an einige der Faelle herangefahren, dass wir komplett geduscht und damit nass waren. Natuerlich war das Geschrei an Bord gross, aber bei Temperaturen um die 40 Grad Celsius waren diese Duschen auch sehr erfrischend. Den Rest des Tages verbrachte ich damit, durch diese Hitze spazierend, mir die Wasserfaelle von allen moeglichen Winkeln, die die argentinische Seite bot, zu betrachten. Dazu muss man wissen, dass sich Argentinien und Brasilien den Zugang zu den Iquazu-Wasserfaellen teilen. Will man aus beiden Laendern einen Blick auf die Wasserfaelle haben, so muss man, um von einem ins andere Land zu kommen, einen Riesenbogen fahren. Die Grenze verlaeuft allerdings mitten durch den Fluss in den die Wasserfaelle stuerzen. Und sie sind wirklich gigantisch...&lt;br /&gt;Am naechsten Tag sollte mein Flug dann ueber Buenos Aires nach Bariloche gehen. Ich war schon gespannt, wie es dieses Mal werden wuerde. Und es kam, wie ich es schon geahnt hatte. Mein Flug von Iquazu nach Buenos Aires startete mit einer Stunde Verspaetung. Ich beruhigte mich damit, dass ich ja fuer den Weiterflug nach Bariloche zwei Stunden Luft hatte. Dennoch war ich etwas unruhig, als ich wieder in Aeroparque landete. Dort allerdings erfuhr ich, dass mein Anschlussflug nach Bariloche mehr als zwei Stunden Verspaetung haben sollte. Na super, dachte ich mir, nun kenne ich den Flughafen schon in- und auswendig, nachdem ich dort vor zwei Tagen schon zwoelf Stunden verbracht habe, jetzt geht es gleich so weiter. Immerhin war ich dieses Mal nur drei Stunden vor Ort...&lt;br /&gt;In Bariloche goennte ich mir dann ein Taxi zu meiner Unterkunft, weil ich keine Lust hatte, dort am Flughafen nochmal eine Stunde auf den Shuttlebus zu warten, der mich erst mal ins Zentrum der Stadt bringen wuerde, von wo aus ich nochmal einen Bus haette nehmen muessen, um zu meiner Unterkunft zu gelangen, die etwas ausserhalb lag. Dort angekommen erfuhr ich, dass man gar nicht auf meine Ankunft vorbereitet war. Die Reservierung, die Sabrina aus Buenos Aires hier fuer mich gemacht hatte, war offensichtlich nicht angekommen. Was in Iquazu problemlos geklappt hatte, war hier schiefgegangen, aber Platz war trotzdem, so dass ich mich am Ende des Tages entspannt niederlassen konnte. Ausserdem bekam ich noch ein paar gute Tipps fuer die kommenden Tage, so dass ich am naechsten Morgen gleich mit meinen Entdeckungen beginnen konnte. Ich fuhr mit dem oertlichen Bus bis zum Cerro Campagnario, einem Huegel, auf den ich mit einem Sessellift hochgeschaukelt wurde und von dem ich eine wunderbare Sicht auf die Seen- und Berglandschaft ringsum hatte, fuer die Bariloche so beruehmt ist. Allerdings musste ich mich auf Wind und kuehlere Temperaturen umstellen. Hier waren es zwischen 10 und 15 Grad Celsius, was mir bei der folgenden Radtour, die mich rund 30 Kilometer auf und ab durch die Landschaft fuehrte entgegenkam. Das haette ich nicht bei 40 Grad Celsius machen wollen. Der Sonnenschein, mit dem der Morgen begonnen hatte, hielt sich bis zum fruehen Nachmittag. Dann zogen dicke Wolken auf, und am spaeten Nachmittag kam dann der fette Regenschauer. Wieder einmal war ich komplett durchnaesst, nur dass es jetzt eben nicht mehr angenehm warm sondern erschreckend kuehl war. Mit einer heissen Dusche und einer heissen Suppe waermte ich mich am Abend wieder auf und kam so auch an einer Erkaeltung glatt vorbei. &lt;br /&gt;Fuer den naechsten Tag hatte ich eine Tour entlang der sieben Seen gebucht, die mich bis nach San Martin de los Andes bringen sollte. In einem Kleinbus kutschierte uns unser Fahrer Juan Carlos ueber die knapp 200 Kilometer, von denen ein Grossteil noch nicht asphaltiert ist, waehrend uns Claudio, unser Reisefuehrer, in langsamem auch fuer mich verstaendlichen Spanisch ueber Land und Leute informierte. Den ganzen Tag schien die Sonne, die Seen strahlten in einem klaren Blau, die Berge erhoben sich in verschiedenen Gruen- und Brauntoenen dahinter. In San Martin de los Andes wurden wir dann von einem Wind ueberrascht, der so heftig war, dass ich mich ordentlich dagegenstemmen musste, um vorwaerts zu kommen, und mir am See des Ortes das Wasser ins Gesicht peitschte. War die Landschaft, durch die wir nach San Martin de los Andes gefahren waren, noch eher lieblich gewesen, so kamen wir auf dem Rueckweg durch eine eher karge Felslandschaft, in der der heftige Wind uns treu blieb und die Wolken immer zahlreicher wurden, ohne dass es allerdings zu regnen begann. Claudio unterhielt uns weiter munter mit allerlei Geschichten ueber Land und Leute, so dass ich ihn am Ende des Tages fragte, ob er eine Idee fuer meinen dritten Tag in Bariloche hatte. Er schlug eine Tour zum sogenannten schwarzen Gletscher Tronador vor, die er auch selbst fuehren wuerde. Ich buchte noch gleich am Abend, war dann aber am naechsten Tag enttaeuscht, als man mich zu einer anderen Reiseleiterin transferiert hatte. Darauf hatte ich keine Lust und protestierte auch laut und deutlich, so dass ich gleich an der ersten Station in Claudios Gruppe umziehen durfte. Und so konnte ich wieder seinen zahlreichen Geschichten lauschen und die Landschaft an mir vorbeiziehen lassen. Allerdings hatten wir an diesem Tag etwas Pech mit dem Wetter. Alles schien Grau in Grau und zeitweilig regnete es in Stroemen. Ich liess es mir trotzdem nicht nehmen, durch die Gegend zu spazieren, wenn wir unterwegs Rast machten und bekam so wieder mal eine komplette Dusche ab, die bei den kuehlen Temperaturen nicht nur angenehm war. Nur gut dass ich mich am Abend in meiner Unterkunft wieder schoen aufwaermen konnte...&lt;br /&gt;Von Bariloche ging es dann weiter nach El Calafate, noch tiefer in die Landschaft, die ich vor vier Jahren in Chile schon so genossen habe: nach Patagonien. Damals hatte die Zeit nicht mehr gereicht, um den Moreno-Gletscher zu sehen, der neben den Iquazu-Wasserfaellen zu einer der groessten Sehenswuerdigkeiten Argentiniens gehoert. Was ihn so besonders macht, ist seine Aktivitaet. Er gehoert zu den wenigen Gletschern auf der Welt, die sich ausdehnen, und das tut er in einem solchen Tempo, dass man zuschauen kann, wie die Eisbrocken an seinem Rand ins Wasser des angrenzenden Sees brechen. Ein unglaubliches Schauspiel, das ich am Heiligen Abend wie ein Weihnachtsgeschenk genoss. Von El Calafate fuhr ich dann noch am selben Abend nach El Chalten, wo ich mal wieder ein paar Wandertouren vorhatte. Auf halber Strecke nach El Chalten, als der Bus eine kurze Pause einlegte, sprach mich ein Argentinier an, woher ich denn kommen wuerde. Ich war erst etwas unwillig, war ich doch bis dahin so gluecklich fuer mich alleine in die Betrachtung der Landschaft im Abendlicht versunken gewesen, dass ich gar nicht zum Reden aufgelegt war. Ich musste mich geradezu aufraffen, mich ueberhaupt auf ein Gespraech einzulassen, dachte mir dann aber, dass das ja mal wieder eine gute Gelegenheit war, Spanisch zu sprechen. Er schlug dann auch noch vor, dass wir uns im Bus nebeneinander setzen und noch weiter unterhalten koennten. Ich liess mich darauf ein, blieb aber auf der Fahrt doch eher wortkarg. Sehr lustig fand ich dann allerdings seinen Namen, der so gar nicht argentinisch schien: Michael Wagner. Es stellte sich heraus, dass seine Vorfahren aus Deutschland stammten, er selbst in Israel geboren aber mit anderhalb Jahren mit seinen Eltern nach Argentinien gekommen war. Als wir in El Chalten ankamen, war es schon dunkel. Ich hatte eine Reservierung in einer Unterkunft, was sich als klug erweisen sollte, denn in El Chalten waren zum Heiligabend viele Hostels ausgebucht. Michael musste sich erst eine Bleibe suchen, wir verloren uns etwas aus den Augen, trafen uns dann aber doch noch wieder und beschlossen am naechsten Tag zusammen zu wandern. Und so gerne ich sonst alleine wandere, so schien mir das dann doch zur Abwechslung mal ganz nett in Begleitung unterwegs zu sein. Am Heilighabend gingen wir noch zusammen in ein Restaurant, wo kurz vor Mitternacht Sekt und Panetone auf Kosten des Hauses verteilt wurden, dann wir um 12 Uhr auf Weihnachten anstossen konnten.&lt;br /&gt;Am naechsten Tag stapften wir dann durch heftigen Wind bis zum Bergsee Lago de los Tres, um von dort einen Blick auf den beruehmten Fitz Roy zu haben, den die Wolken aber nur zum Teil frei gaben. Ich sollte am naechsten Tag, als ich wieder alleine unterwegs war, weil Michael sich gen Buenos Aires verabschiedet hatte, mehr Glueck haben, als ich zu den Cerro Torres wanderte. Nicht nur der Wind hatte sich gelegt, auch die Wolken machten fuer einen Moment Platz, so dass ich zwei der drei turmartigen Gipfel komplett und bis auf die letzte Spitze sehen konnte, was ein ganz besonderes Ereignis war, wie ich von anderen Wanderern erfuhr, die mir erzaehlten, dass die Torres seit etwas drei Wochen nicht mehr ganz zu sehen gewesen waeren. Ganz beglueckt verliess ich also El Chalten, fuhr zurueck nach El Calafate, von wo aus ich einen Flug nach Ushuaia hatte. Natuerlich hatte mein Flug wieder zwei Stunden Verspaetung, wie sollte es auch anders sein. Immerhin waren die Leute von Aerolineas Argentinas so nett, mich auf einen anderen verspaeteten Flug zu buchen, der dann etwa um die Zeit startete, um die mein urspruenglicher Flug haette starten sollen, so dass ich am Ende kaum Verspaetung hatte, als ich in Ushuaia ankam.&lt;br /&gt;In dieser suedlichsten Stadt der Welt erlebte ich dann gleich am ersten Tag nach meiner Ankunft das, wofuer Feuerland so bekannt ist: Hier kann man alle Jahreszeiten an einem Tag erleben. Ich hatte fuer den Morgen eine Segelboottour durch den Beagle Kanal gebucht, der die Insel Feuerland vom argentinischen Festland trennt. Als wir gegen halb zehn starteten war es fruehlingshaft warm, die Sonne schien mir so stark wie im Sommer, der Himmel war blau fast wolkenleer. Da der Wind zu schwach waren, konnten wir nicht segeln, sondern mussten mit Motorantrieb zur H-Insel fahren, die ihren Namen von ihrer Form hat. Dort spazierten wir durch eine blumenreiche Landschaft bis zu einer Siedlung von Komoranen, die gerade Junge hatten. Sie liessen sich von unseren Blicken und unserem Fotografieren nicht stoeren, waehrend wir gerade mal fuenf Meter entfernt auf der anderen Seite einer Felsspalte standen. Zurueck an Bord hatten wir kaum unseren Tee bzw. Kaffee getrunken und ein paar Kekse gegessen, als das Wetter umschlug. Jetzt hatten wir Wind, der uns erlaubte zu segeln. Wir fuhren noch mit Motor bis zur Seehund-Insel, staunten ueber die Riesen, wie sie faul bei Wind und Wetter auf den Felsen lagen. Dann wurden die Segel gesetzt und das Boot lag bald schraeg auf dem Wasser. Der Kapitaen schaetzte den kalten Wind auf knapp 50 Knoten, auf uns prasselte erst Regen nieder, der dann in Hagel umschlug. Wir tauchten in eine dicke Suppe aus Nebel ein, der den Blick auf Ushuaia komplett versperrte. Fast alle waren an Deck in gelbe Friesennerze gehuellt und konnten es kaum fassen. Ich sah die Schaumkronen auf dem Wasser, hielt mich auf dem schwankenden Boot fest so gut ich konnte und war einfach nur fasziniert. Sowas hatte ich auch noch nicht auf dem Wasser erlebt. Als wir Ushuaia schliesslich erreichten, hatte sich das Unwetter wieder verzogen, die Sonne schien, der Himmel war blau, und es schien um einige Grad waermer geworden zu sein, als wir von Bord gingen. Mit Christine und Jaimie, die ich auf dem Boot kennengelernt hatte, ging ich erstmal Mittag essen, bevor ich dann zum Martial Gletscher aufbrach. Schliesslich hatte ich ja noch den Nachmittag Zeit. Als ich in den Sessellift stieg, der mich zum Fusse des Gletscher bringen sollte, begann es wieder mal zu regnen. Und ich dachte nur, in Deutschland wuerde ich mich bei diesem kuehlen nassen Wetter nie und nimmer in einen Sessellift setzen. Als ich aus dem Lift stieg, schien schon wieder die Sonne von blauem Himmel, und ich hatte einen herrlichen Blick hinab in die Bucht von Ushuaia. Am Gletscher turnte ich dann etwa zwei Stunden im Sonnenschein herum und traf dabei auf den 20jaehrigen Ean aus New York State, der nach Ushuaia gekommen war, um fuer ein Jahr Englisch zu unterrichten und mir am Gletscher in der Sonne sitzend erstmal einen Matetee anbot, das Nationalgetraenk der Argentinier, dass aus kleinen Holzbechern mit Metallstrohhalm getrunken wird. Da setzte ich mich neben ihn, quatschte eine Weile in der warmen Sonne am Rande eines Schneefeldes mit ihm und dachte nur noch: Was fuer ein Tag!&lt;br /&gt;Am naechsten Tag machte ich mich dann auf in den Nationalpark Tierra del Fuego, wo ich den ganzen Tag durch die Taeler wanderte, immer wieder an kleineren und groesseren Seen vorbei, umgeben von den schneebeckten Bergen ringsum. Das Wetter war so wechselhaft wie am Tag zuvor, nur der Hagel blieb mir erspart und der Wind war weniger stark. Am Abend sass ich dann in einem Fischrestaurant und schaute auf das Wasser in der Bucht von Ushuaia. Gerade da machte sich wieder einer der Riesendampfer Richtung Antarktis auf den Weg, die hier fast taeglich starten, und ich dachte mir, dass ich das eines Tages auch mal machen moechte. Und aufeinmal hatte ich Fernweh in der Ferne...&lt;br /&gt;PS: Alle Fotofreunde muss ich leider etwas vertroesten. Ich habe gerade mal wieder ein Internetcafe erwischt, das keine Computer mit USB-Anschluss hat, so dass ich keine Bilder einstellen kann. Das werde ich dann wohl im neuen Jahr nachholen muessen...Guten Rutsch!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-116743260310790821?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/116743260310790821/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=116743260310790821' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/116743260310790821'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/116743260310790821'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/12/ushuaia-mit-fernweh-in-der-ferne.html' title='Ushuaia - mit Fernweh in der Ferne'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-116631618721021196</id><published>2006-12-16T16:39:00.000-08:00</published><updated>2006-12-19T16:50:40.393-08:00</updated><title type='text'>Buenos Aires - Spanischlernen rund um die Uhr</title><content type='html'>Zwei Wochen lang hab ich fleissig die Schulbank gedrueckt und an meinem Spanisch gearbeitet. Ich bilde mir ein, dabei sogar ein paar Fortschritte gemacht zu haben - und das wohl auch, weil ich rund um die Uhr fast nur noch spanisch geredet habe. Auf jeden Fall hat es jede Menge Spass gebracht - in Cordoba wie in Buenos Aires. Doch eines nach dem anderen: Von Mendoza bin ich schliesslich erstmal nur fuer eine Woche Spanischunterricht nach Cordoba gefahren. Mit im Paket war das Wohnen in einer Gastfamilie. In Cordoba waren das die Physiotherapeutin Estella (57 Jahre) und ihre Tochter Veronika (27 Jahre), die in der Endphase ihres Jurastudiums steckt. Mit Estella habe ich mich gleich am ersten Tag stundenlang angeregt unterhalten. Das war zwar nicht so ganz einfach, da wir eben nur Spanisch gesprochen haben und mein Vokubalar doch etwas beschraenkt war, aber mit Haenden und Fuessen ging das dann schon und Estella hatte auch schon etwas Uebung damit, sich mit Auslaendern zu unterhalten, die sich in gebrochenem Spanisch versuchen verstaendlich zu machen. Schliesslich nimmt sie schon seit zweieinhalb Jahren Studenten auf. Als ich sie fragte, warum sie das ueberhaupt macht, meinte sie, es waeren zwei Gruende: zum einen das Geld, das sie dadurch einnimmt, zum anderen die Gesellschaft, die sie damit im Hause hat. Sie lebt schon seit Jahren getrennt von ihrem Mann, ist seit mehr als einem Jahr geschieden, und ihre beiden Soehne haben das Haus laengst verlassen. Sie war also wohl ueber Jahre einigen Trubel gewoehnt. Fuer sie sind die Studenten, die bei ihr wohnen auch wie ihre Kinder, die fuer eine Weile ins Haus kommen und dann wieder gehen, und sie findet es klasse an deren Leben ein Stueck weit teilzuhaben. Sie glaubt auch, dass ihre Gaeste trotz aller kulturellen Unterschiede viel mit ihr gemein haben, da sie oft aehnlich denken und fuehlen. Und so ist es mir auch mit ihr gegangen: Im Laufe der gemeinsamen Woche habe ich mit ihr viele Gedanken und Ideen geteilt, so dass ich am Ende sogar etwas traurig war, sie so schnell wieder verlassen zu muessen. Mir hat auch einfach nach all den Monaten in den unterschiedlichsten Hotelzimmern gutgetan, in einer Wohnung zu sein, die ich mit Menschen teile, die ich mag, denn auch Estellas Tochter Veronika war sehr nett und aufgeschlossen. Daneben war noch Guy aus Kanada, ein anderer Sprachstudent im Haus, mit dem ich morgens zur Schule gehen konnte. Auf dem Weg haben wir uns auch wacker in Spanisch unterhalten.&lt;br /&gt;Meine Schule begann am Montagmorgen mit einem Sprachtest zur Einstufung in einen Kurs fuer mein Niveau. Ich landete in einer Gruppe mit drei Brasilianerinnen und einer Deutschen. Mit den Brasilianerinnen verstand ich mich zwar sprachlich nicht so gut, da ihr Akzent doch sehr stark war und sie dabei auch noch schnell sprachen, aber dafuer mental um so besser, so dass die sprachlichen Huerden am Ende gar nicht mehr so gravierend waren. Der Unterricht war mit den dreien, die alle gerne und viel redeten, sehr lebendig, was auch unsere Lehrerin offensichtlich genoss. Sie meinte irgendwann, wir waeren fuer sie eine einfache Gruppe, weil wir von selbst sprechen wuerden. Sie musste uns also nicht die Wuermer aus der Nase ziehen. Noch besser als den morgendlichen Gruppenunterricht fand ich allerdings meine Einzelstunden mit Pablo. Er war nicht nur ein guter Lehrer, sondern wir fanden auch schnell eine Wellenlaenge, so dass wir auch viel Spass beim Arbeiten hatten. Und es war wirklich Arbeit, sich zwei Stunden lang im Einzelunterricht mit der spanischen Sprache auseinanderzusetzen. Da war kein Moment, in dem ich mal abschalten konnte. Nach dem ersten Mal war ich daher etwas erschlagen, doch auch happy, wieviel ich in der Sprache schon bewaeltigen konnte. &lt;br /&gt;Cordoba gefiel mir im ersten Moment nicht so gut wie Mendoza. Es fehlten mir einfach die vielen Alleen, die Mendoza so gruen machen und etwas von der Hitze der Sonne nehmen. Doch mit der Zeit fand ich Cordoba immer besser, vor allem abends, wenn es kuehler und das Leben in den Strassen der Altstadt munterer wurde. Hier kam ich dann auch zum ersten Mal mit dem argentinischen Tango in Beruehrung. Gleich am ersten Abend hoerte ich auf dem zentralen Platz der Stadt San Martin die Musik und sah Maenner und Frauen, wie sie sich in der Mitte am Brunnen paarweise im Takt bewegten. Sie waren bunt gemischt - im Alter wie in der Kleidung. Da waren die Jungen, die in Jeans und T-Shirt ueber den Platz schoben, da waren die Alten, die sich in schicken Kleidern und edlen Hosen umeinander drehten. Meine erste Tangostunde hatte ich dann spaeter in der Woche zusammen mit zwei Brasilianerinnen und einer Deutschen. Maenner waren nicht dabei, fehlten aber auch nicht wirklich, denn erstmal mussten wir lernen, was es heisst, den Tango zu "schreiten", und dann war unsere Tanzlehrerin auch im Wechsel unsere Tanzpartnerin. Als ich spaeter in Buenos Aires meinen Unterricht fortsetzte, war ich mit der Japanerin Jokika im Kurs, spaeter stiess der Australier Simon dazu, der dann auch der erste Mann sein sollte, mit dem ich den argentinischen Tango zu tanzen versuchte. Ich glaube, so schlecht waren wir beide dabei gar nicht mal, wenn man bedenkt, dass es unsere erste Schritte waren. Was mich wohl am meisten an diesem Tanz fasziniert, nachdem ich gerade mal eine knappe Woche Unterricht hatte, ist die Kommunikation, die dieser Tanz erfordert. Bei jedem anderen Tanz lernen Mann und Frau eine Schrittfolge, die sie in Variationen wiederholen. Der argentinische Tango ist reine Improvisation. Zwar gibt es auch hier ein paar Schrittfolgen, die man sich merken kann, aber sie koennen in allen moeglichen Varianten auftauchen. Es ist wie eine Kommunikation: Der Mann spricht durch seine Schritte und Bewegungen zu der Frau, die Frau antwortet, was den Mann zu weiteren Schritten und Bewegungen veranlasst. Im Unterricht mit Magali, meiner Lehrerin in Buenos Aires, klappte diese Kommunikation mehr oder weniger gut. Mit ihr konnte ich mich nach einer Weile "unterhalten". Als ich dann aber in einer Kneipe meine ersten Tanzversuche mit einem argentinischen Freund von ihr startete, war ich erstmal etwas verloren. Ich verstand ihn einfach nicht. Zum Glueck gab er nicht gleich auf, und wir fanden doch noch eine gemeinsame Sprache, wenn die Verstaendigung auch holprig blieb...&lt;br /&gt;Doch zurueck nach Cordoba: Dort merkte ich schon gleich zu Anfang der Woche, dass mir eine Woche Spanischunterricht zu wenig sein wuerde, so dass ich dann gleich noch eine weitere Woche in Buenos Aires buchte. Und dort hatte ich dann wirklich volle Tage. War ich in Cordoba nur am Morgen mit vier Stunden und am Nachmittag mit zwei Stunden Spanischunterricht beschaeftigt, so kamen in Buenos Aires noch zwei Stunden Tango dazu. Damit ging mein "Arbeitstag" von 9 Uhr am Morgen bis 18 Uhr am Abend, mit einer Stunde Mittagspause. Kein Wunder, dass ich von der Stadt noch nicht so viel gesehen habe, doch das werde ich Anfang Januar noch nachholen koennen, wenn ich wieder in Buenos Aires sein werde. Fuer mich waren diese intensiven Wochen in der Sprachschule einfach wichtig, um mit dem Spanischen weiterzukommen. Wieder war es vor allem der Einzelunterricht, der mich weitergebracht hat, denn auch in Buenos Aires war ich am Morgen in der Gruppe von Brasilianerinnen umgeben, die viel "portugnol" (portuges und espagnol, also eine Mischung aus Portugiesisch und Spanisch) sprachen und daher schwer zu verstehen waren. Am Nachmittag war es meine Lehrerin Sandra, die mir unzaehlige Fragen stellte, damit ich gezwungen war zu reden und zu erzaehlen. So sollte ich das, was ich am Morgen gelernt hatte, auch tatsaechlich anwenden, was mir natuerlich nicht immer gelang. Es war wieder - wie in Cordoba mit Pablo - zeitweilig sehr anstrengend, aber ich glaube, die Muehe hat sich gelohnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/1600/888371/Bilder%202%5B1%5D.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/320/58255/Bilder%202%5B1%5D.jpg" border="0" alt="" /&gt;Mit viel Spass - meine Spanischklasse in Buenos Aires&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch in Buenos Aires hatte ich wieder eine Familie. Dieses Mal war es die 78-jaehrige Adela, die mich in ihre Wohnung aufnahm. Und die Gute habe ich einfach ins Herz geschlossen, und ich glaube sie mich auch. Irgendwann habe ich zu ihr gesagt, sie waere wie eine Mutter zu mir, aber ich glaube, das fand sie dann doch nicht so gut. Sie selbst hat keine Kinder, sieht aus, als waere sie Mitte 60 und ist einfach ein Goldstueck. Gleich am ersten Tag nahm sie mich erstmal an die Hand, zeigte mir den Weg zur U-Bahn und gab mir Tipps fuer die Stadt, so dass ich schon an meinem ersten Tag in Buenos Aires - einem Sonntag - im Viertel San Telmo viel Strassenkultur mit Tangomusik und -tanz sowie bunten Flohmarktstaenden erleben konnte, und sie beriet mich auch sonst die ganze Woche ueber in allen moeglichen Dingen. Gleich am ersten Tag  durfte ich ausserdem mit ihr, ihrer Schwester, deren Mann und Tochter, sowie einer Brasilianerin, die im Mai bei ihr gewohnt hatte und nun kurz zu Besuch war, Mittag essen, das sie gekocht hatte, das aus drei Gaengen bestand und sehr lecker war - und das obwohl ich nur Uebernachtung mit Fruehstueck gebucht hatte. Im Laufe der Woche fruehstueckten wir jeden Morgen zusammen und tauschten uns ueber den bevorstehenden Tag aus, am Abend erzaehlte ich ihr, was ich so alles erlebt hatte, und das konnte dann locker mal gegen 23 Uhr sein, aber da war sie immer noch munter. Und jedes Mal, wenn ich heimkam, wollte sie wissen, ob ich denn auch schon etwas zu Abend gegessen haette.&lt;br /&gt;Was ich mich dann noch neben all dem Unterricht in Atem hielt, das waren die Reisevorbereitungen fuer die kommenden zwei Wochen. Eigentlich hatte ich ja geplant am 17. Dezember nach Iquitos zu fliegen, um dort mit Martin den Amazonas entlang zu reisen. Doch leider musste ich diese Tour streichen. Martin wird diese Fahrt ohne mich machen und mir hoffentlich ganz begeistert davon erzaehlen. Die Erklaerung dafuer befindet sich in meinem dicken Bauch: Das Amazonasgebiet ist leider auch Malariagebiet, und Malaria vertraegt sich nun so gar nicht mit einer Schwangerschaft. Ich habe lange hin und her ueberlegt, mich im Internet informiert und die Risiken abgewogen. Doch Zeilen wie diese haben mich dann doch dazu gebracht, auf die Fahrt an den Amazonas zu verzichten: "Schwangere sollten grundsätzlich nicht in Malaria-Endemiegebiete reisen...! Hohe Letalität für Mutter und ungeborenes Kind! Die Plazenta ist ein bevorzugter Ort für Plasmodien-befallene Erythrozyten. Komplikationen einer Malaria während der Schwangerschaft: Fehlgeburt, Totgeburt, hohe Neugeborenen-Sterblichkeit, intrauterine Entwicklungsstörung, konnatale Malaria, zerebrale Malaria, massive Hämolyse, akutes Nierenversagen" (Quelle: www.med1.de). Oder in einfacheren Worten: "Schwangere sind besonders anfällig für Malaria. Ein konsequenter Mückenschutz ist überaus wichtig. Zur medikamentösen Prophylaxe können nicht alle Medikamente angewandt werden. Die Malariaerkrankung kann während einer Schwangerschaft zu schweren Komplikationen wie Früh- und Totgeburten führen. Generell wird Schwangeren jedoch von einem Aufenthalt in Malariarisikogebieten abgeraten" (Quelle: www.tropenmedizin.de). Ich gehe ja durchaus auch gerne Risiken ein, wenn ich auf Berge steige, mich an Felsen abseile oder wilde Wasser reite, aber ich denke, diese Risiken sind immer noch kalkuliert und vermutlich nicht gefaehrlicher als in Deutschland auf der Autobahn unterwegs zu sein, doch es gibt einfach Grenzen. Und so eine Malariamuecke ist einfach nicht zu kalkulieren, und am Amazonas im "Ganzkoerperkondom" unterwegs zu sein, waere sich auch nicht wirklich entspannt gewesen...&lt;br /&gt;Natuerlich finde ich das schade, einmal weil ich so eben nicht den Amazonas entlangreisen kann, und zum anderen, weil ich dadurch weniger Zeit mit Martin haben werde. Zum Trost habe ich mir stattdessen ein paar Orte in Argentinien ausgesucht, die sicherlich ebenso faszinierend sein duerften wie das Amazonasgebiet: die Wasserfaelle von Iquazu, das Seengebiet um Bariloche, den Moreno-Gletscher und die suedlichste Stadt der Welt Ushuaia. Es ist eine Art Rundflugreise, die ich mir da zusammengestellt habe. Allerdings war das an sich schon  gar nicht so einfach, da um diese Jahreszeit doch einige Touristen unterwegs sind und viele Fluege schon ausgebucht waren. Ich hatte das Glueck, das mir Virginia aus der Sprachenschule die Ein-Frau-Agentur Sabrina vermittelt hat, die es geschafft hat, mir diese Reise trotz aller Widrigkeiten zusammenzustellen. Dabei habe ich die eine oder andere Mittagspause in ihrem kleinen Buero im Zentrum von Buenos Aires verbracht, so dass meine Tage im Grunde randvoll waren. Nach meiner Rundreiese wollte ich noch in diesem Jahr nach Salvador de Bahia fliegen, um so wenigstens noch drei Wochen mit Martin an der brasilianischen Kueste zu haben. Doch das war leider nicht so einfach. Schon in Mendoza hatte ich mit Lan Chile verhandelt, ob sich mein Around-The-World-Ticket aendern laesst, aber die hatten mich auf Buenos Aires verwiesen, da sie selbst keine Routenaenderung vornehmen koennten. In Buenos Aires habe ich dann am Abend des ersten Tages um kurz nach 18 Uhr bei Lan Chile vor verschlossener Tuer gestanden, obwohl man mir am Telefon gesagt hatte, dass das Buero bis 19 Uhr geoeffnet haette. Am zweiten Tag habe ich dann ueber Mittag zwei Stunden warten muessen, weil rund 100 andere Reisewillige in der Schlange vor mir waren, wie ich an den Nummern, die vergeben worden waren, erkennen konnte, um dann zu erfahren, dass ich mit meinem Around-The-World-Ticket nicht nach Salvador de Bahia fliegen konnte. Dafuer erfuhr ich, dass ich meinen Flug ueber Lima nach Iquitos auf jeden Fall streichen musste, sonst wuerden meine Fluege zurueck nach Deutschland verfallen. Das haette ich dann auch gleich an diesem Tag tun koennen, aber irgendetwas hielt mich zurueck. Ich konnte wohl noch nicht wirklich loslassen und einfach sagen: "Bitte streichen sie meinen Flug." Zum Glueck! Von Lan Chile hatte ich an diesem Tag auch noch die Adresse von der Fluglinie Qantas in Buenos Aires bekommen, auf die mein Ticket ausgestellt ist und die ebenso wie Lan Chile zur One-World-Allianz gehoert, mit der ich um die Welt reise. Am letztmoeglichen Tag machte ich mich daher ins Qantas-Buero auf, um die lange Schlange bei Lan Chile zu umgehen und meinen Flueg nun doch zu streichen. Ich kam in ein winziges Buero im 27. Stock eines Buerohochhauses, was ich irgendwie niedlich fand, aber der Mann, der mich da bediente, kannte sich aus. Von ihm erfuhr ich, dass ich meine Route sehr wohl aendern und mit Lan Chile ueber Santiago de Chile nach Salvador de Bahia fliegen konnte, mir also kein Ticket fuer 500 Euro kaufen musste, sondern fuer 100 Euro umbuchen konnte! Unglaublich, dass die Leute von Lan Chile das nicht wussten, aber der Mann von Qantas. Er meinte dann auch - wie zur Entschuldigung fuer seine Kollegen -, dass der Flug nicht vielen bekannt waere und es ihn auch nur zwei Mal die Woche geben wuerde. Leider war nur der fuer den 31. Dezember schon ausgebucht, so dass ich erst am 5. Januar nach Salvador de Bahia fliegen kann und somit Martin noch eine Woche spaeter treffe. Haette ich die Information frueher gehabt, waere moeglicherweise auch schon Ende Dezember etwas gegangen... C'est la vie! Somit habe ich noch eine Woche mehr in Argentinien, die ich voraussichtlich in Buenos Aires verbringen werde. Adela hat mich eingeladen, die Woche bei ihr zu wohnen, was ich gerne angenommen habe, nachdem sie damit einverstanden war, dass ich ihr dafuer dann auch Geld gebe. Fuer mich ist das natuerlich auch deshalb klasse, weil ich nun, einen Teil meines Gepaecks bei ihr lassen und fuer zwei Wochen "leichter" unterwegs sein kann. Und ich freue mich noch etwas mehr Zeit mit ihr und fuer Buenos Aires zu haben. Ich werde keinen Spanischunterricht mehr nehmen aber dafuer gerne noch weiter argentinischen Tango tanzen lernen, denn meine ersten Tanzversuche haben mir gezeigt, dass ich noch einen weiten Weg vor mir habe... Ausserdem haben mir die Tangotaenzer, die ich in Buenos Aires gesehen habe, sei es am Abend in einer Show im Cafe Tortoni oder am Tag auf der Strasse, auf Lust nach mehr gemacht. Koennte sein, dass ich mich vom Tangovirus habe anstecken lassen... Ausserdem glaube ich, dass ich mit Magali eine gute Tanzlehrerin in Buenos Aires gefunden habe, von der ich noch einiges lernen kann...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/1600/11299/Bilder%5B1%5D.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/320/353530/Bilder%5B1%5D.jpg" border="0" alt="" /&gt;Tango im Rotlicht - Taenzer im Cafe Tortoni&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;PS: Meinen Lesern und Leserinnen, die mich auf dieser Reise so weit begleitet habe, wuensche ich ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Hasta luego! Bis bald!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-116631618721021196?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/116631618721021196/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=116631618721021196' title='2 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/116631618721021196'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/116631618721021196'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/12/buenos-aires-spanischlernen-rund-um.html' title='Buenos Aires - Spanischlernen rund um die Uhr'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-116499031127024658</id><published>2006-12-01T08:24:00.000-08:00</published><updated>2006-12-06T15:16:05.290-08:00</updated><title type='text'>Mendoza - wie ich zur Maria geworden bin</title><content type='html'>Nach dem Inselleben auf Rapa Nui war Santiago de Chile doch ein ziemlicher Kontrast. Aus der beschaulichen Kleinstadt Hanga Roa kam ich nun in die laute Hauptstadt Chiles, wo die Luft nicht mehr so frisch war und die Menschen um mich herum nicht mehr so entspannt schienen. Ich erreichte das Hotel erst spaet am Abend, wo mir der Mann an der Rezeption erstmal erklaerte, er haette kein Zimmer fuer mich. Wir hatten uns wohl am Telefon falsch verstanden, als ich meine Reservierung gemacht hatte, denn er hatte mich erst fuer den naechsten Tag erwartet. Nach einer kurzen Diskussion durfte ich dann doch bleiben und landete in Zimmer Nummer 13, wo ich leider kein Tageslicht hatte, aber dafuer umso besser bis zum naechsten Mittag ausschlafen konnte...&lt;br /&gt;Santiago de Chile war mir dann beim ersten Bummel durchs Zentrum doch noch sehr vertraut. Immerhin ist es nur vier Jahre her, dass ich hier war. Ich schlenderte zur Plaza de Armas, dem zentralen Platz der Stadt, holte mir hier eine Pizza und da ein Eis und liess das rege Treiben in der Stadt auf mich wirken. Gerne war ich auch im alten Kneipenviertel um die Calle Bellavista unterhalb des Cerro Colombo unterwegs, dem hoechsten Huegel in der Stadt, den ich vor vier Jahren in der Mittagshitze erklommen hatte. Das sparte ich mir dieses Mal und waehlte stattdessen den Cerro Lucia, der nicht ganz so hoch war, aber dennoch eine gute Aussicht auf die Stadt bot. Ich war allerdings erstaunt, wie diesig die Luft und wie vernebelt der Blick auf die Anden um die Stadt war. Ich meinte mich zu erinnern, dass ich die Berge vor vier Jahren klarer gesehen hatte. Dieses Mal besuchte ich auch Pablo Nerudas Haus San Sebastian in der Stadt. Vor vier Jahren war ich in Valparaiso in seinem Haus Isla Negra gewesen. Wieder war ich fasziniert von der Sammelleidenschaft dieses beruehmten chilenischen Schriftstellers, die von bunten Glaesern ueber Buddhastatuen bis zur Schiffstheke reichte - und von der ausgefallenen Architektur des Hauses, das einem Schiff nachempfunden ist. Die Fuehrung auf Spanisch verstand ich aussergewoehnlich gut und merkte so, dass ich langsam anfing, mich in die Sprache wieder einzufinden. Ueberhaupt war das in diesen Tagen ein spannender Prozess, wie nach und nach die alten Worte, die ich schon vorher kannte, aus meinem Hinterkopf nach vorne ins Bewusstsein rueckten und neue Worte hinzukamen.&lt;br /&gt;Von Santiago de Chile ging es dann uber die Anden mit dem Bus nach Argentinien hinein. Mendoza erreichte ich nach rund sieben Stunden. Am Busbahnhof tauchten auch gleich die ersten Anbieter von Unterkuenften auf, doch auch hier hatte ich schon im vorhinein reserviert. Nachdem ich meine chilenischen in argentinische Pesos getauscht hatte, nahm ich mir ein Taxi zum Hotel Petit, wo ich in einem winzigen Aufzug mit Schiebetueren in den dritten Stock ruckelte. Als ich am Abend durch die Strassen Mendozas spazierte, wurde mir die Stadt gleich ganz sympathisch mit ihren vielen Baeumen, die im Zentrum fast alle Strassen saeumen. Am naechsten Tag bummelte ich daher weiter munter durch die Viertel der Stadt, organisierte aber auch gleich meine naechsten Touren in die Berge: Im Hostal Independencia konnte ich alles buchen, was ich wollte. Da mein Name fuer die junge Argentinierin an der Rezeption schwer zu verstehen war, schrieb ich ihn ihr auf einen Zettel: "Jutta-Maria Nieswand". Als sie aber bei den Tourveranstaltern anrief, um meinen Namen durchzugeben, liess sie die "Jutta" einfach weg und kuendigte mich als "Maria" an. Damit war der Name etabliert, und ich muss gestehen, dass es mir sehr gefaellt, wenn die Einheimischen hier "Maria" sagen: Sie rollen das R so schoen und ziehen das I danach ganz lang... Ab dem  Tag habe ich mich hier nur noch als Maria vorgestellt, und jeder scheint sich zu freuen, dass ich als Auslaenderin so einen einfachen Namen habe. Irgendwie bin ich es auch leid immer wieder "Jutta" zu sagen, um doch meinen Namen so komisch ausgesprochen zu hoeren, dass ich es gar nicht mehr hoeren mag. Schliesslich erlebe ich das nun schon seit einigen Monaten, denn auch in anderen Laendern, egal welche Sprache gesprochen wird, ist der Name fuer die Einheimischen meist zu kompliziert gewesen... So gerne ich "Jutta" als Namen auch mag, im  Ausland kommt die "Maria" daher viel besser. Und inzwischen reagiere ich auch schon etwas schneller, wenn jemand "Maria" ruft... Am Anfang dauerte es meist noch ein paar Sekunden, bis ich realisierte, dass ich gemeint sein koennte...&lt;br /&gt;Die erste Tour aus Mendoza heraus fuehrte mich nach Potrerillo, wo ich eine Wandertour mit Abseilen am Felsen und eine Schlauchboottour durch die wilden Wasser des Flusses Rio Mendoza gebucht hatte. Die Wanderung dauerte nur eine gute Stunde, dann waren wir am Felsen angekommen, von dem aus wir uns abzuseilen hatten. Ich gestehe, mir war schon etwas mulmig, als ich so behelmt mit zwei Seilen gesichert an dem etwa 20 Meter tiefen Abgrund stand. Immerhin war es schon einige Jahre her, dass ich mich das letzte Mal abgeseilt hatte. Beim ersten Mal war ich dann auch etwas verkrampft und dachte schon, als ich mich langsam rueckwaerts die Schlucht hinabgleiten liess, es waere vielleicht besser, es doch lieber zu lassen... Doch schon beim zweiten Abstieg lief es um einiges lockerer, und ich war froh, mich ueberwunden zu haben, denn hat man die Technik einmal raus, dann macht es einfach nur Spass. Etwa eine Stunde brauchten wir danach fuer die Rueckkehr in unser Basislager am Rio Mendoza, wo ich dann nach einem kurzen Sicherheitstraining mit vier Jungs und einem Bootsfuehrer ins Schlauchboot stieg, um die Wellen des Rio Mendoza zu reiten. Ausgestattet mit Neoprenanzuegen, Helmen, Paddeln und Schwimmwesten hatten wir jede Menge Spass und wurden so richtig schoen nass, waehrend wir von einer Stromschnelle zur anderen paddelten. Schon unterwegs und erst recht am Ende der Tour hatte ich das breiteste Grinsen der Welt auf meinem Gesicht. Am liebsten waere ich gleich nochmal gestartet...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/1600/106253/DSC_0652%5B1%5D.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/320/356305/DSC_0652%5B1%5D.jpg" border="0" alt="" /&gt;Noch etwas verkrampft - Beim Abseilen in Potrerillo&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine naechste Tour fuehrte mich ins Vallecito in der Cordera Frontal, also dem oestlichen Rand der Anden, wo ich fuer eine Nacht in der San Antonio Huette auf 2500 Hoehenmetern uebernachtete, um so einen Tag auf den 3300 Meter hohen Arenales-Berg zu wandern und am naechsten Tag auf den 4200 Meter hohen San Bernado. Fuer mich war das zugleich die Vorbereitung auf die Plaza Francia, ein Tal am Fusse des Aconcagua, der mit knapp 7.000 Metern Hoehe, der hoechste Berg des gesamten amerikanischen Kontinents ist. Der Aufstieg auf den San Bernado forderte mich schon ganz gut und auf den letzten hundert Metern wurde mein Schnaufen immer lauter, mein Tempo dafuer immer langsamer. Ich atmete halt fuer zwei und spuerte das da doch sehr deutlich... Leider wurde die Anstrengung nicht mit einer guten Sicht belohnt. Am Gipfel standen Justin und Emma aus England sowie Marcos, unser Bergfuehrer, und ich mitten im Nebel und konnten uns nur am Gipfelkreuz gegenseitig fotografieren, um zu zeigen dass wir es geschafft hatten. Am Tag zuvor hatten wir auf dem Arenales-Berg mehr Glueck gehaben. Von dort konnte ich bis hinab zum Rio Mendoza blicken, wo ich meine Schlauchboottour gemacht hatte.&lt;br /&gt;Nach einem Tag Pause in Mendoza ging es dann auf die Drei-Tages-Tour Richtung Plaza Francia am Fusse des Aconcagua. Mit dem Bus fuhren wir in drei Stunden bis Horcones, dem Ausgangspunkt unserer Wanderstrecke und erreichten nach weiteren zwei Stunden zu Fuss am spaeten Nachmittag Confluenzia, unser Zeltlager auf 3300 Metern Hoehe. Durch meine Touren im Vallecito war ich offensichtlich schon ganz gut an die Hoehe gewoehnt, denn der Arzt vor Ort stellte bei der Routineuntersuchung, die es fuer uns alle gab, gute Sauerstoff- und Pulswerte bei mir fest. Am naechsten Tag ging es dann in vier Stunden bergauf zum Plaza Francia auf 4200 Metern Hoehe, von wo aus wir einen wunderbaren Blick auf den Aconcagua hatten. Das Wetter war wie gemalt: heller Sonnenschein und ein knallblauer, wolkenloser Himmel ueber uns. Spaetestens jetzt war mir klar, dass der Aconcagua einer der Berge ist, die ich in diesem Leben noch besteigen moechte. Wer dieses Gefuehl kennt, dass der Berg ruft, wird verstehen, was ich meine, wenn ich sage, dass es mich hier so richtig hinaufgezogen hat, zumal ich auch schon zuvor erfahren hatte, dass es eine Route auf den Berg gibt, die man wandern kann, also nicht mit entsprechender Ausruestung und Technik erklettern muss. Ich habe dem Aconcagua jedenfalls gesagt, dass ich wiederkommen werde, mag es auch eine Weile dauern...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/1600/548892/DSC_0765%5B1%5D.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/320/826799/DSC_0765%5B1%5D.jpg" border="0" alt="" /&gt;Der Berg ruft - Amerikas hoechster Berg Aconcagua&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In drei Stunden waren wir zurueck in unserem Basislager Confluenzia, wo wir mit Snacks und spaeter einem leckeren Abendessen fuer die Anstrengungen des Tages belohnt wurden. Unsere Truppe war bunt gemischt. Da waren Bart und Bram aus Belgien, die ihre Zaehne kaum auseinander brachten. Da war Joshua, aus Berkley, USA, der schon redete, bevor er die Augen am Morgen ueberhaupt geoeffnet hatte. Immerhin verstand ich sein Spanisch sehr gut, wenn er sich mit unserem Bergfuehrer Mauricio unterhielt, so dass ich wieder einiges dazulernen konnte. Mauricio war unser bestes Stueck mit seiner Fuersorglichkeit, seinem Humor, seinen schwarzen halblangen Locken, seinen warmen braunen Augen und seiner schlanken, agilen Gestalt. Ilka aus Hamburg, die mit ihrem hollaendischen Freund Ronald unterwegs war, nannte Mauricio zurecht "unsere Sahneschnitte". Mit Ilka bildete ich auf der Tour das weibliche Schlusslicht. Wir liessen den Jungs den Spruch "Auf die Frauen muss man immer warten" und tauschten uns reichlich ueber alle moeglichen Themen aus, waehrend wir bergauf- und bergab hinterherdackelten. Ronald war eher still in sich zurueckgezogen, da er leider ziemlich angeschlagen war, zu Anfang der Tour mit einer Magenverstimmung, zum Ende der Tour mit einer Lungenentzuendung, weshalb er nach unserer Rueckkehr in Mendoza auch erstmal ins Krankenhaus musste, waehrend Ilka und ich uns ein Zimmer in Hostal Independenzia teilten. &lt;br /&gt;Es haette nach all der Wanderei in den Bergen ein lustiger Maedchenabend in der Stadt werden koennen, aber es sollte anders kommen. In einem Internetcafe in Mendoza wurde Ilka ihr Rucksack mit saemtlichen Geldkarten, Reisedokumenten und Bargeld geklaut. Der Dieb war schon sehr dreist gewesen, er hatte ihr ihren kleinen Rucksack unbemerkt unter den Beinen weggezogen, waehrend sie gerade an ihren Mails schrieb. Sie merkte es nur kurze Zeit spaeter, ich hatte nichts sehen koennen, da ich mit dem Ruecken zu ihr sass. Wir meldeten den Verlust gleich dem Chef im Cafe, der fuer uns dann auch sofort die Polizei rief. Im Polizeiwagen wurden wir zur Polizeistation gefahren, wo wir eine Anzeige aufgeben sollten. Allerdings liessen uns die Herren Polizisten ziemlich lange warten. Der Wachtmeister hatte offensichtlich keinen Bock auf uns Auslaenderinnnen, denn wir hoerten, wie er sagte: "I don´t speak English (Ich spreche kein Englisch)." Umso aufgeschlossener wurde er dann, als er merkte, dass er sich mit mir doch einigermassen in Spanisch unterhalten konnte. Ich war selbst erstaunt, wie ich immer mehr Worte aktivieren konnte. Ilka hatte gerade mal einen zweiwoechigen Spanischkurs in Buenos Aires gemacht und war daher froh, dass ich einigermassen vermitteln konnte, auch weil sie inzwischen ziemlich angeschlagen war. Nicht nur der Schreck hatte sie mitgenommen, offensichtlich hatte sie sich auch noch den Magen verdorben und musste sich mehrfach uebergeben. &lt;br /&gt;Am naechsten Tag hob ich erstmal Geld fuer sie ab, damit sie ueber ihre letzten fuenf Tage in Argentinien kommen konnte und spazierte mit ihr zum Konsulat. Der Herr Ehrenkonsul war leider etwas wirr und sehr mit sich und seiner knappen Kasse beschaeftigt, und erzaehlte uns erstmal seine Probleme. Fuer Ilka hatte er die Hiobsbotshaft, dass er ihr keinen Reisepass ausstellen konnte und sie nach Buenos Aires fahren musste, um dort einen zu erhalten. Nur die dortige Botschaft war in der Lage gueltige Papiere auszustellen, das aber immerhin innerhalb eines Tages. Santiago de Chile war fuer sie von Mendoza aus zwar naeher und ihr Flug nach Deutschland sollte auch von dort aus gehen, aber ohne Reisepass konnte sie nicht von Argentinien nach Chile ueber die Grenze fahren. Also standen fuer sie erst 12 Stunden im Bus gen Osten nach Buenos Aires an, um dann 20 Stunden im Bus gen Westen nach Santiago de Chile zu fahren. Keine schoenen Aussichten. Nebenbei musste die Arme auch erstmal wieder gesund werden, denn die Kotzerei in der Nacht hatte sie auch einige Kraft gekostet...&lt;br /&gt;Fuer mich ging es noch am selben Tag nach Cordoba, wo ich einen Sprachkurs gebucht hatte. Am Busbahnhof passierte es mir dann auch zum ersten Mal, dass mich eine Argentinierin fragte, in welchem Monat ich denn waere. Von Beruf war sie Physiotherapeutin und hatte auch gleich das Beduerfnis, mir einen guten Ratschlag fuer die Durchblutung zu geben: Ich sollte oefter mal meine Beine hochlegen. Sie selbst war ganz aufgeregt, weil ihre zwei Toechter (13 und 15 Jahre) alt, fuer vier Tage nach Cordoba fuhren, um dort eine Freundin zu besuchen. Am Ende unseres Gespraeches schrieb sie mir ihren Namen und ihre Telefonnummer auf einen Zettel. Ich koennte sie jederzeit anrufen, wenn irgendetwas waere. So viel Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft begegnet mir auch nicht alle Tage, ich war angenehm ueberrascht...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-116499031127024658?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/116499031127024658/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=116499031127024658' title='6 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/116499031127024658'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/116499031127024658'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/12/mendoza-wie-ich-zur-maria-geworden-bin.html' title='Mendoza - wie ich zur Maria geworden bin'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>6</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-116390539651411096</id><published>2006-11-18T19:02:00.000-08:00</published><updated>2006-11-27T15:16:03.303-08:00</updated><title type='text'>Rapa Nui - auf der Insel der Moai</title><content type='html'>Das war ein langer Weg auf die Osterinsel: Erstmal bin ich knapp elf Stunden von Auckland gen Osten nach Santiago de Chile geflogen, nur um dann vier Stunden spaeter fuer fuenf Stunden zurueck gen Westen nach Hanga Roa zu fliegen, dem einzigen Ort auf Rapa Nui, wie die Osterinsel unter den Ureinwohnern der Insel heisst. Den Namen Osterinsel hat sie von niederlaendischen Seefahrern bekommen, die sie im Jahre 1722 am Ostersonntag entdeckten. Sie liegt im pazifischen Ozean zwischen Australien und Suedamerika, etwa 3600 Kilometer vor Chile - daher meine Hin-und Herfliegerei - und ist gerade mal 162 Quadratkilometer gross. Ich haette die Osterinsel auch direkt anfliegen koennen, dann aber dafuer extra zahlen muessen. Da aber die Osterinsel zu Suedamerika gehoert und ich auf jedem Kontinent mit meinem Around-the-World-Ticket vier Freifluege habe, konnte ich dieses Geld sparen.&lt;br /&gt;Es war schon dunkel, als ich gegen 22 Uhr Ortszeit auf der Osterinsel landete. Am Flughafen warteten die Hotel- und Pensionsbesitzer auf ihre Kunden. Wer noch kein Bett reserviert hatte, konnte sich auch jetzt noch eine Unterkunft aussuchen, denn es waren genug Anbieter vor Ort. Ich hatte bei Ana Rapu schon per Telefon vorbestellt, so dass ich nur noch nach dem Schild schauen musste, auf dem mein Name stand. Ihre Tochter brachte mich zum Kleinbus, waehrend Ana noch versuchte, weitere Gaeste anzulocken. Sie brachte dann schliesslich einen Kanadier aus Montreal mit, der neben mir im Bus Platz nahm. In Ana Rapus Pension angekommen, musste ich feststellen, dass ich sie am Telefon falsch verstanden hatte. Ich sollte nicht nur das Bad sondern auch das Zimmer mit anderen Gaesten teilen. Ein Einzelzimmer hatte sie nicht mehr frei. Der Kanadier und ich landeten somit zusammen in einem Vierbettzimmer, das wir in dieser Nacht fuer uns haben sollten. Er war damit wie ich fuer diese Nacht einverstanden, sagte aber zu Ana, dass er sich dann fuer die kommenden Naechte woanders ein Einzelzimmer suchen wuerde. Das passte ihr wohl gar nicht, denn sie brachte ihn noch in derselben Nacht in eine andere Pension, so dass ich aufeinmal das Vierbettzimmer fuer mich allein hatte. Am naechsten Morgen versprach sie mir dann ein Zweibettzimmer mit einer "chica muy sympatica" (einem netten Maedchen). Fuer zwoelf Dollar die Nacht war ich damit gerne einverstanden, nur auf ein Vierbettzimmer haette ich auf Dauer keine Lust gehabt. Schliesslich wollte ich knapp eine Woche auf der Insel bleiben. Die "chica muy sympatica" entpuppte sich dann als die 59-jaehrige Karolina aus Holland, die 30 Jahre in Deutschland gelebt hat und auf die Insel gekommen ist, um sich dort fuer vier Monate ein Haus zu mieten und ein weiteres Buch ueber Indigo-Kinder zu schreiben, die heutige Generation junger Menschen, mit der sie sich schon seit einer Weile beschaeftigt, ueber die sie auch schon ein Buch geschrieben hat und die sie fuer viel energiegeladener und spiritueller haelt als die vorhergehenden Generationen. Fuer mich war Karolina in den kommenden Tagen eine spannende Gespraechspartnerin!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/1600/934562/DSC_0353.jpg"&gt;&lt;img style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/320/881959/DSC_0353.jpg" border="0" /&gt;Mit und ohne Hut - die Moai auf Rapa Nui, der Osterinsel&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meinen ersten Tag auf Rapa Nui verbrachte ich damit, mich im einzigen Ort der Insel Hanga Roa zu orientieren. Im Tourismusbuero fand ich eine sehr gute Infobroschuere ueber die Insel, was fuer mich sehr praktisch war, denn ich war ohne Reisefuehrer unterwegs. Ich hatte mir nicht extra fuer 25 Dollar einen Chile-Reisefuehrer kaufen wollen, in dem dann vielleicht zehn Seiten ueber die Osterinsel stehen, da ich ausser Osterinsel und Santiago de Chile keine weiteren Orte in dem Land aufsuchen wollte. Ich hatte vor vier Jahren ja schon weite Teile Chiles bereist. Die Telefonnummer von Ana Rapu hatte ich im Buchladen aus einem Reisefuehrer herausgeschrieben. &lt;br /&gt;Schon beim Fruehstueck am Morgen nach meiner Ankunft traf ich auf einen Englaender, der mir die ersten Orientierungspunkte nannte, wie die Bank zum Geldtauschen und eben besagtes Tourismusbuero. Und bereits im Ort Hanga Roa sah ich an der Kueste die ersten Moai, die die Ureinwohner der Insel einst aufgestellt haben und fuer die die Insel so beruehmt ist. Dazu muss man wissen, dass alle Figuren, die heute stehen, vor einigen Jahren noch auf der Nase lagen. Die Zeit der Moai endete mit einem Krieg, in dem saemtliche Moai bis auf einen, der erst spaeter zu Fall kam, umgekippt wurden, denn die Moai galten als Sinnbilder der Vorfahren und Macht der einzelnen Klans, die am Ende offenbar ueber die immer knapper werdenden Ressourcen auf der Insel gegeneinander kaempften. Vor Ausbruch dieses Krieges lebten um die 20.000 Einwohner auf der Insel, was offensichtlich zu viele Menschen waren. Heute sind es 4000, so viele wie es Pferde auf der Insel gibt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/1600/1031/DSC_0418.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/320/734996/DSC_0418.jpg" border="0" alt="" /&gt;Auf der Nase - nicht alle Moai stehen stolz auf ihren Podesten&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kevin Costner hat auf der Insel vor ein paar Jahren einen Film gedreht und darin einige Theorien ueber die Geschichte der Moai verarbeitet, also was ihre Bedeutung war, wie sie hergestellt und ueber die Insel an ihren Standort transportiert wurden. Der Film wird zwei Mal die Woche auf der Insel den Touristen gezeigt, ich hatte ihn schon vor meiner Abreise in Frankfurt mit Gerhard auf DVD gesehen. Der Film hat sicherlich meine ersten Eindruecke von der Insel gepraegt, das kann ich nicht leugnen. Allerdings war es interessant, was eine einheimische Reiseleiterin meinte, die ich nach der Meinung der Inselbewohner zu dem Film fragte: Die Leute wuerden den Film nicht so ernst nehmen, zumal er auch einiges Falsches enthalte, sich aber gerne an die Zeit zurueckerinnern, in dem er gedreht wurde, da fast jeder auf der Insel als Schauspieler, Statist, Speisenlieferant etc. gut verdient haette. Eine sehr pragmatische Einstellung wuerde ich das nennen...&lt;br /&gt;Dass inzwischen viele der Moai nicht mehr auf der Nase liegen sondern wieder auf ihrem angestammten Platz stehen, hat wohl erst in den 90er Jahre seinen Anfang genommen, als man man begonnen hat, sie wieder zu restaurieren und aufzustellen, um so mehr Touristen auf die Insel zu locken. Allerdings muss ich sagen, dass ich mir die Osterinsel viel touristischer vorgestellt habe, als sie letztendlich ist. Natuerlich gibt es ein paar Hotels mit 50 bis 100 Betten, aber alles bleibt irgendwie im Rahmen. Kaum verlaesst man Hanga Roa und spaziert ueber die Insel wird sie doch sehr urspruenglich, abgesehen von den Orten an denen die Moai stehen und sich die Souvenierhaendler mit allerlei Schnitzereien, Schmuck und Steinmetzarbeiten platziert haben. Das einzige Museum der Insel erlaeutert anschaulich in einem Raum die Geschichte dieser Insel, die durch einen Vulkanausbruch vor Jahrtausenden entstanden ist und in Jahrtausenden wohl durch die Verschiebung der Erdplatten - die pazifische schiebt sich unter die suedamerikanische -, wieder im Meer verschwinden wird. Die Landschaft der Insel ist recht karg, viel Wiesen aber nur wenige Baeume gibt es. Frueher war sie einmal voller Palmen, die allerdings fuer den Transport der fertigen Moai vom Steinbruch am Rano Raraku Krater inmitten der Insel zu ihren Standpunkten an der Kueste allesamt abgeholzt wurden.&lt;br /&gt;Meinen zweiten Tag auf der Insel verbrachte ich hauptsaechlich mit einer Wanderung die Westkueste entlang, wo ich jenseits der Moai von Ahu Tahai unweit des Musuems allerdings erstmal vergeblich nach weiteren Figuren suchte. Ich sah nur Podeste, auf denen moeglicherweise einst Moai standen. Erst nach einer Wanderung von etwa zwei Stunden stiess ich dann auf Ahu A Kivi, die sieben Moai, die als einzige Moai nicht vom Meer ins Landesinnere sondern aufs Meer hinaus blicken und sieben Krieger repraesentieren sollen. Auf dem Weg zu diesen Moai begegnete mir auch wieder Piti, ein Einheimischer zu Pferde, der mir schon am Morgen eine Reittour durch den Westen der Insel angeboten hatte, die ich aber dankend abgelehnt hatte. Er half mir jetzt eine Abkuerzung nach Hanga Roa zurueck zu finden, wollte dann aber auch nicht von meiner Seite weichen. Ich musste leider erst etwas unfreundlich werden, damit er davonritt. Er war allerdings auch der einzige hartnaeckige Typ auf der Insel, der mir begegnet ist. Ansonsten habe ich es eher erlebt, dass Einheimische ihre Dienste, wie eine Taxifahrt oder eine Tour kurz angeboten haben und auf ein klares Nein hin auch nicht weiter nachgebohrt haben.&lt;br /&gt;Am dritten Tag auf der Insel habe ich mir dann eine echte Touristentour mit Kleinbus und 13 anderen Touristen gegoennt. Nach dem Besuch des Museums und meinem einsamen Spaziergang entlang der Westkueste wollte ich nun Erklaerungen ueber die Insel hoeren. Um sicher zu gehen, dass ich die Erklaerungen nicht nur verstand sondern auch nachfragen konnte, entschied ich mich fuer eine englische Tour statt einer spanischen, landete damit allerdings in einer Gruppe von Touristen, die alle Sprachen vertraten, die ich selbst mehr oder weniger spreche, also: Deutsch, Englisch, Russisch, Franzoesisch und Spanisch. Einzige Ausnahme war das Paerchen aus Japan, das ich nur mit "Konichiwa" (Hallo!) und "Ohajo Gozaimas" (Guten Morgen!) haette begruessen koennen. In meinem Kopf entstand jedenfalls ein Sprachensalat, der mich doch etwas verwirrte. Immerhin ist mein Englisch nach mehr als neun Monaten Reisen so gefestigt, dass ich die Reiseleiterin wunderbar verstanden und auch reichlich nachgefragt habe. Die Tour fuehrte uns die Suedkueste entlang von einer Moai-Staette zur anderen bis zum Rano Raraku Krater, wo die Moai hergestellt wurden und auch das groesste je hergestellte Exemplar mit 180 Tonnen Gewicht und 21 Metern Hoehe auf dem Boden liegt. Die Moai wurden am Rano Raraku Krater aus dem Fels gehauen und dann vermutlich ueber Baumstaemme zu ihrem Bestimmungsort gerollt, der beispielsweise 6 Kilometer entfernt sein konnte, wozu schaetzungsweise 90 Maenner zwei Monate brauchten. Zum Abschluss der Tour hatten wir noch Zeit den einzigen Badestrand der Insel Anakena zu geniessen. Er ist nach dem Koenig benannt, der die Insel angeblich als erster mit seinen Leuten besiedelt hat, weil er wohl an diesem Strand angelandet ist. Mein Bad im Meer verschob ich allerdings auf meinen vorletzten Tag auf der Insel, als ich mit Karolina am Nachmittag ein Taxi mietete und wir uns dorthin kutschieren liessen. Nach rund drei Stunden hatte ich dann auch genug Sommersonnenbraeune getankt...&lt;br /&gt;Am vierten Tag war ich nochmal alleine wandernd unterwegs gewesen - und zwar zum Rano Kao Krater, der nach meiner Landkarte, die ich mir gleich am ersten Tag gekauft hatte, nicht weit entfernt von Hanga Roa zu sein schien. Doch ich hatte den Weg unterschaetzt, er zog sich elend lang den Berg hinauf. Ausserdem liess ich mir unterwegs noch Zeit, am Meer eine Hoehle zu bewundern, in der nur noch wenige rote-weisse Zeichnungen heiliger Figuren aus der Zeit der Moai erhalten sind - das meiste ist durch Errosion und Ueberschwemmung weggebrochen - sowie einen Garten, in dem zahlreiche Pflanzen, die mal auf der Insel verbreietet waren oder auch noch sind, zu besichtigen sind. &lt;br /&gt;Am Rande des Rano Rao Kraters besuchte ich dann auch die Ruinen des Dorfes Orongo, wo man sich vorstellen kann, wie die Menschen auf der Insel einmal gelebt haben. Die Eingaenge in die Steinhuetten sind so niedrig, das man nur hineinkrabbeln kann. Die Huetten dienten wohl auch nur als Schlafstaetten, das uebrige Leben spielte sich davor ab. Von Orongo hatte ich auch einen herrlichen Blick auf die drei Inseln Motu Nui, Motu Iti und Motu Kao Kao, die zahlreiche Voegel beherbergen. Kein Wunder also, dass ich auf einen Vogelbeobachter aus England traf, der mir zeigte, welche Voegel er durch sein riesiges Fernrohr sehen konnte. Diese Inseln sind auch fuer einen alten Wettkampf bekannt, bei dem Vertreter der verschiedenen Klans von Rapa Nui gegeneinander antraten, um den sogeannten "Vogelmann" zu bestimmen, der das erste Ei der Seeschwalben im Jahr von dort auf die Osterinsel zu bringen hatte. Es war ein riskanter Wettkampf, bei dem sich die Kaempfer die Steilkueste hinabhangeln, zu einer der drei Inseln schwimmen, ein Seeschwalben-Ei klauen, und es heil durchs Wasser die Steilkueste hinauf nach Orongo bringen mussten. Kevin Costner hat diesen Wettkampf in seinem Film im uebrigen sehr anschaulich inszeniert. &lt;br /&gt;Der Rano Kao Krater, an dem Orongo liegt, befindet sich damit direkt am Meer, so dass man von einem Aussichtspunkt am Kraterrand im Vordergrund in den Krater selbst hineinschaut, hinter dem Kraterrand gegenueber aber auch das blaue Meer sieht. Ich verbrachte den ganzen Tag damit, den Krater von allen Seiten zu erwandern und war am Ende doch ganz gut geschafft, obwohl ich sicherlich weniger Kilometer gelaufen war als bei so mancher Wandertour auf Neuseeland. Vermutlich lag es einfach am Klima auf der Insel. Mein Koerper musste sich schliesslich erstmal auf die Sommertemperaturen einstellen, nachdem ich Neuseeland im Fruehjahr erlebt hatte, wo es zwischenzeitlich auch knackekalt gewesen war. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/1600/641763/DSC_0516.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/x/blogger/210/2048/320/625353/DSC_0516.jpg" border="0" alt="" /&gt;Am Aussichtspunkt - der Blick geht bis hinaus aufs Meer&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und an noch etwas musste ich mich ganz schnell auf der Insel gewoehnen: die zahlreichen Hunde, die frei herumlaufen und des Nachts munter bellen, wenn man an "ihrem" Haus vorbeispaziert. Ich gebe zu, ich war noch nicht ganz geheilt von meinem Hundebiss in Neuseeland, und das lag nicht nur daran, dass die Spuren auf meinem Oberschenkel noch zu sehen waren. Ich hatte wohl auch noch ein paar "Spuren" in meinem Kopf abzubauen. Inzwischen habe ich aber wieder so manchen Hund gestreichelt, der mir sympathisch war und ich offenbar ihm, so dass ich mich wieder einigermassen "geheilt" fuehle...&lt;br /&gt;An zwei Abenden auf der Insel habe ich mich auch mit der hiesigen Musik vertraut gemacht. Gleich am zweiten Abend war es die Kari-Kari-Gruppe, die im Hotel Hanga Roa die Touristen mit ihren Taenzen und Rhythmen beglueckte. Es war eine einstuendige Show, in der ich ueber die unglaubliche Energie staunte, die die Taenzer ausstroemten. Denen ging einfach nicht die Puste aus, obwohl sie eine geschlagene Stunde wie die Wilden durch den Raum fegten. Zum zweiten Mal sollte mir diese Power dann in einer Abendshow der Musikgruppe Matatoa begegnen, die schon in allen moeglichen Laendern der Welt aufgetreten ist - auch in Deutschland -, moderne mit historischer Musik zu verbinden sucht und auch eine Tanzgruppe zur Illustration ihrer Lieder ueber Koerperbemalung, Kampf und Liebe engagiert hat, die wie die Kari-Kari-Gruppe in traditionellen Kleidern auftrat. Das Konzert von Matatoa hatte aber schon deshalb eine ganz andere Stimmung als der Auftritt der Kari-Kari-Gruppe, weil an diesem Abend hauptsaechlich Einheimische Zuschauer waren, die zu der Musik einen ganz anderen Bezug hatten als die Touristen im Hotel Hanga Roa, da sie die Musiker und Taenzer persoenlich kannten und zum Teil die Lieder so gut drauf hatten, dass sie einfach mitsangen.&lt;br /&gt;An meinem letzten Tag auf Rapa Nui hatte ich nochmal Zeit fuer einen Bummel durch den Ort. Karolina hatte inzwischen ein Haus gefunden, dass sie fuer ihre verbleibende Zeit auf der Insel mieten konnte, und so zogen wir gleichzeitig aus unserem Zimmer bei Ana Rapu aus, das wir auch gleichzeitig bezogen hatten. Ich haette auch gut noch laenger auf der Insel bleiben koennen, um mir diese unglaublichen Moai wieder und wieder anzuschauen, die je nach Tageszeit und Sonnenstand auch ganz unterschiedlich wirken. Als die Maschine gen Santiago abhob, konnte ich nochmal auf die karge Landschaft werfen, die sich vom leuchtend blauen Meer in ihren Gruen-Braun-Toenen abhob und eines Tages in diesem klaren Blau wieder verschwinden wird, wenn die Wissenschaft Recht behaelt...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-116390539651411096?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/116390539651411096/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=116390539651411096' title='2 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/116390539651411096'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/116390539651411096'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/11/rapa-nui-auf-der-insel-der-moai.html' title='Rapa Nui - auf der Insel der Moai'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-116324050564716981</id><published>2006-11-11T02:20:00.000-08:00</published><updated>2006-11-11T02:21:45.816-08:00</updated><title type='text'>Auckland - so viel Natur fuer mich alleine</title><content type='html'>Wandern und Fahren - das waren wohl in den vergangenen Wochen meine beiden Hauptbeschaeftigungen in Neuseeland. Angefangen hat es mit dem Wandern dort, wo mein letzter Bericht aufgehoert hat - im Abel-Tasman-Nationalpark. Von Christchurch aus war ich mit einem Mietwagen dorthin gefahren, hatte mich mit Proviant, Kocher und Kochgeschirr ausgestattet und mir uebers Internet die Uebernachtungen in den Huetten des Parks gebucht. Am Mittag des ersten Tages startete ich dann auf den sogenannten Abel-Tasman-Track (Wanderweg), um so fuer fuenf Tage die Kueste entlangzuwandern. Ich hatte mir meinen grossen Rucksack aufgeschnallt und die Kamera umgehaengt. Eingepackt hatte ich neben dem Essen fuer die gesamte Zeit, den Gaskocher und das zugehoerige Geschirr noch meinen Schlafsack und ein paar Klamotten. Nach etwa einer Stunde Wandern im Sonnenschein, als ich im Kopf nochmal checkte, ob ich denn nun auch nichts Wichtiges vergessen hatte, fiel mir schlagartig ein, dass ich das Feuerzeug nicht eingepackt hatte. Oh ich "Heldin des Trampens" (wie das Wandern von Huette zu Huette hierzulande genannt wird)! Ich dachte zurueck an die Indianer-Comichefte aus meinen Kindertagen, in denen beschrieben wurde, wie man Feuer ohne Feuerzeug oder Streichhoelzer macht, hatte aber so meine Zweifel, ob mir das gelingen wuerde. Hin und wieder kam mir ein Wanderer entgegen, meist Tageswanderer, die nur ein Stueck in den Park gewandert waren oder sich mit dem Boot hatten fahren lassen, um nun wieder zurueckzulaufen. Wacker fragte ich jeden, ob er oder sie nicht Streichhoelzer oder Feuerzeug dabei hatte, aber sie waren alle Nichtraucher. Ich habe wohl noch nie so sehr einen Raucher herbeigesehnt... Schliesslich fand sich eine junge Frau, die ein winziges Paeckchen Streichhoelzer dabei hatte. War ich froh! Spaeter entdeckte ich, dass "die Kantine" darauf stand. Die Streichhoelzer waren aus Berlin. Ich hatte die Wanderin allerdings nicht als Deutsche identifizieren koennen. Wer weiss, wie die Streichhoelzer zu ihr gelangt sind... Spaeter konnte ich dann in einer Huette auch noch mal von einer anderen Frau Streichhoelzer aufstocken, so dass ich all die wunderbaren Suppen und Fertiggerichte, die ich eingepackt hatte, auch tatsaechlich kochen und essen konnte. Die naechste Panne auf der Tour sollte mir in der zweiten Huette begegnen. Bis dahin hatte ich es genossen, bei herrlichem Wetter alleine vor mich hin zu wandern, rechts von mir das Meer, links von mir die Berge des Parks, und ich dazwischen selbst bergauf bergab wandernd. Nun aber sagte uns der Ranger (Parkwaechter), wir sollten unsere Wanderplaene doch bitte aendern, da es in der naechsten Huette Wanzen gaebe. Wir koennten zum Beispiel gleich zu uebernaechsten Huette weiterwandern, oder uns mit einem Boot ein Stueck die Kueste entlangfahren lassen. Ich wollte aber nicht. Hatte ich mich doch so auf diese Wanderung gefreut, sie bisher auch sehr genossen und wollte sie so fortsetzen, wie ich sie mir vorgenommen hatte. Ich kann ja manchmal auch ganz schoen stur sein... Als ich ein Foto von der naechsten Huette sah, war mir die Loesung des Problems auch schon klar, denn vor der Huette gab es eine Veranda und daneben eine Wiese. Da ich einen guten Schlafsack dabei hatte, konnte ich doch auch draussen schlafen! Als ich den Ranger danach fragte, meinte er zu mir, wenn ich unbedingt in der Huette uebernachten wollte, wuerde man schon etwas fuer mich moeglich machen. Die Huette sollte erst fuer die darauffolgende Nacht komplett geschlossen werden, um dann die Kammerjaeger zu aktivieren. Ich beschloss also, mich von meiner Route nicht abbringen zu lassen. Als ich dann am naechsten Tag an der besagten Huette ankam, sah ich die dortige Rangerin darin saubermachen. Ich rief ihr zu: "Hi there, are you fighhting the bed bugs?" (Hallo, bekaempfst du gerade die Wanzen?) Sie lachte und meinte, ein Raum waere noch in Ordnung, darin koennte ich gerne schlafen. In der vergangenen Nacht haetten da 18 Leute problemlos uebernachtet. Ich meinte, ich haette mir eigentlich ueberlegt, dass ich gerne draussen schlafen wuerde. Auch das waere kein Problem, ich koennte mir gerne ein Matte auf die Veranda ziehen. Das war es ja genau, was ich wollte und was ich in der Nacht auch tat, in der ich die Huette ganz fuer mich alleine hatte. Es war ein Traum. Ich lag eingekuschelt im Schlafsack, ein leichter Wind brauste um mich und wenn ich die Augen in der Nacht oeffnete, sah ich ueber mir die Sterne. Am naechsten Morgen setzte ich gutgelaunt meinen Weg fort, in dem ich munter samt Gepaeck durchs Wasser stiefelte, das in der Bucht noch trotz Niedrigwasser so hoch stand, dass ich bis zu den Knien im Wasser versank. Dieser Tag sollte mein laengster Wandertag werden, auch weil ich noch einen Umweg zum sogenannten Seperation-Point, einer Landzunge, machte, auf der ich nach Seehunden Ausschau hielt. Und tatsaechlich sah ich einige auf den Felsen ruhen oder im Wasser schwimmen. An das groesste maennliche Exemplar kam ich bis auf 5 Meter heran und konnte seinen Geruch aufnehmen. Der Herr stank nach Fisch...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_02610001.0.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_02610001.0.jpg" alt="" border="0" /&gt;Durch den Abel Tasman Nationalpark - immer das Meer im Blick&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die naechste Wanderung machte ich dann im Hooker-Tal zum Mount Cook, einem der beeindruckendsten Berge Neuseelands, der immer noch mit Schnee bedeckt war. Die Wanderung durch das Tal dauerte gerade mal vier Stunden, und ich war wieder fast alleine unterwegs, da ich schon um halb sieben am Morgen gestartet war. Ich traf nur auf Louis aus Queensland, Australien, der sich mir irgendwann vorstellte, als wir beide am Ende des Tales vor dem Berg standen und diesen geradezu erhabenen Anblick genossen. Louis und ich waren bis dahin fast parallel gelaufen, mal er ein paar Meter vor mir, mal ich ein paar Meter vor ihm, je nachdem, wer gerade stehengeblieben war, um sich umzuschauen oder ein Foto zu schiessen. So wanderten wir dann auch wieder getrennt und doch irgendwie zusammen aus dem Tal heraus. Den Nachmittag verbrachte ich dann im Tasman-Tal und marschierte zum Tasman-Gletschher, der sich ueber die Jahrhunderte immer weiter zurueckgezogen hat, aber immer noch der groesste Gletscher Neuseelands ist.&lt;br /&gt;Einen anderen Gletscher sollte ich dann einige Tage spaeter auch besteigen. Das war der Franz Josef Gletscher an der Westkueste Neuseelands. Eine solche Tour kann man allerdings nur mit einem Fuehrer absolvieren, denn das Wandern auf Eis ist doch nicht so ohne. Mit Steigeisen und Eispickel ausgestattet folgte ich mit den anderen aus meiner Wandergruppe, die sich am Morgen zusammengefunden hatten, unserem Bergfuehrer Cliff, ins Eis. Der erste Aufstieg war steil, aber mit Seilen gut gesichert. Cliff ermahnte uns immer wieder, moeglichst breitbeinig zu gehen, damit sich die Steigeisen beim Wandern nicht ineinander verhakten. Das haette unweigerlich zum Sturz gefuehrt, und es gab genug Gletscherspalten, in die wir haetten hineinrutschen koennen. Zum Rutschen kamen wir dann aber trotzdem, denn Cliff schickte uns durch einen engen Tunnel im Eis hinab, durch den wir gerade so hindurchpassten. Wir hatten nur ein Seil an dem wir uns im ersten Stueck noch festhalten konnten, dann ging es auf dem Hosenboden weiter. Natuerlich waren wir danach alle nass, was mir wohl leider eine Erkaeltung einbrachte, die mich in den naechsten Tagen mit schniefender Nase etwas quaelen sollte. Was allerdings unglaublich war, das war die Wetterlage am Gletscher: Ich war in stroemendem Regen am spaeten Nachmittag im Franz-Josef-Dorf angekommen, hatte trotdem meine Tour fuer den naechsten Tag gebucht und dann einen ganz sonnigen Tag auf dem Eis. Am darauffolgenden Tag fuhr ich am Morgen in stroemendem Regen wieder ab. So viel Glueck ist fast schon unverschaemt, aber ich beklage mich nicht...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_03100001.3.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_03100001.3.jpg" alt="" border="0" /&gt;Am Franz-Josef-Gletscher - mitten durch die Eisspalte&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich hatte ich auch noch eine weitere mehrtaegige Wanderung vorgehabt. Und zwar wollte ich den sogenannten Routeburn-Track gehen, der von Queenstown aus ueber den Harris-Sattel nach The Divide fuehrt. Doch da hatte ich meine Rechnung ohne den Schnee gemacht. In Queenstown erfuhr ich, dass der Harris-Sattel wegen Lawinengefahr gesperrt ist. Von dem Track liess ich mich aber dennoch nicht abbringen. Ich wanderte einfach einen Tag von der einen Seite zum Harris-See unterhalb des Sattels, bis ich im Schnee bis zu den Oberschenkeln versank und beschloss, dass das jetzt keinen Spass mehr machte, und daher wieder den Rueckweg antrat. Und dann wanderte ich an einem anderen Tag von The Divide bis zur Mackenzie-Huette, wo ein dickes fettes gelbes Schild verkuendete, dass der Track ab hier gesperrt waere. So habe ich wenigstens einen Grossteil des Tracks gesehen und die Bergwelt um mich herum dabei sehr genossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_03530001.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_03530001.jpg" alt="" border="0" /&gt;Auf dem Routeburn-Track - so weit die Fuesse tragen&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch ich bin in Neuseeland nicht nur gewandert, sondern auch Boot gefahren. Und das gleich mehrfach. Eine Tour habe ich ueber Nacht in den Milford Sound gemacht, eine wunderschoene Fjordbucht an der suedlichen Westkueste des Landes. Und eine Tagestour hat mich in den Doubtful Sound gefuehrt, eine groessere Bucht noch etwas weiter suedlich. Milford Sound hat mit seinen steilen Felsen im Sonnenschein am Abend und dann wieder am Morgen beeindruckt. Doubtful Sound habe ich in grauem Wetter wie eine verwunschene Landschaft gruenlicher Berge erlebt. Riesige Wasserfaelle stuerzten in beiden Schluchten vor uns in die Tiefe, und in beiden sah ich die kleinsten Penguine der Welt, die nur bis zu 70 Zentimeter gross werden und aus der Ferne fast wie grosse Voegel aussehen.&lt;br /&gt;Zu all diesen wunderbaren Orten auf der Suedinsel Neuseelands hat mich mein Mietwagen gebracht, den ich mir fuer drei Wochen zu einem guenstigen Tarif geliehen hatte. Es gab auch wieder - wie in Tasmanien - viele schoene Kurven zu fahren, die ich allerdings dieses Mal alle problemlos geschafft habe. Das Auto war ein echter Gewinn, denn so konnte ich meine Freiheit so richtig geniessen, musste mich nach keinem Busplan richten und hatte die Moeglichkeit anzuhalten, wo es mir gerade gefiel. Ausserdem konnte ich so leicht mein Proviant herumkarren, ohne es schleppen zu muessen, denn ich hatte mich seit meinem Aufenthalt im Frauenreisehaus total aufs Kochen eingeschossen. Nach ueber einem halben Jahr fremde Kueche war es ein echter Spass wieder regelmaessig, das zu kochen, worauf ich gerade Lust hatte. Und die Kuechen in den Hostels waren durchweg gut ausgestattet, so dass ich auch alles machen konnte, was ich wollte. Ein Mal hatte ich sogar Gelegenheit, mit dem Auto eine Tramperin mitzunehmen. Es war eine junge Chinesin aus Hongkong, mit der ich mich eine Stunde lang angeregt ueber Neuseeland, Hongkong und China unterhielt. Dann musste sie leider schon wieder aussteigen, weil sie in eine andere Richtung wollte, als ich fuhr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_00170001.3.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_00170001.3.jpg" alt="" border="0" /&gt;Fuer die Touristen - es kann nie schaden daran erinnert zu werden&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ich mich nun ans Autofahren so gewoehnt hatte, wollte ich gar nicht mehr ohne sein. Durch Zufall war ich auf einer Rehfarm in Te Anau, auf der ich uebernachtete, auf eine Englaenderin gestossen, die mir die Nummer einer Agentur gab, die sogenannte "Campervan-Relocations" vermittelt. Das funktioniert so, dass man einen Campervan oder auch ein Auto fuer eine bestimmte Zeit bekommt, in der man das Fahrzeug dann von einem Ort zum anderen fahren muss. Das kostet dann eine Vermittlungsgebuehr von zehn Dollar und eine Leihgebuehr von einem Dollar pro Tag. Als ich bei der Agentur anrief, hatte ich tatsaechlich Glueck: Es gab einen Campervan, der von Christchurch nach Auckland ab dem 1. November zu fahren war. Ich hatte fuenf Tage Zeit fuer die Tour, die Kosten fuer die Faehre von der Suedinsel auf die Nordinsel sollten von der Leihfirma uebernommen werden. Ich liess mich auf den Vertrag ein und kam so an meinen Campervan, der etwa die Groesse eines Mercedes Sprinter hatte, also des Autos, das ich in der Regel in all den Jahren fuer meine Umzuege gemietet und gefahren habe. Nur dieses Mal kutschierte ich eben nicht meine Buecherkisten durch die Gegend, die alle so gut kennen, die mir schon mal bei meinen zahlreichen Umzuegen geholfen haben, sondern eine Spuele, einen Kuehlschrank, drei Gasplatten, einen Gasherd, eine Dusche, einen Klo, eine Mikrowelle und zwei Sitzbaenke mit Tisch, die sich in ein breites Bett umfunktionieren liessen. Das war schon alles ziemlich schick und ungewohnt, aber die Kiste fuhr sich wunderbar, bis zu jener Panne am letzten Tag meiner Fahrt, doch dazu spaeter mehr...&lt;br /&gt;Erstmal musste ich am 1. November mein Auto, mit dem ich ich drei Wochen durch den Sueden Neuseelands gekurvt war, am Morgen in der Innenstadt von Christchurch abliefern, dann mit dem Airport-Shuttle zum Flughafen rausfahren, um meinen Campervan abzuholen. Mit dem fuhr ich dann in die Stadt, lud mein gesamtes Gepaeck ein und machte mich gen Norden auf. Am liebsten haette ich am gleichen Tag noch die Faehre um 18 Uhr nach Wellington erwischt (zwischen Nord- und Suedinsel Neuseelands ist das die einzige Verbindung), aber die war schon ausgebucht, so dass ich die um 22.05 Uhr nehmen musste, die dann in Wellington um ein Uhr morgens ankommen sollte. Die Fahrt bis nach Picton zur Faehre verlief reibungslos. Ich kannte die Strecke ja auch schon, da ich sie groesstenteils zum Abel Tasman Nationalpark gefahren war. In Picton parkte ich den Wagen in der Bucht und kochte mein erstes Campervan-Essen, um es dann auf meiner Sitzbank mit Blick aufs Wasser zu verspeisen. Auf die Faehre kam ich dann nach langer Warterei tatsaechlich gegen 10 Uhr am Abend, da war ich dann nur leider reif fuer die Koje. Auf der Faehre konnte ich allerdings nicht so gut schlafen, besagte Erkaeltung vom Franz-Josef-Gletscher machte mir ziemlich zu schaffen und die Sitze waren auch nicht so bequem. Als ich dann gegen ein Uhr am Morgen die Faehre wieder verliess, war ich ziemlich geraedert. Natuerlich machte es keinen Sinn um diese Zeit einen Campingplatz anzusteuern. Ich fand dann in Hutt Valley auf der anderen Seite der Bucht, an der Wellington liegt, einen Parkplatz, auf dem schon ein anderer Campervan zu naechtigen schien und machte es mir fuer die erste Nacht in meinem neuen Gefaehrt bequem. Da war es dann schon zwei Uhr am Morgen. Zum Glueck konnte ich bis 8 Uhr auschlafen. Dann gab es erstmal gemuetliches Fruehstueck am Wasser, bevor ich fuer die naechste Nacht einen Campingplatz aufsuchte, was auch notwendig war, da mein Kuehlschrank inzwischen den Geist aufgegeben hatte und dringend Strom brauchte.&lt;br /&gt;Nach Wellington fuhr ich von Hutt Valley mit dem Bus hinein und liess meinen Campervan auf dem Campingplatz zurueck. In Wellington verbrachte ich den groessten Teil des Tages im Te Papa Museum, um vor allem mehr ueber die Maori, die ersten Bewohner Neuseelands, zu lernen. Dabei goennte ich mir auch eine gefuehrte Tour durch das Museum, um so einen Eindruck davon zu bekommen, was es so zu bieten hatte, denn neben der Maori-Kultur waren auch die Landschaft und Tiere sowie die Europaer in Neuseeland Thema. Mit Lisa hatte ich eine sehr lebendige Fuehrerin erwischt, die sich als Mischling aus Maori und Europaern entpuppte und so viel aus ihrer eigenen Geschichte in die Fuehrung einbrachte, das ich sie am Ende auch noch um ein Interview bat, das sie mir bereitwillig gab. Schliesslich lud sie mich sogar ein, mit ihr am Wochenende in ihr Heimatdorf zu fahren, damit ich noch mehr ueber ihre Herkunft lernte. Natuerlich fand ich es schade, dass ich dafuer keine Zeit hatte. Mit der Maori-Kultur hatte ich es dann wieder zu tun, als ich ueber Lake Taupo nach Rotorua fuhr, wo ich eine Maori-Auffuehrung mit anschliessendem Abendessen besuchte. Das war zwar auf der einen Seite eine echte Touristenabfertigung (drei Busladungen auf einen Schub), auf der anderen Seite aber von den dortigen Maori mit so viel Stolz und Humor transportiert, dass es schon wieder gut war. Auch in Auckland sollte ich bei einer Maori-Kultur-Praesentation diesen Eindruck bekommen, der so ganz anders ist, als das was ich von den Aboriginees in Australien mitbekommen habe. Wenn man auch diese Kulturen sicherlich nicht unmittelbar miteinander vergleichen sollte, so hatte doch Lisa einige plausible Erklaerungen fuer die Unterschiede: Die Aborignees haetten viel laenger als die Maori ungestoert ihre Kultur gelebt. Die Maori haetten sich auf ihren Fahrten von China ueber die Inseln des pazifischen Ozeans bis nach Neuseeland viel oefter fremden Bedingungen anpassen muessen und waeren nur etwa 1000 Jahre vor den Europaern in Neuseeland gewesem. Ausserdem waeren sie ein durchaus kriegerisches Volk, das viel mehr zu kaempfen gelernt haette. Wie auch immer man das alles bewertet, mich haben die Maori, die ich hier erlebt habe, mit ihrem Selbstbewusstsein doch sehr beeindruckt.&lt;br /&gt;Bis zu dem Maori-Kultur-Abend in Rotorua war meine Campervan-Fahrt reibungslos verlaufen. Am naechsten Morgen hatte ich eigentlich vor, mich im Poloneysian Spa des Ortes in die warmen Mineralbaeder zu legen, mir dann den 20 Meter hohen Geisir von Rotorua in Aktion anzuschauen, um dann nach Auckland zu fahren, wo ich am Nachmittag um 15 Uhr den Wagen abzuliefern hatte. Doch es sollte anders kommen. Es begann damit, dass ich auf dem Campingplatz zwei Hunde als Nachbarn hatte. Als ich am Morgen aus dem Campervan krabbelte, war ich noch klug genug, auf der Beifahrerseite auszusteigen, weit weg von den beiden Klaeffern. Auf meinem Rueckweg von der Toilette standen die beiden Hunde, die am Holzzaun zwischen den beiden Campsites angeleint waren, direkt vor dem Zelt ihres Besitzers, so dass ich dachte, dass ich nun auf meiner Fahrerseite neben dem Zaun einsteigen koennte, ohne von den Hunden belaestigt zu werden. Doch ich hatte mich getaeuscht. Ich hatte die Tuer noch nicht erreicht, als beide Hunde auf mich zugerannt kamen, der Kleinere klaeffte, sprang an mir hoch und biss mir in den Oberschenkel. Lustigerweise fluchte ich - trotz allen Englischsprechens der vergangenen Monate - auf deutsch: "Du verdammter Koeter!" Dem Besitzer, der noch im Zelt gewesen war, und nun herauskam, sagte ich, dass sein Hund mich gebissen haette. Er fragte mich: "Are you gonna be okay?" Ob bei mir alles okay war? Das war allerdings eine seltsame Frage. Ich verzog mich in den Campervan, um mir dort meine Wunde anzuschauen und sie zu desinfizieren. Da ich nur eine duenne Hose angehabt hatte, war es dem Hund tatsaechlich gelungen, mit seinen Beisserchen durch den Stoff in die Haut zu gelangen. Ich hatte also tatsaechlich kleine offene Wunden, und es hatte sich ein rot-blauer Fleck gebildet, der leicht angeschwollen war. Irgendwie stand ich wohl auch leicht unter Schock. Ich war noch nie von einem Hund gebissen worden, wohl auch weil ich mit fremden Hunden immer sehr vorsichtig gewesen bin. Der Besitzer und seine juengere Begleiterin kuemmerten sich nicht weiter, ich liess mir von ihr dann zwar noch ein Desinfektionsmittel geben, da ich festgestellt hatte, dass ich meines schon aufgebraucht hatte, und sagte zu ihr, dass ich hoffte, dass ihr Hund keine Krankheiten haette. Sie versuchte mich damit zu beruhigen, dass der Hund geimpft waere. Dann verzogen sich die beiden vom Campingplatz, sie im Auto, er auf dem Fahrrad, denn in Rotorua war an diesem Morgen ein Radrennen, an dem er offensichtlich teilnehmen wollte. Auch ich verliess den Campingplatz schnellstmoeglich, vergass dabei sogar den Stecker meines Campervans aus dem Strom zu ziehen. Zum Glueck machte mich ein anderer Camper darauf aufmerksam. Trotz allem war ich entschlossen, das Poloneysian Spa anzusteuern. Immerhin war ich dann doch schlau genug, dort von meiner Verletzung zu erzaehlen. Die Managerin des Ladens riet mir davon ab, damit ins warme Wasser zu gehen - wegen Infektionsgefahr. Stattdessen meinte sie, ich sollte das Krankenhaus und die Polizei aufzusuchen. Die Idee mit dem Krankenhaus schoss ich erst in den Wind, aber als der Polizist auf der Station mir dann auch eindringlich riet, zum Krankenhauses zu fahren - man wuesste ja nie, was so ein Hund im Speichel trage -, machte ich mich doch auf den Weg dahin. Allerdings war es dort in der Notfallaufnahme dann doch alles nicht mehr so dringend. Ich durfte erstmal eine halbe Stunde warten, bis ich eine Krankenschwester zu sehen bekam, nachdem ich an der Rezeption meine Geschichte erzaehlt hatte. Auf den Arzt wartete ich dann eine weitere halbe Stunde, der mir - wie zu erwarten - eine Tetanus-Spritze empfahl (Inzwischen hatte ich meinen Impfpass gecheckt und festgestellt, dass dort erstaunlicherweise keine Tetanus-Impfung vermerkt war, was hiess, dass die letzte mehr als zehn Jahre zuruecklag). Bis ich die entsprechende Spritze dann aber bekam, vergingen nochmal zehn Minuten. Immerhin erhielt ich sie kostenlos, weil es ein Unfall war und das ueber eine entsprechende Versicherung in Neuseeland, in die jeder Einheimische einzahlen muss, abgedeckt ist, wie mir die Managerin im Spa erklaerte, das ich dann aufsuchte, um dort wenigstens zu duschen, was ich auch, ohne dafuer zahlen zu muessen, ausnahmsweise durfte. Die Managerin legte mir auch nochmal nahe, fuer meine eigene Sicherheit, die Polizei aufzusuchen und Meldung zu machen, was ich dann auch tat. Dort durfte ich dann auf den Tierspezialisten warten, dem ich meine Geschichte nochmal erzaehlte. Ich konnte ihm ja dann auch sagen, wo Hund und Besitzer zu finden waren und das Kennzeichen des Autos hatte ich mir auch gemerkt. So verging der Morgen, und am Ende blieb mir nur noch in den Campervan zu steigen und gen Auckland zu starten. Bye-bye Rotorua...&lt;br /&gt;Hatte ich allerdings gedacht, damit waeren die Pannen des Tages erledigt gewesen, so sollte ich mich getaeuscht haben. Rund 85 Kilometer vor Auckland klang die Fahrbahn unter meinem Campervan aufeinmal so anders. Es brauchte einem Moment, bis ich geschnallt hatte, was los war, und einen weiteren, bis ich von der zweispurigen Strasse aus den Autos um mich herum auf den Standstreifen gefahren war. Mir war der rechte Vorderreifen bei 100 Stundenkilometer geplatzt. Doch ich hatte Glueck im Unglueck: Mit mir hielt ein anderes Fahrzeug. Heraus sprang ein junger Mann mit halblangen Haaren und eilte mir zu Hilfe. Seine Freundin, die am Steuer sass, hatte gesehen, dass ich einen Platten hatte, und daher ihren Wagen gestoppt. Waehrend sie mit ihren beiden kleinen Hunden im Auto blieb, half er mir beim Reifenwechsel und wollte am Ende nichts dafuer, bedankte sich noch, als ich mich bedankte und verschwand so schnell, wie er aufgetaucht war. Die Panne sollte mich allerdings teuer zu stehen kommen, denn ich hatte wohl zu lange gebraucht, um den Wagen zum Halten zu bringen. Der Reifen war am A... und musste komplett ersetzt werden, was sich die Leihfirma von mir mit 225 Dollar bezahlen liess... Immerhin war ich am Ende heil in Auckland am Flughafen gelandet, war von dort mit dem Taxi zu meiner Unterkunft gefahren und dort gleich zwischen zahlreichen Deutschen heimisch geworden. Noch etwas heimischer wurde mir, als mir dann auch noch ein allzu bekanntes Gesicht entgegenstrahlte, wenn auch nur auf einem Plakat: mein alter Freund Martin war da zu sehen, wie er mit zwei Frauen Arm in Arm einen Fluss ueberquerte (wie auch sonst...) Martin war vor ein paar Jahren in Neuseeland gewesen und hatte mir auch begeistert von einer Tour erzaehlt, bei der er fuer Werbebroschueren fotografiert worden war. Das Schoene an der Geschichte ist, dass ich voraussichtlich in einem Monat dieses Martin-Strahlen live und in Farbe wiedersehen werde, denn wir beide sind in Iquitos, Peru, miteinander verabredet, von wo aus wir einige Wochen gemeinsam in Brasilien reisen wollen. Es wird dann das erste Mal nach all den Jahren sein, die wir uns nun schon kennen, dass wir beiden Globetrotter zusammen unterwegs sein werden. Ob das gutgehen kann...?&lt;br /&gt;Allerdings bin ich schon seit Australien nicht mehr ganz alleine unterwegs, denn ich habe mich dort quasi in ein Kaengeruh verwandelt und trage in meinem Bauch ein kleines Wesen, das waechst und waechst und waechst, waehrend ich immer runder werde... Bemerkbar hat es sich auch in Neuseeland dadurch gemacht, dass ich beim Wandern leichter aus der Puste gekommen bin als sonst, weil ich nun mal fuer zwei atme. Da ich jetzt auch allmaehlich nicht mehr schwer tragen sollte, habe ich hier in Auckland beschlossen, dass die Zeit meines Rucksacks fuer diese Tour abgelaufen ist, und mir mal wieder einen Trolley zugelegt, um mein Gepaeck ab sofort wieder durch die Gegend zu rollen. Ich kenne das ja schon aus Asien nach meinem kleinen Zugunfall...&lt;br /&gt;Von Auckland aus habe ich noch einen Abstecher gen Norden nach Paihia in die Bay of Islands gemascht, wo sich meine kleine Pannenserie noch etwas fortsetzte. Statt mit dem Auto war ich jetzt mit dem Bus unterwegs und sass ganz gemuetlich hinter dem Fahrer, als in das Fenster neben mir ein Stein einschlug und ein Loch fabrizierte, das im Laufe der Fahrt immer groesser wurde, bis die Scheibe ganz zerbroeselt war, aber da sass ich dann schon nicht mehr auf dem selben Platz. Und als ich am naechsten Tag von Paihia einen Ausflug nach Russell mit der Faehre machte, kam so ein starker Sturm auf, dass sowohl der Faehrbetrieb eingestellt werden musste, als auch der Strom in Russell ausfiel, so dass saemtliche Restaurants im Ort dicht machten. Alle gestrandeten Touristen wurden dann am spaeten Nachmittag mit einem groesseren Tourboot wieder nach Paihia zurueckgeschippert. Aber ansonsten war es richtig schoen in der Bay of Islands, vor allem am zweiten Tag, als das Wetter sich wieder beruhigt hatte und ich nochmal eine Segeltour gebucht hatte, die durch die Bay of Islands ging und wie der Name schon andeutet, vorbei an vielen kleinen Inseln fuehrte. Mike, unser Skipper, war ein echter Seebaer mit jeder Menge Seegarn von 15 Jahren Segeln in der Karibik, so dass wir auf seinem Boot super unterhalten wurden. Mit an Bord waren ein Inder, ein Hollaender, ein deutsches Paerchen, eines aus Neuseeland und eine Daenin. Mich dirigierte Mike gleich ans Steuer - keine Ahnung wieso... So durchkreuzten wir die wunderschoene Bucht bei gutem Wind, landeten an einer kleinen Insel zu einem Spaziergang und konnten dann anschliessend noch eine Runde mit dem Kajak herumpaddeln, was ich mir auch nicht entgehen liess. Fuer unser kulinarisches Wohl war auch gesorgt. So begruesste er uns erstmal mit heissem Kakao und Keksen an Bord und servierte uns dann unterwegs einen Snack nach dem anderen und zum Mittagessen noch ein dickes leckeres Sandwich. Ich ging gutgelaunt von Bord und machte noch einen Abendspaziergang nach Waitangi, wo im Jahre 1840 zwischen Europaern und Maori ein Friedensvertrag unterzeichnet wurde, der bis heute gehalten hat.&lt;br /&gt;Schliesslich bin ich mit dem Bus wieder nach Auckland zurueckgefahren, habe den gleichen Busfahrer wie auf der Hinfahrt gehabt, bin aber nicht wieder von einer zerberstenden Scheibe ueberrascht worden. Zum Abschluss habe ich noch den Aufzug auf den sogenannten Skytower genommen, der stolze 328 Meter hoch ist, und habe mir Auckland nochmal von oben angeschaut. Durch die Fenster im Boden konnte man direkt in die Tiefe schauen, was ich richtig klasse fand. Klasse fand ich auch, dass mein kleiner Sony nach einer Woche im Sony-Shop von Auckland wieder "gesund" geworden ist. Waehrend ich in der Stadt und in der Bay of Island unterwegs war, haben die Medizinmaenner von Sony sich einen neuen Bildschirm aus Singapur liefern lassen, um ihn einzusetzen. Jetzt sieht der Kleine fast wieder wie neu aus und kann so mit mir die Reise nach Suedamerika antreten...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-116324050564716981?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/116324050564716981/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=116324050564716981' title='3 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/116324050564716981'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/116324050564716981'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/11/auckland-so-viel-natur-fuer-mich_11.html' title='Auckland - so viel Natur fuer mich alleine'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-116051396645439167</id><published>2006-10-10T13:50:00.000-07:00</published><updated>2006-11-06T22:58:29.843-08:00</updated><title type='text'>Christchurch - in grossen Spruengen durch Australien bis nach Neuseeland</title><content type='html'>Hohe Berge mit schneebedeckten Gipfeln, gruene Wiesen und unzaehlige Schafe auf den Weiden - das war mein erster Eindruck von Neuseeland aus der Luft. Kaum am Flughafen angekommen rief ich im "Frauenreisehaus" an und bekam tatsaechlich noch ein Zimmer. Die Hochsaison hat hier in Neuseeland offenbar noch nicht begonnen. Der Fahrer des Airport Shuttle-Busses wusste dann zwar mit dem Wort "Frauenreisehaus" nicht so viel anzufangen, aber "Women's Hostel" war ihm dann ein Begriff. Das Haus selbst haute mich dann erstmal von den Socken: ein wunderschoener Garten mit frischen Kraeutern fuers Kochen, eine saubere mit allen moeglichen Geraetschaften ausgestattete Kueche, ein Esszimmer mit CDs zum Hoeren, die man auch kostenlos brennen lassen kann, und ein Fernsehraum mit zahlreichen DVDs, frisches Wasser aus der eigenen Quelle, Fahrradverleih fuer umsonst. Mein kleines Zimmer hatte nicht nur Bett und Schrank sondern auch eine Couch zum Luemmeln mit kleinem Tisch davor. Aber sorry Jungs, ihr muesst draussen bleiben... Die Chefin ist im uebrigen Neuseelaenderin, hat den deutschen Namen gewaehlt, weil sie glaubt, dass das gut fuers Marketing ihrer Unterkunft ist, weil eben auch viele Deutsche nach Christchurch kommen. Der Einstieg nach Neuseeland gestaltete sich also geradezu traumhaft, zumal Christchurch zwar noch frische aber sonnige Fruehlingstage brachte. Im botanischen Garten der Stadt waren viele Blumen schon in voller Bluete, weshalb sich wohl auch meine Nase schon wieder niesend meldete... &lt;br /&gt;So aehnlich war ja auch das Wetter in Sydney gewesen, als ich dort vor rund einem Monat ankam. Allerdings war es mir da etwas waermer vorgekommen als hier. So richtig mollig wurde es dann erstmal wieder in Darwin, wohin mein erster grosser Sprung in Australien ging. Bei der Schwuele machte auch das Joggen, das ich an den Straenden der Ostkueste so genossen hatte, keinen Spass mehr. Ausserdem war es mal wieder Zeit fuer eine Tour, denn von Darwin aus kann man eine Rundtour machen, die in den Litchfield-Natikonalpark, den Kakadu-Nationalpark und zur Katherine-Schlucht fuehrt. Zu acht waren wir da im Kleinbus mit Vierradantrieb unterwegs: sieben Deutsche und eine Neuseelaenderin, die keinen leichten Stand hatte, weil wir doch immer wieder in unsere Heimatsprache verfielen, so sehr wir uns auch bemuehten das zu vermeiden. Auf dieser Tour passierte mir auch die bisher groesste Panne mit meiner Kamera. Gleich am ersten Tag liess ich sie in einem Lokal ueber dem Stuhl nach dem Fruehstueck haengen. Ich merke es erst beim naechsten Stopp und musste geschlagene drei Stunden warten, bis wir wieder an den Ort meiner Vergesslichkeit zurueckfuhren. Und dort bekam ich meine Kamera doch tatsaechlich wieder zurueck, war ich erleichtert! Im Litchfield-Nationalpark standen eindeutig die Wasserfaelle und das Baden im Vordergrund. Und es war ein echter Spass sich immer wieder im kalten Nass abzukuehlen. Im Kakadu-Nationalpark war unsere Bootstour sicherlich ein echter Hoehepunkt, als wir an all den Krokodilen vorbeituckerten, die faul am Ufer lagen. In der Katherine-Schlucht teilte ich mir mit Brian, unserem Reisefuehrer, ein Kajak, und wir paddelten tapfer gegen die Stroemung den Fluss hinauf. Dummerweise hatten wir an  dem Tag auch noch leichten Gegenwind, so dass wir wirklich ordentlich zu kaempfen hatten. Spass machte es trotzdem. Anschliessend bestieg ich nicht nur zum ersten Mal in meinem Leben einen Hubschrauber, sondern hob auch noch mit ihm ab. Ich sass gleich vorne neben dem Piloten, die Tuer neben mir war ausgehaengt, so dass ich richtig hinuntergucken konnte, was ich einfach nur genial fand. Natuerlich war ich auch angeschnallt und konnte so gefahrlos von oben in die Katherine-Schlucht mit ihren steilen Felsen schauen, durch die ich eben noch gepaddelt war.&lt;br /&gt;Der naechste grosse Sprung ging wieder nach Sueden - ins Herzen Australiens, nach Alice Springs. Von hier aus naeherte ich mich dem wohl beruehmtesten Felsen Australiens, dem Uluru Peak. Auf wievielen Fotos hatte ich ihn schon gesehen, und dann stand er da aufeinmal vor mir, und ich war platt... Faszinierend war da vor allem, wie er am Morgen die Farbe immer wieder aenderte, als wir um ihn herumwanderten. Ihn zu erklimmen, stand fuer mich nicht auf dem Programm - aus zwei Gruenden: zum einen haette ich damit gegen die Sitten der Aboriginees verstossen, die darum bitten ihren heiligen Berg nicht zu besteigen; zum anderen sah ich keinen Sinn darin vom Gipfel auf die platte Landschaft ringsum zu blicken, wenn doch das Spannendste vor Ort der Berg selbst ist. Unsere Tour fuehrte uns dann weiter in den Kings Canyon, zum Wallace Rockhole und in den Finke National Park. Wir fuhren ueber Stock und Stein, durch Fluesse und tiefen Sand und durften dann ein Mal sogar schieben helfen, weil sich die Raeder festgefahren hatten. Kings Canyon war wieder eine tiefe Schlucht roter Felsen, in die wir auch hinabstiegen. Wallace Rockhole ist der Name fuer eine Aboriginee-Siedlung, in der uns ein weisser Australier, der vor ueber 20 Jahren eine Aboriginee geheiratet hat, die Geschichte des Ortes und der Felszeichnungen in einer angrenzenden Schlucht naeher brachte. Im Finke National Park spazierten wir durch eine Palmenschlucht, die sich aufeinmal inmitten trockener Felsenlandschaft vor uns auftat. Dort belehrte uns unser Reiseleiter Jerry auch ueber Schlangenbisse und darueber, was man am besten macht, wenn es einen aus der Gruppe erwischt, was bei den zahlreichen giftigen Schlangen in Australien durchaus wichtig zu wissen ist: sich das Aussehen der Schlange merken, das Bein oeberhalb der Bisswunde abbinden, die Person ruhig stellen und Hilfe holen, die dann das Anti-Serum spritzen kann. Unsere Truppe war hier etwas gemischter als auf der Tour von Darwin aus: ein Paerchen aus Frankreich, zwei Paerchen aus Deutschland, ein Paerchen aus Neuseeland, drei junge Japaner sowie Maren aus Deutschland und ich, die wir uns dann auch als "Paerchen" zusammenfanden. Maren sollte ich dann auch spaeter in Sydney nochmal wieder treffen, wo sie zur Zeit ein Praktikum in einer Marketingfirma absolviert. Wir verbrachten einen netten Abend am Darling Harbour und anschliessend in Sydneys Chinatown, wo wir in einem uygurischen Restaurant landeten und lernten das Uygur im Nordwesten Chinas liegt.&lt;br /&gt;Mit dem naechsten grossen Sprung war dann wieder Stadtleben angesagt. Ich flog nach Melbourne, wo es fruehlingshaft kuehl war. Immerhin blieb mir die Sonne weitestgehend treu. Melbourne war fuer mich vor allem kulinarisch ein Hoehepunkt, denn hier fand ich zahlreiche asiatische Restaurants, wo mir das Essen wieder so richtig schmeckte. Denn eine Sache koennen die Australier meines Erachtens gar nicht - und das ist Kochen. Das Essen schmeckt einfach nach nichts, weil sie nicht wuerzen. Und ich habe mir sagen lassen, dass das auch fuer die Fleischgerichte gilt. Ich war ja auch schon perplex als unser Reiseleiter Jerry auf der Tour von Alice Springs aus uns sagte, er wuerde nie salzen, wenn er kocht. So schmeckte es dann leider auch. Da konnte man hinterher noch so viel Salz und Pfeffer an das Essen geben, es wurde einfach nicht mehr richtig gut. Weitere Gewuerze standen im uebrigen eh nicht zu Verfuegung. "No worries" - keine Sorgen - ist so der Standardspruch der Australier, mit dem ich mich dann auch angefreundet haben. Die Atmosphaere in Melbourne war so entspannt, dass ich die Woche, die ich dort verbrachte, sehr genoss. Ich spazierte einfach durch die Strassen und liess das bunte Treiben auf mich wirken. Es waren erstaunlich viele Asiaten unterwegs, und es konnte in einem japanischen Restaurant passieren, dass ich die einzige Weisse war. Kulturell war sicherlich die Ausstellung "Picasso - Love and War" ein echter Hoehepunkt fuer mich. Thema waren die zehn Jahre seines Wirkens, in denen er mit Dora Maar zusammen war und in denen auch sein beruehmtes Werk "La Guernica" entstanden ist.&lt;br /&gt;Nach einer Woche Stadtleben war ich dann wieder reif fuer die Insel. Ich flog mit der Billigfluglinie Jetstar, einem Ableger von Qantas, nach Tasmanien, was klingt wie ein Maerchenland, aber diese Insel gibt es wirklich, und sie gehoert zu Australien. Sie war dann wohl auch eines meiner Hoehepunkte in Australien. Ich goennte mir fuer eine Woche ein eigenes Auto und genoss diese Freiheit sehr. Es machte unglaublichen Spass, diese kurvenreichen Strecken zu fahren - Motorradfahren waere hier ein Traum -, auch wenn ich mich dann an einer Kurve doch etwas verschaetzte. Ich merkte nur aufeinmal, dass ich diese Kurve nicht mehr packen wuerde und beschloss also zwischen den Pfosten durchzufahren und abzubremsen. Es war wohl meine einzige Chance unbeschadet aus dem Dilemma herauszukommen. Als der Wagen zum Halten kam, schaute ich nach links und sah neben der Tuer den Pfosten. Ich schaute nach rechts, da war der andere Pfosten. Ich stand genau dazwischen. Das war nochmal gutgegangen. Als ich allerdings wieder rueckwaerts die kleine Boeschung hochfahren wollte, die ich hinabgesaust war, drehten die Raeder durch. Ich schaute nach vorne und dachte mir, dann fahren wir eben einen kleinen Bogen und zwischen den naechsten Pfosten durch auf die Strasse zurueck. Gesagt getan - und schon war ich wieder auf der Strasse - und weiter ging die wilde Fahrt... Am Lake St. Clair im Westen der Insel stiess ich dann am Abend im Hotel auf Harf, einen Fotografen aus Deutschland, der mit seinem australischen Assistenten Warren unterwegs war, um fuer ein Sonderheft der New York Times Landschaftsaufnahmen zu machen. Ueber ihn lernte ich dann die Deutsche Maren kennen, die seit fuenf Jahren mit dem australischen Ranger Berry in Tasmanien lebt und mich gleich fuer die naechste Nacht in ihr Haus direkt am See einlud, was ich gerne annahm, nachdem ich den naechsten Tag mit Harf und Warren fotografierend unterwegs gewesen war. Dabei hatten wir drei an diesem Tag riesiges Glueck mit dem Wetter, es blieb die ganze Zeit sonnig. Ansonsten war es in Tasmanien sehr wechselhaft, was der bergigen Landschaft einen zeitweilig geradezu geheimnisvollen Anstrich gab, denn was die Wolken eben noch verdeckt hatten, legten sie aufeinmal frei und die Umgebung veraenderte sich so staendig. Es erinnerte mich etwas an die Faszination, die ich vor Jahren im Torres del Paine im Sueden Chiles erlebt hatte, wo auch das wechselhafte Wetter immer neue Perspektiven der Landschaft geboten hatte.&lt;br /&gt;Mir blieb noch ein letzter grosser Sprung in Australien - wieder mit Jetstar - und da war ich dann wieder in Sydney gelandet, wo ich das Glueck hatte Pam Scott zu treffen. Wer sich erinnert, ich hatte ihr Buch "Life in Hanoi" in Bangkok in einem Buchladen entdeckt, in dem sie ueber das Leben von Vietnamesen und Auslaendern in Hanoi berichtet. Ueber sie war ich auf Jimmy Pham aufmerksam geworden, der in Hanoi fuer Strassenkinder die Organisation KOTO aufgebaut hat, die fuer "Know one - teach one" steht und den Strassenkindern eine Ausbildung fuer die Arbeit in Hotels und Restaurants bietet. Ueber ihn hatte ich die Mailadresse von Pam Scott bekommen. Und zufaellig hatte sie sich gerade vor einem Jahr wieder in Sydney niedergelassen, wo ich sie in ihrem kleinen Haus besuchte. Sie gestand mir allerdings, dass sie mit ihren 61 Jahren weder hier noch dort so richtig zu Hause ist. Mit ihrer Unternehmungslust - sie schreibt an weitern Buechern und hat gerade das Videofilmen fuer sich entdeckt - findet sie nur wenige Gleichgesinnte in ihrem Alter in Australien, aber Vietnam ist auch nicht so ganz ihr Zuhause, wo sie immerhin die meiste Zeit ihrer 50er Jahre verbracht hat. Sie rechnet allerdings damit, bald wieder nach Vietnam zurueckzukehren. Ihre Geschichte zu hoeren, wie sie ueberhaupt auf Vietnam gestossen ist und wie die acht Jahre, die sie dort gelebt hat, fuer sie abgelaufen sind, war unglaublich spannend zu hoeren. Eine faszierende Frau, ohne Frage! Oder wie es Jimmy Pham formuliert hat: "Sie ist was besonderes." Und dann goennte ich mir zum Abschluss Australiens noch einen Besuch der Oper: Mozarts Rigoletto stand auf dem Progamm. Die Karte hatte ich mir ja schon Anfang September gekauft. Es hatte sich gelohnt, die Auffuehrung war wunderbar, ich kam ganz angefuellt mit Musik aus der Oper.&lt;br /&gt;Der naechste Sprung ging dann uebers Wasser nach Neuseeland, wo ich mich gerade auf eine laengere Wandertour vorbereite - und zwar im Abel Tasman National Park, im Nordosten der Suedinsel. Das wird dann wieder Natur pur werden. So abwechslungreich kann Reisen sein...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-116051396645439167?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/116051396645439167/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=116051396645439167' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/116051396645439167'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/116051396645439167'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/10/christchurch-in-grossen-spruengen.html' title='Christchurch - in grossen Spruengen durch Australien bis nach Neuseeland'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-115724551531497093</id><published>2006-09-02T18:04:00.000-07:00</published><updated>2006-09-14T01:10:08.916-07:00</updated><title type='text'>Sydney - mit Nemo in den kuehlen Sueden</title><content type='html'>Nach zwei Wochen in Cairns und Umgebung war es nun doch endlich Zeit in den Sueden Australiens aufzubrechen, auch wenn das hiess in kuehlere Gefilde abzutauchen, denn in Australien ist der Norden nun mal waermer als der Sueden. Nur irgendwie hatte ich keine Lust mehr auf Busse und Zuege, sondern wollte das Steuer mal wieder selbst in die Hand nehmen. Da traf es sich gut, dass es Jason aus Wales aehnlich ging wie mir. Wir hatten uns auf der 5-Tages-Tour nach Cooktown kennengelernt und wohl beide das Gefuehl bekommen, dass wir miteinander reisen koennten. Also machten wir uns ueber sogenannte Campingwagen schlau, als wir zurueck in Cairns waren, und fanden auch das passende Angebot. Als wir dann am Tag unserer gemeinsamen Abreise am Schalter des Verleihers standen und beide unseren Fuehrerschein in unserer Unterkunft zurueckgelassen hatten, dachte ich mir schon, da haben sich ja die beiden Richtigen gefunden...Doch es sollte noch besser kommen, denn kurz darauf wurde uns Nemo vorgestellt, in den wir uns beide auf Anhieb verguckt haben:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_6751.12.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_6751.4.jpg" border="0" alt="" /&gt;Kann lachen und weinen - unser Nemo fuer knapp drei Wochen&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der gegenueberliegenden Seite waren natuerlich Nemos Freunde abgebildet. Wie passend war es da, dass ich mir als Maskottchen fuer meinen Tauchkurs einen kleinen Wal gekauft hatte, der nun vorne im Wagen Platz nahm. Es waren seine uebernatuerlich grossen blauen Augen, die es mir besonders angetan hatten. Und ein Name fuer ihn war auch schnell gefunden: Willy - nach dem Film "Free Willy".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_6743.13.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_6743.10.jpg" border="0" alt="" /&gt;So blaue Augen - Mein Willy auf Reisen in Nemo&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Somit waren Jason und ich mit zwei Beruehmtheiten aus dem Film unterwegs - Nemo und Willy -, die wir auch immer nur mit ihren Namen ansprachen. Das konnte zu solchen Gespraechen fuehren wie das im Parkhaus, als ich sagte: "Wie gut, dass Nemo so gross ist, da kann man ihn aus den anderen Autos leicht herausfinden." - "Du kannst doch Nemo nicht fett nennen, das mag er bestimmt gar nicht." - "Ich habe ihn nicht fett genannt nur gross, und das stimmt doch auch." - "Ja, aber fett ist er nicht, und du solltest schon nett zu ihm sein, sonst ist er sauer." Selbstverstaendlich haben wir uns auch jedes Mal bei ihm entschuldigt, wenn wir beim Schalten den richtigen Gang nicht fanden, was durchaus vorkommen konnte, denn er hatte nach drei Jahren Lebenszeit - er wurde natuerlich 2003 im Jahre des Filmes "Finding Nemo" geboren - und mehr als 150.000 Kilometern doch schon so einige Macken, unter anderem an der Schaltung. Doch er hat sich wacker auf den fast 3000 Kilometern geschlagen, die wir mit ihm in knapp drei Wochen zurueckgelegt haben. Er blieb pannenfrei. &lt;br /&gt;Fuer mich war es erstmal wieder ungewohnt auf der linken Strassenseite zu fahren, mit der linken Hand zu schalten und oft genug habe ich Scheibenwischer und Blinker vertauscht, weil die nun mal seitenverkehrt waren. Ich habe es sogar einmal, als ich mit Nemo alleine unterwegs war, geschafft, auf der Landstrasse ein Stueck rechts zu fahren, bis ich mich wunderte, dass mir ein Auto auf meiner Seite entgegenkam und ich ganz schnell wieder nach links wechselte. Ein Knoellchen habe ich dann auch bekommen, allerdings nicht fuer Falsch- oder zu schnelles Fahren sondern beim Parken. Ich hatte zwar gesehen, dass ich nur eine Stunde auf dem Parkplatz an der Strasse in Byron Bay parken durfte und mich auch daran gehalten. Dennoch hatte ich dann einen Strafzettel unter dem Scheibenwischer, als ich von meinen Einkaeufen zurueckkam. Ich fragte die Verkaeuferin im Laden nebenan nach dem Grund. Die erklaerte mir dann, sie haette mich noch warnen wollen, aber ich waere zu schnell weg gewesen. Die Kontrolleure wuerden jede Stunde kommen, um zu gucken, ob jeder rueckwaertig eingeparkt haette, wie es vorgeschrieben sei. Ich hatte Nemo mit der Schnauze zum Bordstein abgestellt, was mich nun 77 Dollar, umgerechnet rund 40 Euro kosten sollte. Die Verkaeuferin meinte noch, es wuerde meistens so ahnungslose Touristen wie mich treffen, und sie haette viel damit zu tun, immer wieder Leute aufzuklaeren. Ich hatte die Regel auf dem Schild schlicht uebersehen, weil ich mir auch gar nicht vorstellen konnte, dass es sowas gibt. Die Verkaeuferin meinte noch, in anderen Orten an der Ostkueste koennte die Regel auch lauten, dass man vorwaerts einparken muss...Dumm gelaufen...&lt;br /&gt;Unsere Fahrt die Kueste entlang fuehrte Jason, Nemo, Willy und mich von Cairns nach Mission Beach, wo wir den verlassenen Strand genossen. Ich war schon zum Sonnenaufgang auf den Beinen, um endlich wieder Laufen zu gehen. Ich hatte mir in Cairns Laufschuhe gekauft und vorsichtig wieder angefangen. Der Arzt in Indien hatte mir zwar geraten ein halbes Jahr zu warten, aber nun nach vier Monaten machte sich der Laufvirus doch zu stark bemerkbar. Und nachdem ich Martin, meinen "privaten Physiotherapeuten" in Deutschland, konsultiert und von ihm gehoert hatte, dass ich wieder langsam anfangen koennte, war ich nicht mehr zu halten. Spaeter traf ich noch Susan, ebenfalls Physiotherapeutin in Deutschland, die mir noch ein paar Tipps und Erklaerungen mit auf den Weg gab. Und so wurde ich auf unserer Tour die Kueste entlang zur morgendlichen Strandlaeuferin. Wenn Jason gegen halb neun am Morgen aufstand, war ich schon meine Runde gelaufen und hatte auch noch ein paar Yogauebungen absolviert. &lt;br /&gt;Von Mission Beach fuhren wir weiter bis nach Townsville, wo wir einen Tag auf Magnetic Island mit Susan verbrachten, die wir am Abend zuvor getroffen hatten, als wir mit zwei Australiern, die ich wiederum an einem Fluss beim Baden aufgefischt hatte, den Castle Hill bestiegen. Dieser Huegel ragt inmitten der Stadt aus dem Boden und ist beliebtes Ausflugsziel, von wo aus man einen wunderbaren Ueberblick ueber die Landschaft ringsum hat. Auf Magnetic Island liehen wir uns einen kleinen Sportwagen, denn Nemo hatten wir auf dem Festland zuruecklassen muessen, seine Ueberfahrt waere einfach zu teuer geworden. Der Sportwagen hatte dann auch schnell seinen Namen weg. Jason taufte ihn Zippy, nachdem er mir den Namen Speedy gegeben hatte, weil ich ihm wohl doch zu rasant um die Kurven gesaust war. Magnetic Island hatte herrliche Buchten, schoene Wanderwege und kurvenreiche Strassen, so dass wir viel Spass hatten, und am Abend konnten wir sogar ein paar Koalas sichten.&lt;br /&gt;Die Tour von Townsville nach Airlie Beach war unsere bis dahin laengste Fahrt, und wir kamen ziemlich k.o. am spaeten Nachmittag dort an. Ich dachte noch, ich braeuchte erstmal einen Tag Pause, doch dann ergab sich die Gelegenheit, gleich am naechsten Tag mit der Matador, einem australischen Rennsegler, die Whitsunday Islands zu umschiffen. Ich konnte nicht widerstehen, und stand am naechsten Morgen auf der Matte, um fuer drei Tage zu segeln, zu tauchen und zu schnorcheln. Jason, eher Wanderer als Wasserratte, blieb mit Nemo zurueck auf dem Festland, um dort einen Naturschutzpark aufzusuchen, was auch ganz passend war, denn der Spruch auf der Rueckseite unseres Nemos hatte etwas zu wirken begonnen: "Fish and Company both start to stink after a while." (Fisch und Gesellschaft fangen beide nach einer Weile an zu stinken). Es waren nur kleine Meinungsverschiedenheiten gewesen, aber wir hingen ja nun doch in Nemo ziemlich aufeinander, und die Pause voneinander tat uns beiden ganz gut.&lt;br /&gt;Meine Segeltour war ein echter Spass. Wir waren 32 Leute an Bord und verstanden uns auf Anhieb aussergewoehnlich gut. Gleich zu Anfang waren ein paar Regeln aufgestellt worden, wie: "Keine Kippen ins Wasser, weil die Schildkroeten sie futtern und daran ersticken; alles an Bord festbinden, damit nichts ueber Bord geht, was ein Wendemanoever noetig machen koennte; Duschen nur fuer eine Minute, denn das Frischwasser an Bord ist begrenzt. Die Strafe bei Nichtbeachtung dieser und anderer Regeln war auch wirklich heftig: einen Loeffel Vegemite essen. Vegemite ist eine pflanzliche Paste, die einen sehr intensiven Geschmack hat und nur ganz duenn auf Brot zu ertragen ist, wenn ueberhaupt. Ich hatte sie zum ersten Mal mit zwoelf Jahren in England auf dem Brot, wo sie Marmite heisst, und sie fuer ungeniessbar empfunden, nachdem ich sie mir zu dick aufs Brot geschmiert und dann herzhaft hineingebissen hatte, weil ich dachte, es waere etwas Suesses. Damals konnte ich mein Toast nicht aufessen. Ausgerechnet ich sollte dann die Einzige an Bord sein, die mit der Strafe, einen Loeffel Vegemite zu essen, belegt wurde. Und das lag einfach daran, dass ich auf der Whitsunday Island entlangspazierend und diesen Sand, der so weiss und fein wie Mehl ist, unter meinen Fuessen geniessend die Zeit vergessen hatte, und zu spaet zur Abfahrt der Matador kam...Als ich als letzte das Segelboot bestieg, kam die Ansage, sie haetten beschlossen, dass ich einen Loeffel Vegemite essen muesste. Ich nahm es so cool wie moeglich und wuergte die Paste tapfer herunter, spuelte ordentlich Wasser hinterher und ass "quasi zum Nachtisch" ein Stueckchen Schokolade... Meine drei Tauchgaenge auf den Whitsunday Islands waren wunderbar, denn hier waren die Korallen noch bunter als oben am Barrier Reef von Cairnes, wo sie aufgrund steigender Wassertemperaturen schon zum Teil ihre Farben verloren haben. Da nicht alle 32 Leute an Bord uebernachten konnten und ich zu den letzten gehoert hatte, die sich auf die Matador gebucht hatten, durfte ich mit acht anderen auf den Inseln in Zelten naechtigen. Ich fand das klasse, nicht nur weil ich so am Morgen Yoga am Strand machen konnte, sondern auch weil ich mir lieber ein Zelt mit Elska aus Holland teilte, als mit mehr als 20 anderen unter Deck in stickiger Luft zu naechtigen.&lt;br /&gt;Zurueck an Land starteten Jason und ich mit Nemo und Willy nach Hervey Bay, wo wir am ersten Tag auf die Suche nach Walen gingen. Ich hatte sie auf den Whitsunday Islands von ferne gesehen und beim Tauchen unter Wasser sogar gehoert, war ihnen aber noch nicht wirklich nahe gekommen. Das sollte sich auf der Waltour, die einen halben Tag dauerte und uns auf rauer See per Boot hinaus aufs offene Meer brachte, aendern. Dieses Mal kamen die neugierigen Buckelwale bis ganz dicht ans Boot, turnten vor uns herum, als wuerden sie extra fuer uns eine Show abziehen, und streckten mehrfach ihre Schwanzflossen aus dem Wasser. In der Ferne konnten wir sogar einen Wal beobachten, der mehrere Male weit aus dem Wasser herausschnellte, sich um die eigene Achse drehte und dann mit einem Bauchplatscher wieder im Wasser verschwand. &lt;br /&gt;Die naechste Tour, die Jason und ich gemeinsam und ohne unsere beiden Fische Nemo und Willy machten, fuehrte uns auf Fraser Island, der weltweit groessten Insel aus Sand, auf der trotzdem zahlreiche Baeume, Buesche und Graeser wachsen und die nur mit Jeep zu bereisen ist. Nemo waere da im Sand versunken... Es war schon irre mitten im Wald durch Sand zu kurven oder zu spazieren. Am Strand waren zahlreiche Jeeps unterwegs und dort landeten auch kleine Flugzeuge. Baden war allerdings nur in den Seen der Insel moeglich nicht aber im Meer, denn die Haie hier gelten als gefaerhlich. Vom Indian Head, einem hohen Felsen am Strand, konnten wir im Wasser dann Rochen, Haie, Delphine, Schildkroeten und Wale sichten. Und am Abend bekamen wir am Strand auch ein paar scheue Dingos zu Gesicht, die auf Fraser Island als reinrassig gelten, weil sie sich seit langer Zeit nicht mit anderen Hunden gemischt haben, da diese auf der Insel nicht zugelassen sind.&lt;br /&gt;Von Fraser Island machten wir uns nach Brisbane auf, der fuer uns ersten groesseren Stadt an der Kueste, die uns aber beiden gut gefiel, auch wenn wir sie vorwiegend in Wolken und Regen erlebten. Bis dahin hatten wir durchgaengig gutes Wetter gehabt. In Brisbane durften wir ausserdem Nemo in einer Werkstatt durchchecken lassen, ob er noch fit ist fuer den Rest unserer Reise. Es gab aber keine Beanstandungen, dafuer eine Flasche Sekt fuer die Weiterfahrt, die uns nach Byron Bay fuehrte, wo es weiter grau und regnerisch blieb, immerhin mit "ein paar sonnigen Abschnitten". Es war also echtes Aprilwetter in diesem Surferparadies Australiens. Doch die Surfer liessen sich dadurch nicht davon abbringen, mit ihren Brettern hinauszuschwimmen und die Wellen zu reiten. Ich hatte noch nie zuvor Surfer so nah beobachtet und war erstaunt, wieviel Zeit sie doch einfach damit verbringen, auf dem Brett zu liegen und auf die passende Welle zu warten. Ich machte lange Spaziergaenge am Strand, das tosende Meer an meiner Seite, waehrend sich Jason lieber nach drinnen ins Cafe, Internet oder Kino verzog. Da Byron Bay auch als einer der Yogaorte in Australien gilt, goennte ich mir eine Yogastunde mit Frida, die zufaellig urspruenglich aus Deutschland kam. Es war eine herrliche Stunde, die mir auch deshalb sehr gut tat, weil es nach all dem Turnen alleine, auch wieder schoen war beim Yoga in Gesellschaft zu sein und gleichzeitig neue Anregungen zu bekommen.&lt;br /&gt;Von Byron Bay war es eine lange Fahrt nach Sydney - fuer die 750 Kilometer, die wir an einem Tag zuruecklegten, brauchten wir inklusive Pause elf Stunden und mussten dann aber in Sydney noch eine Stunde herumkurven, bis wir den Campingplatz gefunden hatten. Und dann hiess es Abschiednehmen von Nemo, was gar nicht so einfach war. Zwar waren wir beide froh nach knapp drei Wochen wieder in richtigen Betten schlafen zu koennen, aber wir hatten uns doch schon sehr an unseren fahrenden Fisch gewoehnt. Und nun hiess es auch wieder den Rucksack schultern und zu Fuss nach Unterkuenften suchen... &lt;br /&gt;Doch Sydney machte mir die Umstellung leicht. Ich mochte die Stadt vom ersten Augenblick. Die Atmosphaere war so entspannt, wie ich es schon in Brisbane empfunden hatte. Nur dass Sydney viel mehr Kultur zu bieten schien. Nach einem Spaziergang durch den botanischen Garten, in dem ganze Hochzeitgesellschaften ihr Glueck feierten, landete ich in der Oper von Sydney und blieb dort haengen. Erst goennte ich mir eine Fuehrung durch das Gebauede, um dessen Geschichte und Architektur naeher kennenzuelernen, dann ging ich am Abend ins Konzert, um die Jazzsaengerin Dianne Reeves zu erleben. Und gleich am naechsten Tag schaute ich mir die Tanzperformance "Honour Bound" an, die sich mit der Geschichte des Australiers David Hicks auseinandersetzt, der seit Jahren in Guantanamo sitzt. Fuer Anfang Oktober, wenn ich wieder nach Sydney zurueckkehre, habe ich mir Karten fuer die Oper gekauft und werde mir Verdis Rigoletto anhoeren und -schauen. Vermutlich war auch einfach nach all den Naturerlebnissen in Australien wieder Kultur an der Reihe. In Sydney nahm ich dann auch wieder Abschied von Jason, der von dort weiter gen Sueden reist, waehrend mich ein Flug nach Darwin bringen soll, von wo aus ich nocheinmal den Weg nach Sueden antreten werde, nur dieses Mal mitten durch den sogenannten Outback.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_6746.0.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_6746.jpg" border="0" alt="" /&gt;Nemo fahren macht Spass - Jason freut sich am Steuer&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;PS: Dass dieser Bericht so spaet erscheint, liegt daran, dass es bei blogger.com, dem Anbieter dieser kostenlosen Weblogseiten, Probleme gab, Bilder hochzuladen. Und ohne Bilder meiner Mitreisenden wollte ich den Text einfach nicht veroeffentlichen. Endlich habe ich aber einen Internetladen gefunden, wo es geklappt, uff!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-115724551531497093?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/115724551531497093/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=115724551531497093' title='4 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/115724551531497093'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/115724551531497093'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/09/sydney-mit-nemo-in-den-kuehlen-sueden.html' title='Sydney - mit Nemo in den kuehlen Sueden'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-115460135653028245</id><published>2006-08-03T03:24:00.000-07:00</published><updated>2006-08-14T18:57:40.060-07:00</updated><title type='text'>Cairns - Willkommen im Freizeitpark Australien</title><content type='html'>Nach Japan war Australien fuer mich ein bisschen wie "coming home": Ich verstand die Sprache, das Essen war wie daheim, und die Produkte in den Geschaeften waren mir vertraut. Bei all den Tourangeboten - von Tauchen ueber Segeln bis Ausfluegen in den Regenwald - kam ich mir vor wie im Urlaub. Hier gabs jede Menge Freizeitspass pur. Natuerlich konnte ich dieses reichhaltige Angebot nicht an mir vorbeigehen lassen. Und Cairns, wo ich aus Tokio gelandet war, schien ein guter Ausgangspunkt fuer solche Aktionen. &lt;br /&gt;Also habe ich mich gleich am ersten Tag nach meiner Ankunft mit einem Segelschiff ins Barrier Reef aufgemacht, um dort einen Tauchversuch zu wagen, einen sogenannten "Introdive". Natuerlich war ich aufgeregt. Hatte mir nicht in Indien ein Astrologe davon abgeraten? Er hatte gesagt: "Don't go diving in the Sea." Als ich fragte warum, meinte er, dass mir zwar nichts passieren wuerde, ich aber sehr viel Angst haben wuerde, weil ich im vergangenen Leben ertrunken waere. Sollte ich das alles nun glauben und es lassen oder es trotzdem tun? Immerhin hatte er mir einige Dinge ueber mein Leben gesagt, von denen ich mich wunderte, woher er sie wissen konnte, wenn nicht aus seiner Sternendeuterei. Allerdings war Angst fuer mich bisher im Leben oft genug eine Herausforderung. Manche Aktion - wie Bergsteigen, Motorradfahren oder Klettern - haette ich bestimmt nicht unternommen, wenn ich mich von Angst haette behindern lassen. Ich habe dabei zwar nicht immer cool ausgesehen, aber im Grunde bin ich jedes Mal belohnt worden, denn das Gefuehl, es trotzdem getan zu haben, und all die tollen Erlebnisse dabei moechte ich echt nicht missen.&lt;br /&gt;Als ich dann in voller Montur mit Sauerstoff-Flasche,  Atemgeraet, Neopren-Anzug, Schwimmflossen, Gewichten und Tauchermaske ins Wasser getapst bin, ist mir dann doch sehr mulmig gewesen. Immerhin hatte ich die Chance, an der Hand eines Tauchlehrers in die Tiefe zu sinken, und diese Hand habe ich auch die ganze Zeit nicht losgelassen. Die andere Hand hatte ich an meiner Nase, weil ich befuerchtete, ich wuerde aufeinmal versuchen, durch den Mund zu atmen, wie ich das beim Schnorcheln an der Wasseroberflaeche schon manches Mal getan hatte. Nur da konnte ich dann schnell auftauchen, die Maske absetzen, durch die Nase Luft holen und einen Neustart machen. Das war jetzt auf etwa fuenf Metern unter der Wasseroberflaeche nicht mehr moeglich. Und so erlebte ich den ersten Tauchgang meines Lebens etwas verspannt, aber irgendwie auch sehr romantisch, so Hand in Hand mit dem Tauchlehrer durchs Wasser zu gleiten... Und dann diese unglaubliche Stille und diese bunten Fische, die kreuz und quer um uns schwammen, es war wie im Aquarium. Ich war mittendrin - und das eine knappe halbe Stunde. Ich merkte gar nicht, wie die Zeit verging. Als ich dann spaeter nochmal zum Schnorcheln aufbrach, merkte ich, dass mir das Atmen durch den Mund viel besser als sonst beim Schnorcheln gelang. Offensichtlich hatte mein Koerper etwas gelernt. Und das war dann auch der Ausloeser, einen Tauchkurs zu machen. Die Welt da unten hatte mich so fasziniert, dass ich mir dachte, wenn ich lernen kann, wie man da unten atment und sich bewegt, dann muss das purer Genuss sein.&lt;br /&gt;Ich liess mir aber erst noch etwas Zeit. Schliesslich hatte ich schon ein paar andere Touren gebucht. So fuhr ich mit der Seilbahn nach Kuranda, in den Bergen oberhalb von Cairns, ueber den Regenwald hinweg, machte unterwegs Station, um durch diesen Wald zu spazieren und mich schlau zu machen, was da alles so lebt und waechst, denn die Spazierwege hatten entsprechende Infotafeln. Kuranda selbst war leider sehr touristisch: ein Souvenirshop reihte sich an den anderen, dazwischen jede Menge Restaurants und Imbissbuden, aber die Landschaft, dieser dichte gruene Regenwald, durch den ich auch dort noch spazieren konnte, war einfach die Reise wert. Und zurueck ins Tal nach Cairns ging es dann mit dem historischen Bummelzug, der einst eine wichtige Verkehrsader gewesen sein muss, als hier noch nach Metallen geschuerft wurde. &lt;br /&gt;Am naechsten Tag war ich dann auf Naturerlebnistour mit Uncle Brian bzw. Cousin Paul, denn Uncle Brian hatte vor einer Weile einen "Unfall", wie Cousin Paul uns erzaehlte, um uns dann das Foto eines  Babys zu zeigen... Und so kutschierte uns Cousin Paul mit seinem Kleinbus "Gas" zu einem Wasserfall nach dem anderen, wo wir ins kalte Nass springen, auf natuerlichen Rutschen hinabgleiten und hinter einem der Wasserfaelle her schwimmen konnten. Unterwegs unterhielt er uns mit lustigen Geschichten und Spielen. Am Ende der Tour, als wir in der Dunkelheit nach Cairns zurueckfuhren, waren alle so ausgelassen - und das ohne jeglichen Alkohol -, dass wir munter irgendwelche Popsongs mitsangen, hatten aber zugleich so viel ueber Regenwald, Tablelands und Wasserfaelle gelernt, dass wir wohl mehr Wissen mitgenommen haben als von einer "konservativen" Tour.&lt;br /&gt;Nach diesen drei Tagestouren aus Cairns, beschloss ich mich nach Norden aufzumachen. Ich fuhr nach Port Douglas zum Regenwaldzoo, wo es alle moeglichen Sorten von Voegeln und Kaengeruhs aber auch grosse Krokodile zu bestaunen gab. In Cape Tribulation genoss ich nicht nur den herrlichen Sandstrand, den ich am fruehen Morgen zum Sonnenaufgang jedes Mal fast fuer mich alleine hatte, wenn ich auf meiner Yogamatte mit Blick aufs Meer herumturnte, sondern ich hatte auch viel Spass beim Dschungelsurfen dicht unterhalb der Baumgipfel. Dazu kletterten wir auf einen der hohen Regenwaldbaeume, wurden in Klettergeschirre gepackt und sausten an langen Leinen von einem Baum zum anderen. Am hoechsten Punkt waren wir knapp 20 Meter ueber der Erde. Erstaunlicherweise hatte ich nicht mal Hoehenangst, sondern glitt so entspannt von Baum zu Baum, dass ich am Ende auch kein Problem hatte, kopfueber zum letzten Baum zu rutschen, und der Blick von unten in die Baumgipfel bis hinauf in den blauen Himmel war so klasse, dass es mir fast zu schnell vorueberging...Von Cape Tribulation fuhr ich ueber den Blumfield-Weg, beruehmt aus Zeiten des Goldrausches, per Jeep bis nach Cooktown, heute ein eher verschlafendes Nest, das nach James Cook benannt ist, der dort mit seiner Endeavor einst gestrandet ist.  In seinen besten Zeiten soll der Ort Cooktown 60.000 Einwohner gehabt haben. Doch das scheint verdammt lang her. Genial war mein Ausflug von dort mit Willie, einem Aboriginie, der uns einen Einblick in seine Kultur und Gesellschaft gab, uns von deren alter Philosophie erzaehlte und uns dabei Felszeichnungen seiner Vorfahren zeigte.&lt;br /&gt;Wieder zurueck in Cairns goennte ich noch mir einen Tag Nichtstun, um mich dann in mein naechstes Tauchabenteuer zu stuerzen. Und das begann erstmal mit Theorie. Wir schauten Filme ueber die Geraete, mit denen wir unter Wasser gehen sollten, wie sie funktionierten, was man beim Tauchen zu beachten hat, wie die Tiefe auf den Koerper wirkt, aber auch auf die Psyche wirken kann. Dann kam die Praxis. Im Swimming Pool durften wir zeigen, ob wir auch schwimmen und uns auf dem Wasser treiben lassen koennen, was mir leichtfiel. Anschliessend machten wir uns mit den Tauchgeraeten vertraut. Und schliesslich hiess es anschnallen und ab ins Wasser mit Sauerstoff-Flasche,  Atemgeraet, Neopren-Anzug, Schwimmflossen, Gewichten und Tauchermaske. Die ersten Uebungen im flachen Wasser bekam ich auch noch ganz gut hin, aber als wir dann am zweiten Tag in die Tiefe gehen sollten, holte mich die Angst dann doch ein. Waehrend die anderen in fuenf Meter Tiefe ihre Masken abnahmen und wieder aufsetzten, die Gewichte ab- und wieder anschnallten, ihre Westen samt Sauerstoff-Flasche wieder aus- und anzogen, sass ich frustriert im Flachen, schaute zu und dachte, dass ich das nie hinbekommen wuerde. Ausser mir war auch Radhika, eine andere Tauchschuelerin, noch nicht in die Tiefe gestiegen. Sie hatte beim Druckausgleich unter Wasser Probleme mit den Ohren bekommen. Also nahm sich Ariela, die Assistentin unserer Tauchlehrerin Ruth, extra Zeit fuer uns beide, damit wir es nochmal versuchen konnten. Mir war inzwischen klargeworden, dass alles etwas zu schnell fuer mich gewesen war. Hatte ich nicht in der Schule auch immer Probleme mit Sport gehabt, weil ich einfach im Lernen praktischer Dinge etwas langsamer bin als andere? Mit Ruth hatte ich schon ueberlegt, ob ich nicht einfach einen Tag mehr im Pool verbringen sollte,  um mir etwas mehr Zeit zu geben und sicherer zu werden. Doch dazu sollte es gar nicht mehr kommen: Mit Ariela und Radhika ging ich dann doch auf den Grund des Swimming Pools und war aufeinmal in der Lage all die Dinge zu tun, die die anderen zuvor auch gemacht hatten. Irgendetwas hatte Klick gemacht: Und so zog ich auch all die Geraetschaften unter Wasser aus  und wieder an, alles Uebungen fuer irgendwelche Notfaelle. Ruth riet mir noch etwas zu ueben, was ich dann so lange machte, dass sie meinte, jetzt wuerde sie mich wohl gar nicht mehr aus dem Pool kriegen...&lt;br /&gt;Nach zwei Tagen im Pool ging es hinaus aufs offene Meer zum Barrier Reef, einem der bekanntesten Tauchgebiete der Welt. Dabei galt es erstmal eine sehr unruhige Fahrt uebers Wasser zu ueberstehen, was mir aber problemlos gelang, da ich offensichtlich zu den Gluecklichen gehoere, die keine Probleme mit Seekrankheit haben. Und es gab einige blasse Gestalten an Bord des kleinen Bootes, das uns zu unserem Tauchboot schaukelte. Unterwegs fragte ich mich schon, ob ich den Sprung ins Meer packen wuerde, ob es mir gelingen wuerde in die Tiefe hinabzugleiten und auf dem Meeresgrund all die Tests zu bestehen, die wir im Swimmingpool geuebt hatten, um eine sogenannte "zertifizierte Taucherin" zu werden. Ich gestehe, es war eine Mutprobe nach der anderen, doch um es kurz zu machen: Schritt fuer Schritt habe ich mich in diese Unterwasserwelt eingefunden. Meist war ich nicht mal aufgeregt vor dem Sprung ins Wasser sondern erst wenn ich drin war. Doch es mag verrueckt klingen, aber ich war jedes Mal froh, wenn ich dann von der unruhigen Wasseroberflaeche in die Tiefe sinken durfte, wo es so herrlich still und ruhig war. Und die meisten Tauchunfaelle passieren wohl auch an der Oberflaeche und nicht unter Wasser, habe ich mir sagen lassen. Am Ende meines Anfaengertauchkurses konnte ich nicht widerstehen und machte mich auch noch an den sogenannten "Abenteuerkurs", der einen Nachttauchgang, einen Tieftauchgang auf unter 18 Meter - wir waren am Ende auf 24 bis 25 Metern - und einen Navigationstauchgang mit Kompass beinhaltete. Natuerlich gab es unter Wasser Situationen in denen ich Angst hatte, aber es ist ja auch eine Welt, in der man erstmal lernen muss, sich zu bewegen. Fuer mich hiess das auch, endlich zu lernen mit Schwimmflossen zu schwimmen. Beim Schnorcheln hatte ich mich um die Dinger immer gedrueckt, unter Wasser hatte ich keine Wahl. Am Anfang bewegte ich mich also erstmal etwas unbeholfen durchs Wasser, was in einem lustigen DVD-Film auch alles dokumentiert ist, denn wir hatten an Bord einen Videofilmer... Ruth meinte nur, ich sollte aufhoeren zu versuchen, unter Wasser Brust zu schwimmen, es wuerde nicht wirklich cool aussehen, aber ich brauchte erst eine Weile bevor ich ohne Armbewegungen durchs Wasser gleiten konnte, was auch damit zu tun hat, dass man erstmal lernen muss, Auf- und Abtrieb unter Wasser mit der Atmung auszugleichen. Und dann lerne ich vielleicht auch irgendwann, mir meinen Sauerstoff besser einzuteilen, um laenger unter Wasser bleiben zu koennen, denn jeder unsichere Moment, jede staerkere Anstrengung wirkt sich einfach auf den Sauerstoffverbrauch unter Wasser auf. Mein letzter Tauchgang war aber schon so entspannt, dass ich ganz in Ruhe, diese bunte, stille Unterwasserwelt geniessen konnte. Und es waren nicht nur die kleinen bunten Fische, die wir gesehen haben, es waren auch Haie, Rochen und Schildkroeten darunter. Da musste ich dann eher aufpassen, dass ich vor lauter Begeisterung nicht die Luft anhielt, was unter Wasser nicht gesund waere, denn eine Grundregel lautet: Immer atmen - am besten ruhig und gleichmaessig. Und das ist eigentlich wie Yoga...&lt;br /&gt;Nachdem ich nun also auch unter 18 Metern war, ohne eine Stickstoff-Narkose zu bekommen, in der Dunkelheit mit Taschenlampe getaucht bin und mit Kompass eine Orientierungsrunde gedreht habe, darf ich mich nun "Adventure Diver", zu deutsch "Abenteuertaucher", nennen und weltweit auf jeglichen Tiefen im Open Ocean, also auf offenem Meer, tauchen. Und da ist auch ein bisschen Stolz dabei, wenn ich das hier schreibe, aber ich denke mal, das ist okay...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_58480001.6.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_58480001.6.jpg" border="0" alt="" /&gt;Hand in Hand - Tauchen kann sooo romantisch sein...&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-115460135653028245?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/115460135653028245/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=115460135653028245' title='2 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/115460135653028245'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/115460135653028245'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/08/cairns-willkommen-im-freizeitpark.html' title='Cairns - Willkommen im Freizeitpark Australien'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-115460064585224936</id><published>2006-08-03T03:12:00.000-07:00</published><updated>2006-08-09T00:56:11.910-07:00</updated><title type='text'>Asia Revisited - bunte Bilder aus sechs Monaten und acht Laendern</title><content type='html'>&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_04530001.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_04530001.jpg" border="0" alt="" /&gt;Sanskrit-Lernen in Indien - mein Lehrer und ich in seiner Huette&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_12460001.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_12460001.jpg" border="0" alt="" /&gt;Spazieren in Sri Lanka - so friedlich im Zentrum von Kandy am See&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_15900001.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_15900001.jpg" border="0" alt="" /&gt;Autofahren in Bangkok - mitten in der Rush-Hour kein Spass&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_17810001.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_17810001.jpg" border="0" alt="" /&gt;Bootsfahren in Laos - ganz romantisch im Norden des Landes&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_29760001.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_29760001.jpg" border="0" alt="" /&gt;Bummeln in Pnom Penh - Stadtleben in Kambodscha ganz entspannt&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_32940001.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_32940001.jpg" border="0" alt="" /&gt;Fliegen in Vietnam - ich bin der kleine Punkt unter dem bunten Schirm&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_38450001.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_38450001.jpg" border="0" alt="" /&gt;Bootsfahren in China - die Locken sind so echt wie die Berge dahinter&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_41450001.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_41450001.jpg" border="0" alt="" /&gt;Blick auf Hongkong - eine Stadt breitet sich nach oben aus&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_53300001.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_53300001.jpg" border="0" alt="" /&gt;Wandern am Mount Fuji - Sonnenaufgang nach einem langen Aufstieg&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-115460064585224936?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/115460064585224936/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=115460064585224936' title='3 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/115460064585224936'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/115460064585224936'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/08/asia-revisited-bunte-bilder-aus-sechs.html' title='Asia Revisited - bunte Bilder aus sechs Monaten und acht Laendern'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-115432229649684521</id><published>2006-07-30T22:04:00.000-07:00</published><updated>2006-07-30T23:06:30.240-07:00</updated><title type='text'>Tokio - in Japan wieder mit Stock unterwegs</title><content type='html'>Was fuer ein Kontrast zu China - hier war sie die asiatische Hoeflichkeit und Hilfsbereitschaft. Schon mein Start in Japan war so ueberraschend, dass ich mich tatsaechlich fragte, ob das jetzt nur glorreiche Ausnahmen waeren oder das nun so weitergehen wuerde. Dabei sollten die ersten Stunden nur eine Einleitung fuer das sein, was mich in Japan erwartete: Da mein Flug von Beijing ueber Hongkong nach Tokio erst am Abend gegen halb neun am Flughafen Narita landete, fuhr ich nicht mehr mit dem Zug nach Tokio, sondern blieb fuer die erste Nacht in der Stadt Narita, die nur eine U-Bahn-Station vom gleichnamigen Flughafen entfernt ist. Doch bis ich tatsaechlich in Narita war, zeigte meine Uhr schon halb 10. Ich hatte mir einen Ryokan fuer die erste Nacht ausgesucht, eine Art Pension in japanischem Stil mit duennen Holzwaenden und Bastmatten auf dem Boden. Doch von der U-Bahn-Station musste ich noch ein Stueck laufen. Und da ich keinen Stadtplan hatte, blieb mir nichts anderes, als nach dem Weg zu fragen. Zuerst fragte ich eine Japanerin nur nach der Strasse, in der sich das Ryokan befinden sollte. Sie sprach kaum Englisch, konnte mir aber grob die Richtung weisen. Etwa 500 Meter weiter fragte ich zwei junge Frauen dann nach dem Ryokan direkt. Sie wussten auch nicht, wo das Haus war, sahen aber als ich ihnen meinen Reisefuehrer unter die Nase hielt, damit sie den Namen des Ryokans auf japanisch lesen konnten, dass dort eine Telefonnummer verzeichnet war. Und schon zueckte die eine ihr Handy, rief dort an und liess sich den Weg erklaeren. Und dann begleiteten mich die beiden Richtung Ryokan. So erfuhr ich, dass sie beide am Flughafen am Check-in arbeiteten und deshalb auch sehr gut Englisch sprachen. Unterwegs stiessen wir auf zwei ihrer Freundinnen, von denen mich eine - angetrunken wie sie war - zur Begruessung erstmal umarmte. Und alle vier brachten mich dann bis vor die Tuere meiner Unterkunft, was etwa eine halbe Stunde dauerte. Dort wurden sie dann auch fuer einen kurzen Moment hereingebeten und bekamen zum Abschied jede eine Dose Nescafe. Auch wenn diese Hilfe am Abend sicherlich eine aussergewoehnliche Geschichte war, so ist es mir im Laufe der Tage, die ich hier in Japan verbracht habe, doch so oft passiert, dass Japanerinnen, fuer mich angerufen, mich begleitet haben, bis ich das gefunden hatte, was ich suchte, dass ich mich manchmal schon nicht mehr traute zu fragen, weil es mir peinlich war, so viel Aufwand zu verursachen. Im nachhinein faellt mir auf, dass ich in der Tat fast ausschliesslich an Frauen geraten bin, wenn ich gerade mal wieder auf der Suche nach einem Ort war... Unglaublich war aber auch der Besitzer dieses ersten Ryokans in Narita: Als ich ihn fragte, wo im Ort ich DVDs kaufen koennte, um meine Fotos zu sichern, erklaerte er mir erst den Weg, meinte dann aber, dass waere in der Hitze aber zu weit, er wuerde mich hinfahren. Ich koennte dann ja zurueck laufen. Protest zwecklos - und das waere wohl auch unhoeflich gewesen.&lt;br /&gt;Natuerlich hat dieses zuvorkommende Verhalten auch seine Schattenseiten. Wer schon mal japanische Actionfilme gesehen hat, in denen es unglaublich brutal zugeht und viel Blut fliesst, der wundert sich sehr, wie das zu den Menschen passt, die sich da so freundlich und nett verhalten. Wie Lars, der hier als Korrespondent in Japan arbeitet und den ich kurz in Narita getroffen habe, bevor er mit seiner Familie gen Deutschland abgefahren und netterweise ein Paeckchen Krempel von mir mitgenommen hat, mir erzaehlte, sind Pornos, Prostitution und Alkohohl wie wohl auch die Gewalt in den Filmen moegliche Ventile fuer den Druck, dem die Japaner im Job wie privat ausgesetzt sind, sich immer korrekt verhalten zu muessen. Interessant war vor diesem Hintergrund auch die Begegnung mit einer Japanerin auf einer Bahnfahrt: Als sie mich fragte, wie mir Japan denn gefallen wuerde, sagte ich hier, dass ich die Menschen sehr nett faende. Da meinte sie: "Ja, Japaner sind sehr nett zu Auslaendern." Es war nur dieser eine Satz, aber dahinter schien sich eine Welt aufzutun, in der es unter Japanern vielleicht nicht immer so nett zugeht...Doch in diese Welt habe ich natuerlich kaum Einblick bekommen... &lt;br /&gt;Irgendwann in diesen Tagen hier ist mir dann auch aufgefallen, dass ich mich nicht mehr ganz so alt fuehlte, wie in den anderen Laendern Asiens, in denen ich bisher unterwegs war. Der Grund ist klar: Der Altersdurchschnitt der Japaner ist um einiges hoeher als in Laos, Kambodscha oder Vietnam... und das ist auf der Strasse zu sehen. Da waren aufeinmal mehr Falten in den Gesichtern und graue Haare auf den Koepfen... Und nicht nur das war ein auffallender Unterschied, der andere betraf meine Geldboerse, die sich hier doch hier immer wieder erstaunlich schnell geleert hat. Natuerlich war ich vorgewarnt. Doch wenn ich das Preisniveau nicht mit dem in China, Kambodscha oder gar Indien sondern dem in Deutschland vergleiche, dann war der Unterschied gar nicht so eklatant fuer das, was ich geboten bekam. In einer Jugendherberge zahlte ich hier auch nur 20 bis 25 Euro, ein Ryokan, das man mit einer Pension in Deutschland vergleichen koennte, kostete im Schnitt 35 Euro, was auch nicht viel mehr ist, als ich in Deutschland ausgeben wuerde. Essen gehen fuer 5 bis 10 Euro war auch kein Problem, und die lokalen Lebensmittel waren auch nicht viel teurer als bei uns. Nur wenn ich mir importierte Lebensmittel wie eine Tafel Milka oder eine Packung Vollkornbrot kaufen wollte, dann wurde es teuer. Und Obst und Gemuese kosteten hier um einiges mehr. Und natuerlich war es ein Preisschock aus Suedostasien zu kommen, wo ich fuer 3 Euro eine komplette Mahlzeit bekommen konnte.&lt;br /&gt;Etwas Pech hatte ich mit dem Wetter. Eigentlich haette die Regenzeit schon zu Ende sein sollen, ab Mitte Juli waere Sommersonne dran gewesen, aber nicht so in diesem Jahr. Tokio und Narita waren noch trocken, sonnig bis bewoelkt, aber in  Kyoto kam dann der fette Regen, der mich bis nach Hiroshima und Nagasaki verfolgt hat. Ich hatte das Gefuehl den Regen, den ich in den letzten Monaten nicht gehabt hatte, auf einen Schlag nachzuholen. Ich nahm es mit Humor, kaufte mir fuer umgerechnet drei Euro einen Regenschirm, stapfte durch die nassen Strassen und freute mich uber jedes Regenloch. Immerhin war es immer noch ordentlich warm bis schwuel durch die Feuchtigkeit. Und so eine Tempelanlage im Regen hat auch ihren Reiz, ist doch das Gruen des Parks durch die Feuchtigkeit so richtig satt. Und wie herrlich ist es dann, wenn es doch mal aufklart und aufeinmal die Sonne scheint, denn dann weiss man sie doch wieder richtig zu schaetzen. Ich hatte mich an ihre hellen, warmen Strahlen wohl schon so sehr gewoehnt, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen konnte, wie das ohne sie ist. Um so schoener war es, ihr dann am Mount Fuji, dem hoechsten Berg Japans wieder zu begegnen und vom Gipfel ihren Aufgang am fruehen Morgen zu bewundern. Doch erstmal der Reihe nach:&lt;br /&gt;In Narita war ich nur fuer einen Tag, genoss die Ruhe dieses kleinen Ortes und traf am Abend Lars fuer ein kurzes Gespraech im Holiday Inn am Flughafen, wo er mit seiner Familie vor dem Abflug am naechsten Morgen untergekommen war, und uebergab ihm ein paar Sachen, die er in Deutschland an meinen treuen Freund Gerhard weitergeben kann, der vermutlich bald seine Wohnung ausbauen muss, weil er ein Paeckchen nach dem anderen von mir erhaelt... Als ich dann nach Tokio aufbrach, liess mein netter Ryokan-Besitzer in Narita es sich natuerlich nicht nehmen, mich zum Bahnhof zu kutschieren. Tokio war einfach gigantisch. Da gab es so viel zu sehen, dass mir am Anfang fast schwindlig wurde von all den Moeglichkeiten, und ich nicht wusste, wohin ich denn als erstes wollte...all die Tempel, Parks, die Einkaufszeilen, Museen, oeffentlichen Baeder...Ich fuehlte mich fast ueberfordert. Auch dieses mal hatte ich ein Ryokan gebucht. Es war im Asakusa-Viertel von Tokio, gleich um die Ecke von einem der zentralen buddhistischen Tempel der Stadt, dem Senso-ji, wo ich dann gleich erleben durfte, wie gerne sich auch Japaner mit Auslaendern ablichten lassen. Das kannte ich ja schon aus China und Indien: "May I take your photo?" Natuerlich liess ich mich auch hier wieder froehlich mit Menschen ablichten, die ich nicht kannte und die ich vermutlich nie wiedersehen wuerde. Inzwischen hatte ich mir aber angewoehnt einfach zurueckzufragen, ob ich dann auch ein Foto von ihnen machen duerfte. Natuerlich war die Ueberraschung dann gross, aber dann durfte ich auch und am Ende bedankten sich die meisten, als fuehlten sie sich geehrt. Und ich hatte eine nette Erinnerung an diese Begegnungen im Kasten. So beeindruckend Tokios Tempel, Parks, Museen und Einkaufszeilen fuer mich auch waren, mindestens ebenso faszinierend fand ich die vielen Menschen, die hier unterwegs waren. Und damit meine ich nicht nur ihre Anzahl sondern auch ihre Vielfalt und ihre Diszipliniertheit in der Masse. Das Outfit der jungen Leute reichte vom klassischen Kimono, der richtig hipp zu sein scheint, ueber superkurze Roecke mit hochhackigen Schuhen bis zum laessigen Schlabberlook. An meinem letzten Abend in Tokio erlebte ich dann ein Riesenfeuerwerk, zu dem ganz Tokio unterwegs zu sein schien, aber niemand draengelte sondern alle standen ganz brav und ordentlich an, bis sie an der Reihe waren. Auf den Strassen hatten sich die Menschen in Gruppen auf Plastikplanen zu einer Art Picknick niedergelassen und nur am Rande auf den Buergersteigen schoben sich die anderen entlang, die keinen Platz mehr ergattert hatten. &lt;br /&gt;Nach Tokio war Kyoto, eine der ehemaligen Hauptstaedte Japans, eindeutig ein Ort zum Besuch von Tempeln und Schreinen, was ich auch trotz Regen tapfer unternommen habe. Am ersten Tag war es sogar noch trocken, aber dann goss es zwei Tage in Stroemen. Pech war das fuer das Gion Matsuri, einem der bekanntesten Festivals Japans, das jedes Jahr im Juli stattfindet und zu dessen Hoehepunkt am 17. Juli ich gerade rechtzeitig in der Stadt war. Das grosse Ereignis dieses Tages ist eine Art Prozession am Morgen von ueber dreissig Schreinen, die ueber eine festegelegte Route durch die Stadt gezogen werden. Es war ein bisschen wie Karneval, wie da ein bunt geschmueckter Schrein nach dem anderen vorbeizog, nur dass die Menschen hier viel ernster und stiller waren. Am Strassenrand stand die Menge, schaute schweigend und applaudierte nur ganz selten eher verhalten. Jede Einheit bestand aus einem Fahnentraeger, dem eine Gruppe Maenner in Kostuemen folgte. Dann erst kam der eigentliche Wagen, der bunt bemalt und geschmueckt je nach Groesse von mehr oder weniger weiteren Maennern gezogen wurde und in dem Musikanten mit Trommeln und Floeten spielten. Den Dauerregen nahmen Zugteilnehmer wie Passanten mit stoischer Gelassenheit. Immerhin war der Abend davor, als sich Touristen wie Einheimische auf einer der Hauptstrassen im Zentrum an den Fressbuden vorbeischoben, die da aufgereiht standen, trocken gewesen. Ich hatte mich da in eine Art japanisches Tapas-Restaurant verzogen und kleine Kunstwerke auf winzigen Tellern serviert bekommen, waehrend ich mit anderen Gaesten an einem grossen Tisch sass. Das war kein Essen zum Sattwerden, aber rein vegetarisch und sehr lecker. In Kyoto war es auch, dass ich mich an eines der Nationalgerichte, Sushi, die kleinen Haeppchen aus Reis und rohem Fisch, wagte. Das war dann zwar nicht vegetarisch, und es wird sicherlich nie meine Leibspeise werden, aber es war ein fast meditatives Erlebnis, wie da auf dem Laufband die kleinen Teller wie Boote vorbeifuhren und ich mir einfach nehmen konnte, was mir gefiel. Vielleicht war es auch wie eine Erinnerung an meine Kindheit, wenn meine Mutter fuer mich kleine Haeppchen bastelte und auf einem Holzbrett anordnete, das dann an mir vorbeifuhr und ich mir jedes Mal ein Stuecken nehmen durfte...Damals war es ein Spiel, um mich dazu zu bringen, etwas zu essen, auch wenn ich gerade nicht wollte...In Kyoto war ich umgeben von Japanern, denen ich abgucken konnte, wie man die Haeppchen mit den Staebchen packt und in Sojasauce tunkt, wo es das heisse Wasser zum gruenen Tee gab, dass ich die dazu servierte Misosuppe mangels Loeffel aus der Schale schluerfen durfte und dass die Zeche am Ende nach der Anzahl der Teller errechnet wurde, die sich vor mir stapelten. Schade nur, dass ich die Sprueche des Chefkochs in der Mitte des Raumes, um den die Haeppchen fuhren, nicht verstehen konnten, und auch mit der aelteren Dame neben mir mangels Sprachkenntnissen nicht ins Gespraech kommen konnte. Kyoto ist auch einer der Orte in Japan, wo es noch Geishas, die Gesellschaftsdamen Japans, deren Spezies aber auszusterben droht, zu sehen gibt, und ich war so fasziniert sie so ganz weiss geschminkt mit aufgestecktem Haar in ihren bunten Kimonos zu sehen, dass ich jedes Mal das fotografieren vergass oder auch einfach zu langsam war...aber gesehen hab ich sie! &lt;br /&gt;In Hiroshima, meiner naechsten Station, schienen mir der vorwiegend graue Himmel und der Regen irgendwie passend, nicht nur weil ich Stunden im Peace Memorial Museum zur Erinnerung an den Atombombenabwurf auf die Stadt am 6. August 1945 und in der Peace Memorial Halle fuer die Atombombenopfer verbrachte, sondern vor allem, weil diese Erinnerungsstaetten so voller Trauer und so erschuetternd waren, dass ich Sonnenschein vermutlich wie Hohn empfunden haette. Dabei ist Hiroshima heute eine lebendige Stadt, in der das Leben seinen ganz normalen Gang zu nehmen scheint. Von den sogeannten Hibakushi, den Opfern des Atombombenabwurfs, sind ueber 60 Jahre danach auch nicht mehr viele am Leben.  Der A-Bomb-Dome, die Ruine der einstigen Industrieausstellungshalle, als Mahnmal wirkt zwischen den Hochhaeusern ringsum fast etwas verloren. Erschreckend ist vor dem Hintergrund der Bilder einer zerstoerten Stadt und verbrannter Menschen, dass die Atombombentests in den Jahrzehnten danach ungehindert weitergegangen sind. Im Atomic Bomb Museum in Nagasaki, wo ich nach Hiroshima war, werden in einem Film die Folgen des Atombombenabwurfs dort am 9. August 1945 mit den fortlaufenden Atombombentests kontrastiert, was im Grunde darauf hinweist, dass die Menschen oder zumindest ihre Regierungen scheinbar aus den damaligen Ereignissen doch nicht bereit gewesen sind zu lernen. Um so erschreckender war fuer mich in Nagasaki, als ich am Abend den Fernseher in meinem Ryokan anmachte und in einem englischensprachigen Programm erfuhr, dass Beirut von Israel bombadiert wird. Es war der Tag, an dem die Amerikaner vor Ort mit Fracht- und Kreuzfahrtschiffen aus der Stadt evakuiert wurden und an dem ich lange Zeit im Nagai Takashi Museum verbrachte hatte, das sich um das Schicksal des gleichnamigen Arztes dreht, der schon vor dem Atombombenabwurf am 9. August 1945 an Leukaemie erkrankt war, seine Frau an jenem Tag verlor, waehrend seine zwei Kinder zum Glueck nicht in der Stadt sondern bei Verwandten auf dem Land gewesen waren. Krank wie er war, konnte er die ihm verbleibenden sechs Jahre, die er noch zu leben hatte, nur im Bett liegend verbringen und nutzte sie zahlreiche Buecher fuer den Frieden und gegen den Krieg zu schreiben. In einem dieser Buecher schreibt er: "War is such folly! Nobody can win or lose in a war. There is only destruction. Humans were not born to fight. Peace! Peace forever (Krieg ist so verrueckt! Niemand kann in einem Krieg gewinnen oder verlieren. Er bringt nur Zerstoerung. Menschen sind nicht geboren, um zu kaempfen. Frieden! Frieden fuer alle Ewigkeit)!" Schade, dass diese Botschaft in so vielen Laendern (noch) nicht angekommen ist. Wie Hiroshima hat auch Nagasaki es sich zur Aufgabe gemacht, fuer die Welt eine Stadt des Friedens zu sein und mit den Erinnerungsstaetten an den Bombenabwurf auf die Stadt dafuer zu wirken. Und wie in Hiroshima scheinen die Spuren des Atombombenabwurfes bis auf die Orte, die extra dem gedenken sollen, was damals passiert ist, getilgt. Und noch etwas haben diese beiden Staedte gemeinsam: eine reiche Geschichte vor 1945. Nagasaki war eine international gepraegte Handelsstadt und in Zeiten des Shogungate, als sich Japan nach aussen isolierte, die einzige Stadt mit Kontakt zum Ausland.  Hiroshima war einst Bildungsstadt und Militaerstuetzpunkt, wobei letzteres wohl auch der Grund war, warum die Amerikaner diese Stadt zum Angriffspunkt fuer ihren ersten Atombombenabwurf waehlten.&lt;br /&gt;Von Nagasaki ganz im Sueden Japans ging es fuer mich wieder nach Norden. Ich hatte eine Nachtfahrt gebucht, und zwar - wie ich dachte - im Schlafwagen. Um so ueberraschter war ich, als ich alleine in einem Abteil mit 30 Sitzplaetzen landete. Was mich weiter verwunderte: der Zug fuhr nicht nur verspaetet ab, er hielt auch immer wieder auf der Strecke. Dabei hatte ich mich gerade wieder an die Schnelligkeit der Shinkansen-Zuege gewoehnt, deren Tempo mir zuerst nach all den langsamen Zuegen in Indien, Vietnam oder China mir fast unheimlich gewesen waren. Und auch sonst war dieses Stocken doch sehr untypisch fuer das, was ich bisher mit der japanischen Bahn erlebt hatte. Da hatte alles auf die Minute geklappt.  Ich drueckte die Lehne meines Sitzes weit nach hinten, was doch sehr bequem war, dachte aber dennoch daran, wie schoen es waere in einem Bett zu liegen. Und wider Erwarten sollte sich dieser Wunsch bald erfuellen, wenn auch anders als gedacht. Es begann damit, dass mir der Schaffner bedeutete, meine Sachen zusammenzupacken. An einem kleinen Bahnhof durfte ich mitten in der Nacht aussteigen. Auf dem Bahnsteig waren noch etwa 20 andere Fahrgaeste, mit denen ich nun in einen anderen Zug umsteigen durfte, der aber in Hakata endete. Damit war ich immer noch weit im Sueden des Landes, dabei wollte ich doch bis hoch nach Tokio und von dort weiter zum Mount Fuji... Am Bahnhof von Hakata erfuhr ich dann, dass wir in dieser Nacht auch nicht weiter kommen wuerden. Auf der Strecke hatte es offenbar einen Unfall gegeben, es hiess auf Grund der starken Regenfaelle. So wurden wir dann allesamt ins naechste Hotel am Bahnhof verfrachtet, so dass ich doch noch nach Mitternacht in einem weichen Hotelbett landete, aus dem ich am naechsten Morgen um 5.00 Uhr wieder aufstand, um den ersten Zug um 6.00 Uhr nach Tokio zu erwischen. Schliesslich hatte ich ja noch eine weite Strecke vor mir. Und tatsaechlich kam ich nur eine Stunde spaeter als geplant in Fuji-Yoshida am Fusse des Berges an, den ich am Tag darauf besteigen wollte...&lt;br /&gt;Und da hatte ich mir wirklich etwas Groesseres vorgenommen, denn natuerlich wollte ich den Berg von ganz unten besteigen.  Die meisten Bergsteiger fahren heutzutage mit dem Bus zur fuenften Station auf 2300 Metern und erklimmen so die verbleibenden knapp 1500 Meter. Ich nahm den Weg der Pilger auf mich und startete vom Tor des Sengen-jinja im Ort Fuji-Yoshida, wo ich in der Jugendherberge untergekommen war, auf knapp 800 Metern. Ueber den Fuji-Schrein am Fusse des Berges wanderte sich so bis zur fuenften Station durch den Wald, von dem aus ich den Berg nicht sehen konnte und wo der Weg erst flach war, dann aber immer steiler wurde. Ich war in diesen ersten fuenf Stunden meiner Wanderung komplett alleine und fragte mich schon, ob ueberhaupt jemand an diesem Tag auf dem Weg zum Gipfel war. Doch ab der fuenften Station tauchten dann die anderen Bergsteiger auf. An diesem Tag brachte ich es dann noch in weiteren drei Stunden bis zur Berghuette Taishikan auf der sogenannten 8. Station auf etwa 2700 Metern Hoehe. Inzwischen war es richtig steil geworden. Da war ich dann doch froh, dass ich mir am Fuji-Schrein einen Wanderstab gekauft hatte. Er half mir, mich die Stufen und Felsen hinaufzudruecken. Als ich gegen 18 Uhr oben war, gab es bald Abendessen, und dann versuchte ich ab 20.00 Uhr im Schlafsaal trotz allen Kommens und Gehens und all der lauten Schnarchtoene bis Mitternacht etwas Schlaf zu finden. Es gelang mir mehr schlecht als recht. Und der Aufstieg in der Nacht war nicht nur anstrengend, weil er steil war, sondern auch weil die Luft inzwischen etwas duenner geworden war und das Atmen etwas muehsamer. Ich war gegen halb eins gestartet, wie mir einer aus der Huette geraten hatte, weil es dort oben voll werden wuerde, wie er meinte, und ich doch sicher eine gute Sicht auf den Sonnenaufgang haben wollte. Tatsaechlich war der Pfad zum Gipfel in der Nacht gut bevoelkert. Wandergruppen aus zehn bis 20 Japanern waren unterwegs mit Fuehrer und Taschenlampen. Ich war zum Glueck vor ihnen auf der Strecke, nachdem ich zwei Gruppen ueberholt hatte, denn ihr Aufstieg war doch etwas zaeh. Nun konnte ich sie hinter mir wie lange Gluehwuermchen den Berg hinaufschleichen sehen. Allerdings landete ich selbst eine Stunde vor Sonnenaufgang am Gipfel, gerade bevor der Nebel alles verhuellte. Kurz hatte ich den roetlichen Streifen des Horizonts gesehen. Dann zogen die Nebelwolken alles dicht. Wenigstens war die Sicht beim Aufstieg so klar gewesen, dass ich die Sterne hatte sehen koennen. Unterwegs war ich auf Helen und Andi aus England gestossen, mit denen ich zuerst drauessen in Wind und Wetter, dann aber wegen der Kaelte in einer Huette am Gipfel auf den Sonnenaufgang wartete. Und wie durch eine Wunder schob der Wind die Nebelwolken just in dem Moment beiseite, als die Sonne aufging. Und die kam nicht am Horizont sondern als roter Glutball mitten aus der Wolkenschicht unter uns hervor. Sowas hatte ich auch noch nicht gesehen. Aus den Huetten erklang im Hintergrund dazu die japanische Nationalhymne, es war ein echtes Schauspiel. Kurz darauf waren wir wieder in Nebel gehuellt. Trotzdem machten wir uns auf den Weg, den Krater des Vulkans, der der Fuji ja nunmal ist, zu umrunden, aber der Wind trieb uns zurueck. Er war so heftig, dass wir befuerchteten von ihm erwischt und hinabgeweht zu werden. Wir beschlossen in einer Huette zu warten. Und tatsaechlich geschah das zweite Wunder dieses Morgens: die Nebelwolken verschwanden wieder, und wir konnten einen Blick in den Krater werfen. Helen und Andi waren zu muede, um den Krater doch noch zu umrunden und machten sich an den Abstieg, waehrend ich einen zweiten Anlauf versuchte, indem ich mich an eine Gruppe Japaner haengte. Doch der Wind war nicht schwaecher geworden. Schliesslich drehten sie wieder um und ich mit ihnen, nachdem wir uns gegenseitig bestaetigt hatten, dass es zu gefaehrlich war weiter zu gehen. Somit habe ich den allerhoechsten Punkt des Berges, der quasi gegenueber den Huetten liegt, von denen aus wir den Sonnenaufgang gesehen hatten, nicht erreicht. Doch mir war es wichtiger heil wieder ins Tal zu kommen. Am Ende gelang es mir, Helen und Andi nochmal einzuholen und mich dann an der fuenften Station erneut von ihnen zu verabschieden, wo sie in den Bus stiegen und ich wieder alleine durch den Wald ins Tal spazierte. Und waehrend dieses langen Abstiegs - es waren immerhin insgesamt knapp 3000 Hoehenmeter - war ich wieder froh mit einem Stock unterwegs zu sein, denn er gab mir die Balance auf dem Geroell, den Felsen und den Stufen hinab. Inzwischen hatte er auch von den verschiedenen Stationen ein paar Stempel bekommen und war zu einem echten Souvenir geworden. Wie wuerde ich ihn wohl nach Deutschland zurueckbekommen? &lt;br /&gt;Als ich ihn mir kaufte und mir die Stempel nach und nach auf ihn brennen liess, hatte ich dafuer noch keine Loesung gefunden. Doch wie so oft auf Reisen ergab sich alles wie von selbst. Beim Aufstieg waren mir naemlich noch Paul und Ted begegnet, die an einer Komoedie ueber die Bergsteiger am Mount Fuji arbeiteten. Ich sah die beiden zum  ersten Mal, als Ted gerade Paul abdrehte, wie er in Anzug, Krawatte und Hut in weit ausladenden Gesten erzaehlte, dass er auf 2300 Metern stehe und unter ihm im Tal ein "Thunderstorm" tobe. Ich schaute den beiden zu und fragte am Ende, ob dass ihr Ernst waere, was wohl nicht der Fall war. Doch so kam ich mit ihnen ins Gespraech und erfuhr, dass sie auf dem Weg zur selben Huette waren wie ich und ihr japanischer Reisefuehrer schon vorgegangen war. Als ich dann an der Huette lange vor ihnen ankam, weil sie durch ihre Dreharbeiten und die schweren Geraete nur langsam vorankamen, stiess ich auf eine aeltere Japanerin, die mir stolz erzaehlte, dass sie gerade zum achten Mal den Mount Fuji besteigen wuerde, 63 Jahre alt waere und es sich zur Aufgabe gemacht haette, Auslaender den Berg hinaufzufuehren. Im Laufe des Gespraeches kam heraus, dass sie der japanische Reisefuehrer von Paul und Ted war, weil sie immer wieder von den verrueckten Kanadiern sprach, auf die sie wartete und ich dann irgendwann eins und eins zusammenzaehlte. Fusako, so ihr Name, hatte 1999 bis 2000 ein Jahr mit ihrem Mann in Freiburg gelebt und sprach auch noch ein paar Worte deutsch. Sie lud mich spontan ein, sie in Kamakura zu besuchen, was mit der Bahn etwa eine Stunde von Tokio entfernt ist, was ich dann auch an meinem letzten Tag in Japan gemacht habe. Sie war dann meine Reisefuehrerin durch diesen Ort und von ihr habe ich in den wenigen Stunden, die wir miteinander hatten, auch etwas mehr ueber das Leben einer Japanerin erfahren... Sie ist nun die Hueterin meines Wanderstabes, den sie mitbringen darf, wenn sie das naechste Mal nach Deutschland kommt, denn "zufaellig" arbeitet ihr Schwager bei Lufthansa, so dass sie doch hin wieder mal in Frankfurt landet...&lt;br /&gt;Doch bis zu unserem Wiedersehen in Kamakura war ich fuer ein paar Tage wieder mit Stock unterwegs und fuhr von Fuji-Yoshida nach Nagano und Matsumoto in den japanischen Alpen. Dabei erntete ich auch den einen oder anderen bewundernden Kommentar zu meinem Wanderstab, dessen Stempel verrieten, dass ich Mount Fuji bestiegen hatte. In Nagano war fuer mich der Zenkoji-Tempel am fruehen Morgen um 5.30 Uhr ein echtes Erlebnis. Dieser buddhistische Tempel hat einen Priesterin und eine Priesterin, pflegt also quasi die Gleichberechtigung, und gibt sich offen fuer andere Religionen. Die beiden erschienen nacheinander am Morgen, um sich vor dem Allerheiligsten des Tempels zu verneigen und die Menschen, die sich vor dem Tempel versammeln zu segnen. Nachdem ich am Tag zuvor schon in den stockdunklen Tunnel des Tempels hinabgestiegen war, um den Schluessel der Erleuchtung zu beruehren, hockte ich mich nun in die Reihe der Japaner und Japanerinnen, um meinen buddhistischen Segen zu bekommen. Nach dieser Morgenandacht hatte ich eigentlich einen Ausflug in die umliegenden Berge machen wollen, entschied mich aber angesichts der unsicheren Wetterlage fuer einen Ausflug nach Matsumoto, wo ich im Matsumoto-Schloss eine kostenlose englische Fuehrung einer japansichen Studentin genoss und mich anschliessend noch angeregt mit ihrem Englischlehrer unterhielt, der auch vor Ort war, durch das alte Nakamachi-Viertel spazierte, dessen zweistoeckige antike Haeuser ganz schnuckelige Geschaefte und Restaurants beherbergen, im Matsumoto Art Museum die Werke der Avantgarde-Kuenstlerin Yayoi Kusama und des Landschaftsmalers Kazuo Tamura bewunderte, im Asama Onsen ein typisch japanisches oeffentliches Bad genoss und am Ende des Tages in dem wunderbaren Kura-Restaurant eine andere kulinarische Spezialitaet des Landes ass: Tempura - Gemuese- und Fischstuecke in einer Art krossem Teigmantel - dazu Reis, Misosuppe, Sashimi (rohe Fischstueckchen), und Koyadofu, einem gefriergetrockneten Tofu, der eingelegt worden ist. Am Ende des Tages war ich damit nicht nur reich an Eindruecken sondern auch schon satt und sauber...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-115432229649684521?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/115432229649684521/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=115432229649684521' title='1 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/115432229649684521'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/115432229649684521'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/07/tokio-in-japan-wieder-mit-stock_30.html' title='Tokio - in Japan wieder mit Stock unterwegs'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-115219297143324812</id><published>2006-07-06T06:34:00.000-07:00</published><updated>2006-07-15T08:15:24.186-07:00</updated><title type='text'>Beijing – auf den Geschmack gekommen</title><content type='html'>Kulinarisch war China fuer mich nun wirklich nicht herausragend, wenn ich nun am letzten Tag meine Eindruecke zusammenfasse. Als „eingefleischte Vegetarierin"(!) hatte ich einen schweren Stand, denn die Chinesen lieben Fleisch. Es war schon nicht leicht, auf den Menues die passenden Gerichte zu finden, und hatte ich dann beispielsweise den Spicy Tofu, also den scharfen Tofu, oder die Auberginen im Sechuanstil entdeckt, so fanden sich doch darin moeglicherweise kleine Fleischstueckchen – und das war bestimmt gut gemeint, aber bei mir nun mal fehl am Platze. Am besten bedient war ich mit den Restaurants, die ihre Gerichte ausliegen hatten, so dass ich mir anschauen konnte, was mich erwarten wuerde, zumal es auch oft genug eben kein englisches Menue gab und mit den Schriftzeichen konnte ich dann doch nicht so viel anfangen...Immerhin war ich in Hongkong in einem vegetarischen Restaurant, dass chinesische Gerichte hatte. Nur als ich dann las, dass es hier vegetarisches Rind, Schwein, Huhn gaebe, war ich doch erstaunt und fragte nach. Die Antwort war einfach: Die Gerichte waren aus Soja, imitierten aber eben Fleisch. Erstaunlich gelungen waren die Shrimps-Imitationen, die ich in meinem Gericht aus angeblich neun Gemuesesorten entdeckte. Spaeter fand ich dann in Shanghai aehnliche Restaurants und wenn ich auch ohne "vegetarisches Fleisch" gut ausgekommen waere, so waren diese Restaurants doch sehr erholsam, weil ich nicht mehr auf der Hut sein musste, ob nicht doch ein totes Tier im Essen war, auf das ich nun mal keinen Appetit hatte.&lt;br /&gt;Trotzdem bin ich in China auf den Geschmack gekommen. Zum einen war es wohl immer wieder diese Herausforderung mit so gut wie keinen Sprachkenntnissen trotzdem durchzukommen. Denn es ist ja schon so faszinierend genug, sich in einem fremden Land zu bewegen und zu lernen, wie das Leben dort funktioniert, was man in der Regel eben durch Beobachtung herausfindet. Spricht man aber die Sprache, so kann man auch mal nachfragen. Spricht man sie nicht, ist man noch viel mehr auf Beobachten angewiesen, eben darauf, die Gesten und Mimik der Menschen zu verstehen. Oft genug hat mir ein Chinese oder eine Chinesin den Weg auf Chinesisch erklaert, wenn ich auf die Schriftzeichen gezeigt habe, die fuer das Hotel oder das Restaurant, das ich suchte, in meinem Reisefuehrer standen, und dann habe ich aus ihrer oder seiner Koerpersprache erahnt, wohin ich gehen musste. Natuerlich gab es auch immer wieder frustrierende Momente, in denen ich nicht weiterzukommen schien, oder sich sogar Menschen abwandten, wenn ich ansetzte, meine Frage zu formulieren, als wollten sie nichts mit mir zu tun haben. Vielleicht hielten sie es aber auch von vorne herein fuer unmoeglich, sich mit mir zu verstaendigen. Zum Glueck gab es genug andere, die sich trotz allem bemuehten, mir weiterzuhelfen. &lt;br /&gt;Zum anderen sind es wohl auch die Chinesen und Chinesinnen selbst, die mich immer wieder ueberrascht und neugierig gemacht haben. Die lauten wie die leisen, die ruppigen wie die netten, denn es gab immer beides und manchmal dicht hintereinander. Hatte sich gerade ein Mann bruesk von mir abgewandt, so konnte an der naechsten Ecke schon eine Frau stehen, die mir mit Haenden und Fuessen versuchte verstaendlich zu machen, wohin ich gehen musste. War ich gerade wie gegen eine Wand gerannt, so oeffnete sich ein Haus weiter eine Tuer. So war ich beispielsweise im verregneten Hangzhou auf der Suche nach einem bestimmten Hotel, aber ich konnte es einfach nicht finden, weil der Stadtplan in meinem Reisefuehrer, der nur eine Kopie des Originals war, nicht deutlich erkennen liess, wie der Strassenverlauf war. Also fragte ich in einem anderen Hotel nach, aber die kannten das, das ich suchte nicht, liessen mich aber auch dort nicht von ihrem Hotel aus anrufen, wie ich es zuvor schon in Xiamen in einem Hotel getan hatte. Im naechsten Hotel nahm die Rezeptionistin die Sache sogar selbst in die Hand und rief fuer mich an, was ich so nett fand, dass ich ernsthaft ueberlegte, ob ich nicht gleich in diesem Hotel nach einem Zimmer fragen sollte. Ihre Kollegin schien auch diese Idee zu haben, und sprach kurz mit der Rezeptionistin, woraufhin die meinte, das Hotel, das ich suchte, waere ganz weit weg, und die Kollegin schlug vor, ich koennte doch bei ihnen uebernachten. Interessanterweise war das Gespraech zwischen den beiden zwar auf Chinesisch verlaufen, waehrend die Rezeptionistin mit mir Englisch sprach, aber ich erahnte trotzdem den Inhalt des Gespraeches und sagte daher auch, dass sie mich mit einer Luege nicht dazu bringen koennten, in ihrem Hotel zu bleiben. Die Rezeptionistin schaute etwas betroffen und wies mir dann zwar nur etwas grob aber doch korrekt den Weg zu dem Hotel, das ich suchte, wohin ich dann auch ging. &lt;br /&gt;Herrlich war auch immer wieder, wenn ich auf junge Leute traf, die tatsaechlich etwas Englisch sprachen und nun ihre Sprachkenntnisse mit mir ueben wollten. Wie der Kellner in Guilin, der mir half, auf dem Menue Gerichte ohne Fleisch zu finden und mich dann nach ein paar Worten fragte, die er nicht wusste, um dann am Ende zu sagen: „I like your hairstyle." Diesen Satz hatte er bestimmt im Englischunterricht gelernt, aber wie er ihn dann anwandte, war schon irgendwie "suess" – im uebrigen hatte ich an dem Tag keine besondere „Frisur“. Oder wie die junge Frau im Starbucks, die auf mich zukam, mich fragte, ob ich Touristin waere, wie ich Hangzhou faende, ob ich gerade Tagebuch schreiben wuerde, und die mir dann auch sagte, sie wuerde gerne mit mir ihr Englisch ueben. Ich koennte dann auch mit ihr mein Chinesisch verbessern, wenn ich wollte. Klasse war auch die Hongkongerin, die alleine im Restaurant in Guilin sass, als ich zum Mittagessen dort eintrat, und kaum, dass ich mich gesetzt hatte, aufstand, zu mir an den Tisch kam und mich fragte, ob ich alleine waere und Lust haette, mit ihr Mittag zu essen. Sie arbeitete erst seit kurzem fuer Cathay Pacific in Guilin, war urspruenglich aus Hongkong und fuehlte sich wohl etwas einsam. Wir hatten ein nettes Gespraech zum Mittagessen und gingen danach wieder mit einem freundlichen Bye-bye auseinander.&lt;br /&gt;Schliesslich ist da die Weite und Vielfalt des Landes, von der ich auf meiner Strecke wohl nur eine Ahnung bekommen habe, denn ich habe mich quasi am Rande Chinas bewegt. Die Strecke Nanning-Guilin-Yangshou-Hongkong-Xiamen-Hangzhou-Shanghai-Beijing folgt an der suedoestlichen Grenze des Landes grob dem Kuestenverlauf. Ich habe vor allen Dingen reiche Staedte und Touristenziele gesehen, mich ueber die gepflegten Parks, die riesigen Wolkenkratzer, die zahlreichen Shoppingcenter, in denen es so aussah, als ob Shopping der Freizeitspass der Chinesen schlechthin waere, und die glatten Strassen gewundert. Nur auf der Strecke zwischen Xiamen und Hangzhou habe ich eine Ahnung bekommen, wie einfach und arm China eben auch sein kann, wo Menschen in einfach Huetten oder Haeusern leben. Doch das war eben nur ein Blick aus dem fahrenden Zug, ich war nicht mittendrin. Und dafuer sollte man dann wohl auch etwas mehr Chinesisch sprechen als die paar Brocken, die ich inzwischen zusammenbringe, wenn ich mir Muehe gebe. Selbst in den Staedten waren nur wenige Bettler zu sehen, und die armen Viertel habe ich nur hier oder da in Ausschnitten gesehen.&lt;br /&gt;Natuerlich habe ich mich auch insgesamt eher an der Oberflaeche der Gesellschaft bewegt und eben oft genug bedauert, dass ich mich mit den Menschen nicht mehr unterhalten konnte. Und was die politischen Verhaeltnisse angeht, so habe ich davon nichts direkt zu spueren bekommen, auch wenn mir an der Berichterstattung im Fernsehen, wo es ein internationales Programm in Englisch gibt, das immer wieder eine halbstuendige Nachrichtensendung  beinhaltet, aufgefallen ist, wie positiv aus China berichtet wird. Wenn es um Natuerkatastrophen geht, dann stehen die Helden im Vordergrund, die gegen die Gewalt der Natur kaempfen. Wenn ueber Verzoegerungen beim Abschuss des amerikanischen Raumfahrtschiffes berichtet wird, so folgt darauf ein Bericht ueber die Erfolge der chinesischen Raumfahrt. Selbstverstaendlich wird nicht ueber den blinden Chinesen berichtet, von dem ich im Time Magazin gelesen habe, dass er gegen die erzwungenen Sterilisationen und Abtreibungen an Frauen in China protestiert hat, und fuer eine Weile verschwunden war. Nun ist er wohl in einem Gefaengnis wieder aufgetaucht, und man wirft ihm unter anderem vor, Menschen "zusammengerottet" zu haben, um den Strassenverkehr zu behindern. Der wirtschaftliche Erfolg Chinas steht jedenfalls im Fernsehen wie auf den Strassen der grossen Staedte, ganz klar im Vordergrund, auch wenn ich mich manchmal gefragt habe, wer soll das alles kaufen, was da in den Geschaeften ausliegt. Immerhin kleiden sich die Chinesinnen und Chinesen hier so westlich wie bei uns, und manches Mal habe ich ein Spiel gespielt, indem ich geraten habe, ob die Person, die da vor mir geht, ein chinesisches oder westliches Gesicht hat. Oft genug habe ich mich geirrt... &lt;br /&gt;Fragt sich nur, wie dieses Land mit den ungeheuren Diskrepanzen, die sich da zwischen Arm und Reich auftuen, auf Dauer leben will. Nur ganz vereinzelt habe ich Menschen gesehen, die offensichtlich auf der Strasse leben und kein zu Hause haben. Doch es gibt sie. Und wie gesagt, die Bilder aus dem Zug haben auch eine andere Sprache gesprochen als das, was ich in den Staedten gesehen habe. Unterdessen hat der Zug nach Lhasa seine Jungfernfahrt beendet, der Run auf die Tickets fuer die kommenden Touren ist offenbar enorm. Und es sind wohl immer mehr die Chinesen und Chinesinnen selbst, die das Reisen in ihrem Lande entdecken. Ich war bass erstaunt, als ich auf einem Boot von Guilin nach Yangshou umgeben von Chinesen war, die - wie ich - ihre Landsleute fotografierten, die als einfache Fischer auf Bamboofloessen ueber den Fluss kreuzten. Angeblich boomt in China gerade die Hotelbranche – und wir reden hier vor allen Dingen von erstklassigen Hotels. Sogenannte Budgetoptionen sind hier eh duenn gesaet, was das Reisen als Rucksacktourist nicht gerade billig macht. Dafuer lebt es sich hier auch dann sehr gepflegt, und das einheimische Essen ist immer noch spottbillig. Verschlaegt es einen allerdings in eine der fuehrenden Fast Food Ketten McDonalds, Kentucky Fried Chicken oder Pizza Hut, dann bewegt man sich in ganz anderen Preiskategorien. Erstaunlich ist auch, wie praesent Starbucks ist, aber das nicht nur in China sondern in all den Laendern Suedostasiens, die ich besucht habe. Fuer mich war das manchmal ganz angenehm, da diese Laender nun mal in dem Sinne keine Cafe-Kultur haben, ich aber doch hin und wieder nach viel Asphaltlaufen Lust auf eine laengere Pause hatte, ohne gleich wieder in ein Restaurant zum Essen zu gehen. Nur dass dann ein Cafe Latte doppelt so teuer war, wie das Mittagessen, das ich gerade zwei Stunden zuvor in einem einfachen Restaurant gegessen hatte...&lt;br /&gt;Inzwischen bin ich nun ueber Shanghai in Beijing gelandet, wo ich mich gleich am ersten Tag aufs Fahrrad gesetzt habe, um von meiner Jugendherberge, in der ich gelandet bin, weil ich keine Lust mehr auf teures Hotel hatte, zum Tianamen-Platz zu fahren. Der lag am Morgen aber noch in einer dicken Suppe aus Nebel und Dunst, doch das machte ihn nicht weniger beeindruckend. Ich kuemmerte mich dann aber erstmal um meinen Japan-Railpass, den ich mir im Fortune-Building kaufen konnte und auf den mich mein alter Freund Gerhard, der mich mit seiner Begeisterung fuer Japan ueberhaupt auf die Idee gebracht hatte, nach Japan zu reisen, zum Glueck noch vor der Abreise aufmerksam gemacht hatte, damit meine Zugfahrten in Japan nicht so teuer werden. Man muss sich allerdings im Ausland erst einen Gutschein kaufen, mit dem man dann in Japan das Ticket bekommt, um freie Fahrt in bestimmten Zuegen haben - wenn auch nicht immer in den schnellsten. Allerdings war dieses Fortune-Building hier in Beijing nicht ganz so zentral, so dass ich noch eine gute Radtour aus dem Stadtzentrum hinaus machen durfte. Dabei konnte ich sehen, wie gruen die Stadt doch im Vergleich zu Shanghai ist, wo ich mich regelrecht einbetoniert gefuehlt hatte. Beijing hat nicht nur einige Parks, sondern viele Strassen sind einfach von Baeumen gesaeumt, was der Stadt einen gewissen gruenen Anstrich gibt. Ich war dann auch sehr stolz, mit dem Stadtplan das gesuchte Gebaeude gefunden zu haben, ohne dass ich unterwegs nach dem Weg fragen musste. Allerdings dann so stolz, dass ich mich ganz selbstbewusst auf der Rueckfahrt zu meiner Herberge verfranst habe. Typisch, aber nicht weiter tragisch. Es dauerte eben eine Weile, bis ich mich neu orientiert hatte. Zum Glueck war mein Orientierungssinn dann wieder intakt, der mir auch sonst auf der Reise zusammen mit meinem visuellen Gedaechntnis schon sehr geholfen hat. Und dann habe ich hier in Beijing wie auch in den anderen Staedten, in denen ich war, das Glueck gehabt, dass die Strassennamen meist in Englisch waren. Radfahren in Beijing ist im uebrigen trotz der vielen Autos und der schlechten Luft ein Spass, denn es sind immer noch viele Radfahrer unterwegs und die Radwege sind oft sehr breit. Allerdings muss man aufpassen, denn sowohl Autos als auch Zweiraeder mit oder ohne Motor fahren manchmal etwas unkonventionell. Eine rote Ampel heisst nicht immer Stehenbleiben und eine gruene nicht immer freie Fahrt...&lt;br /&gt;Natuerlich habe ich mir dann noch am Nachmittag die verbotene Stadt angeschaut und mich nach ersten Kaempfen mit dem Audioguide, der zunaechst nicht an den Start wollte, doch sehr ueber all die Geschichten ueber Kaiser, Hofdamen und Konkubinen gefreut. Das war wie Gala lesen nur eben mit Geschichten aus dem alten China. Nicht dass ich jetzt regelmaessige Gala-Leserin waere, aber als diese Frauenzeitschrift ueber Stars und Sternchen mir in Hongkong unter die Nase kam, habe ich sie auch nicht von der Tischkante geschubst... Selbstverstaendlich war ich dann auch noch im Palast des Himmels und an der Grossen Mauer, die mich erst auf den zweiten Blick beeindruckt hat, denn zuerst war ich mit den Massen an Chinesen beschaeftigt, die sich ueber den Weg schoben. Ich erlebte sie - die Chinesen - laut, im Gedraenge aggressiv und ruecksichtslos, und war ueberrascht, wie sehr mich das aergerte. Erst als ich dem Hauptstrom aus Touristen entkommen war, konnte ich die Mauer bewundern. Ich war erstaunt, wie steil es auf- und abging, und die Vorstellung, dass dieser Steinwall sich ueber tausende von Kilometern hinzieht, war unglaublich. Der Palast des Himmels - das Wahrzeichen Pekings - war dann ein gelungener Abschluss des Tages. Im Abendlicht schimmerte der bund verzierte Rundbau aus Holz ueber den steinernen Treppenstufen so erhaben, dass ich froh war, meinen Besuch an der Grossen Mauer verkuerzt zu haben, um das noch zu sehen. Zwei Tage Beijing sind natuerlich viel zu wenig, aber ich hatte mich in Shanghai einfach etwas laenger aufhalten wollen, um so auch mal etwas chinesisches Nachtleben mitzubekommen. Und das habe ich nicht bereut. Von Bar mit schriller Popmusik ueber Live-Musik einer New Yorker Band in einer Blues- und Jazzbar bis zur Disco mit House- und Technomusik war alles auf dem Programm. Und wenn ich schon gerade bei der Musik bin: Auch die Peking-Oper habe ich mir nicht entgehen lassen, auch wenn es die Vorstellung der Shanghai Peking Oper Truppe war, die am Sonntagnachmittag in Shanghai im Yifu-Theater auftrat und knapp drei Stunden auf der Buehne war - und nicht die der in Beijing. Die Vorstellung war vor allem von aeltern Herrschaften besucht - und aelteren Damen. Die Jugend scheint - wie in Deutschland - nicht viel Spass an der Oper zu haben, was mich hier wie da nicht sonderlich wundert, denn es dauert schon eine Weile, bis man zu dieser Art Musik und Theater einen Zugang hat, finde ich, wenn es einem nicht in die Wiege gelegt wird. So "echt chinesisch" nun die Oper rueberkam mit ihren schrillen Gesaengen, bunten Kostuemen und einstudierten Bewegungsablaeufen, so "westlich" bewegt sich die chinesische Jugend durch die Nacht. Vor allem in der Disco aber auch beim Aufritt der Popbands, die Titel aus dem Westen coverten, war ich erstaunt, wie kopiert das alles bei mir ankam. Sehr chinesisch fand ich dagegen das Personal in der Disco, auch wenn das fast schon einem Klischee gleichkam: An den Farben Weiss, Rot und Braun-Beige konnte man Aufpasser, Kellner und Putzkolonne erkennen, die sich zwischen den Gaesten bewegten, alle per Kopfhoerer und Mikrofon miteinander verbunden waren und denen fast nichts zu entgehen schien. Das war mir fast schon etwas unheimlich...&lt;br /&gt;So oder so war es eine bunte Mischung Kultur in Shanghai fuer mich, die noch ergaenzt wurde duch eine Begegnung mit einer jungen Chinesin, die mir anbot, mir ihre Stadt zu zeigen, so dass wir einen Tag zusammen in Shanghai verbrachten, an dem wir zuerst im Shanghai Museum Kulturgueter aus der jahrtausendealten chinesischen Geschichte bewunderten und dann in die sogenannte Altstadt spazierten, wo noch ein paar historische Gebaeude stehen, die jetzt allerdings zu einem guten Teil fuer Touristen umfunktioniert worden sind - in Geschaefte, Restaurants und Cafes. Am Ende des Tages waren wir beide happy ueber die Stunden, die wir miteinander verbracht hatten, denn wir hatten uns natuerlich unterwegs auch einiges zu erzaehlen, wobei mir allerdings auffiel, dass sie sich mit Fragen sehr zurueckhielt. Ob es an fehlenden Sprachkenntnissen, Schuechternheit oder Hoeflichkeit lag, kann ich nicht sagen. Begegnet waren wir uns am Abend zuvor, als wir in einem Restaurant zufaellig am gleichen Tisch landeten, wo sie mir dabei half, mich den Kellnerinnen verstaendlich zu machen. Sie war mit ihren Eltern dort, die dann auf die Idee kamen, mir von ihrem Essen doch etwas anzubieten, waehrend ich auf meines wartete, und so kamen wir dann eben ins Gespraech, und sie hatte die Idee, mir vorzuschlagen, den naechsten Tag gemeinsam zu verbringen. Fuer sie war das sicherlich auch eine gute Uebung fuer ihre Englischkenntnisse, die sie demnaechst brauchen wird, wenn sie Ende des Jahres nach Kanada geht, wo ihr zukuenftiger Mann - ein Chinese, den sie uebers Internet kennengelernt hat - bereits als Computerspezialist arbeitet. &lt;br /&gt;Wie ich nun ab morgen mit den Japanern und Japanerinnen ins Gespraech kommen werde, darauf bin ich natuerlich gespannt. Die Aussprache soll nicht ganz so schwierig sein, wie die chinesische, weil es die vier verschiedenen Tonhoehen nicht gibt, die - wie schon erzahelt - die Bedeutung eines Wortes mit bestimmen, aber es bleibt trotzdem spannend, denn viele Japaner sprechen wohl wie die Chinesen kein oder nur sehr wenig Englisch, habe ich gehoert. Also werde ich wieder verstaerkt auf Mimik und Gestik achten muessen...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-115219297143324812?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/115219297143324812/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=115219297143324812' title='2 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/115219297143324812'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/115219297143324812'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/07/beijing-auf-den-geschmack-gekommen.html' title='Beijing – auf den Geschmack gekommen'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-115172448078720568</id><published>2006-06-30T20:27:00.000-07:00</published><updated>2006-07-06T06:27:39.383-07:00</updated><title type='text'>Hongkong - eine Stadt im Kaufrausch</title><content type='html'>Zum Fruehstueck ein Organic Breafkast aus Banane, Haferflocken, Honig und Sojamilch fein gemixt als Getraenk - da fuehle ich mich doch gleich etwas gesuender. Nicht dass ich krank waere, aber schaden kann sowas ja nun auch nicht. Und das Erstaunliche ist: Es schmeckt sogar. So sitze ich also im "Mix", einem Laden mit gesunden Mischgetraenken aus allen moeglichen Obst- und Gemuesesorten, im Hongkonger World Trade Centre, mit Blick auf den Yachthafen, und darf nebenbei als Kundin auch noch kostenlos im Internet surfen. Hongkong ist wie ein grosses Einkaufszentrum, wenn man sich durch die Strassen der Stadt zwischen den Wolkenkratzern bewegt. Ein Laden reiht sich an den anderen, und die unzaehligen Shoppingcenter haben alle Waren zu bieten, die man sich nur vorstellen kann. Selbst am heutigen Nationalfeiertag haben die Geschaefte geoeffnet. Die Stadt ist wie im Kaufrausch, auch wenn es vermutlich mehr Gucker als Kaeufer sind, die da durch die Strassen eilen, schlendern, hetzen. Stress ist hier ganz gross geschrieben, wie ich von Annie weiss, die hier als Yogalehrerin arbeitet und dafuer sorgt, dass die geschaeftigen Hongkonger auch mal wieder runterkommen. Annie kenne ich noch aus Rishikesh, wo sie mir bei den Vorlesungen von Swami Muktananda begegnet ist und mir ihre Telefonnummer gegeben hat, damit ich sie anrufe, wenn ich in der Stadt bin, was ich natuerlich gemacht habe. Da sie Mitglied im Hongerkonger Fussballclub ist, der direkt neben der Pferderennbahn der Stadt einen Swimmingpool hat, war ich auch schon in ihrer Mittagspause mit ihr im Wasser, was bei der Schwuele Hongkongs sehr erfrischend war. Und natuerlich habe ich mich auch mal wieder in eine Yogastunde begeben. Im Pure Yoga Zentrum, das mir Annie empfohlen hat, habe ich eine "heisse" Sitzung genossen, in der der Raum extra aufgeheizt war, damit wir so richtig ins Schwitzen kamen. Wie in einem Fitnessstudio waren die Waende mit Spiegeln ausgelegt. Um so erstaunter war ich, als die Yogalehrerin durchaus eine spirituelle und nicht nur eine Gymnastikstunde mit uns machte. Als ich aus dem Yogastudio kam, hatte ich jedenfalls einen ganz anderen inneren Rhythmus als die pulsierende Stadt um mich, was etwas irritierend war.&lt;br /&gt;Mein Weg in dieses geschaeftige Hongkong hat mich von Anchor in Kambodscha ueber Battambang, Pnom Penh ins Mekong Delta Vietnams und dort die Kueste entlang gen Norden bis nach China hineingefuehrt. Ich war wieder mit Bussen, Booten und Zuegen unterwegs und habe so tausende Kilometer zurueckgelegt. Battambang war eine ganz relaxte Stadt, von der aus ich mit einem Motorroller eine Tour in die Umgebung gemacht habe und zum ersten Mal mit den Spuren des Pol Pot Regimes der siebziger Jahre konfrontiert wurde, denn dort kam ich an eines der unzaehligen Gefaengnisse, wo Menschen gefoltert und getoetet wurden. Zur Erinnerung haben die Kambodschaner an dem Ort einen Kaefig mit Knochen und Kleidung der Ermordeten aufgestellt. Doch das war nur ein Vorgeschmack, denn die sogenannten Killing Fiedls vor Pnom Penh und das S21 Gefaengnis in der Stadt erzaehlten noch viel detaillierter, wie Menschen verfolgt und gequaelt wurden. Ein trauriges und erschuetterndes Kapitel in der Geschichte Kambodschas, das man sich so wenig vorstellen kann, wenn man den Menschen heute begegnet, die ich als so freundlich und hilfsbereit erlebt habe.&lt;br /&gt;Von Pnom Penh habe ich mich mit dem Boot nach Chau Doc im Mekong Delta aufgemacht, wo ich ein Zimmer mit Blick auf den Fluss hatte und die Holzboote mit ihren Waren vorbeifahren sehen konnte. Ich kletterte auf Sam Mountain, um noch einmal zu sehen, dass Kambodscha so platt wie Holland ist, wie mir ein Reisefuehrer zuvor erzaehlt hatte, und bewunderte auf dem Weg zum Gipfel die zahlreichen Figuren in den buddhistischen Tempeln, denn der Berg gilt als Wallfahrtsort. Sehr lustig fand ich dann aber, als ich oben einen Schiessstand vorfand, wo sich grosse und kleine Jungs damit vergnuegten auf winzige Plastiktiere zu schiessen, um Stofftiere oder alkohlische Getraenke zu gewinnen. Von Can To aus lieh ich mir dann ein Boot, um in die kleineren Fluesse des Mekong-Deltas vorzudringen und mir die beruehmten Fischmaerkte auf dem Wasser anzuschauen, wo eben nicht nur Fisch sondern auch Obst, Gemuese, Fleisch und vieles mehr gehandelt wird, wie das auch fuer den Fischmarkt in Hamburg gilt... Nur sind hier die Haendlerinnen - tatsaechlich sind es hier vorwiegend Frauen - auf Booten unterwegs. Schade war bloss, dass meine Bootsfuehrerin so schlecht Englisch sprach und viele meiner Fragen nicht beantworten konnte. &lt;br /&gt;Saigon war nach diesem eher romantischen Treiben dann wieder Stadtleben pur, mit allem Laerm, Gestank und Trubel. Hier holte mich im Kriegsmuseum dann der Vietnamkrieg ein, der ueber dreissig Jahre in diesem Land gewuetet hat, wenn man die Unabhaengkeitskaempfe gegen die Franzosen und die Amerikaner zusammenrechnet. Im Unabhaengigkeitsmuseum der Stadt, das auch Wiedervereinigungspalast heisst, habe ich dann nochmal erfahren, wie stolz die Vietnamesen sind, es gegen alle Belagerung - auch der Chinesen - am Ende geschafft zu haben, sich frei von aller Besatzung zu machen. Erstaunlich ist bei allem Leid der Menschen ueber die Jahre, wie offen die Vietnamesen heute auf Auslaender zugehen, auch wenn das jetzt vielleicht etwas vereinfacht und klischeehaft klingt. &lt;br /&gt;Von Saigon fuhr ich nach Nha Thrang, einem Kuestenort mit langem Sandstrand und goennte mir ein echtes Touristenspektakel - eine eintaegige Bootstour zu den vorgelagerten Inseln mit Schnorcheln, Karaoke und Wasserbar, in der es darum ging mit Wein aus dem Bergort Dalat betrunken zu werden, waehrend man im Rettungsring im Wasser trieb. Mein Highlight des Tages war allerdings eine Extratour mit Fallschirm. Ich hatte ja schon oefter diese Boote gesehen, die die Leute an Fallschirmen in die Luft katapultieren. Doch dieses Mal war ich wohl dran, denn ich stand wie ein kleines Kind daneben und hatte dabei offensichtlich so grosse Augen, dass Alfredo aus Mexiko, den ich auf dem Boot kennengelernt hatte, meinte ich muesste das jetzt wohl machen, er wuerde auch in der Zwischenzeit auf meine Sachen aufpassen. Also kaufte ich mir mein Ticket und wartete, bis ich an der Reihe war: Mit Schwimmweste bekleidet am Fallschirm angeschnallt stand ich am Strand und blickte auf das Wasser vor mir, bis ich das Zeichen bekam loszurennen. Das Seil, das mich mit dem Boot verband, hatte sich auch schon gestrafft. "Jetzt bloss nicht umknicken", dachte ich noch - die Erinnerungen daran sind eben doch noch zu praesent - und lief los Richtung Meer. Kaum hatte ich das Wasser erreicht, da zog mich das Seil auch schon in die Luft, und ich stieg und stieg und stieg...Mein Blick ging ueber das Wasser, die Inseln, die Boote, die immer kleiner wurden. Es war gigantisch. Nach wenigen Minuten - oder waren es Sekunden? - hatte ich den hoechsten Punkt erreicht. Als die Spannung des Seils nachliess, kam der Fallschirm zum Einsatz, der mich langsam wieder hinabschweben liess, bis ich ins Wasser plumpste, kurz unterging, aber durch die Schwimmweste schnell wieder hochkam. Ein zweites Motorboot fischte mich auf und brachte mich an den Strand zurueck, ,wo ich ganz begeistert meiner Nachfolgerin Mut machte, die etwas bang bereit stand. Seltsamerweise hatte ich zu keinem Zeitpunkt Angst gehabt, war nur vor dem Start etwas aufgergt gewesen, aber fuer mich gilt ja sowieso schon lange: Fliegen finde ich einfach toll!&lt;br /&gt;Von Nha Thrang ging es weiter nach Hue, wo ich mir nochmal die Kaiserstadt anschaute, nur dieses Mal im Sonnenschein und nicht wie vor einem Jahr auf der Pressereise mit Vietnam Airlines im Regen. Und dann liess ich mich auf dem Motorroller durch die Umgebung kutschieren, um mir einige der Grabstaetten beruehmter Kaiser anzuschauen. Dabei traf ich auf einen Reisefuehrer, der mir nicht nur von dem Kaiser mit den hundert Frauen erzaehlte, von denen dieser aber keine eine schwaengern konnte, sondern auch mit mir ueber das wiedervereinigte Deutschland, die Politik der USA und seine vergeblichen Versuche, eine passende Frau zu finden, diskutierte. Und letzteres tatsaechlich ohne irgendwelche Anmache.&lt;br /&gt;Von Hue fuhr ich weiter gen Norden nach Hanoi, einer Stadt, die es mir schon vor einem Jahr sehr angetan hat und in die ich gerne wieder zurueckgekehrt bin. Nur dieses Mal war ich nicht im First Class Hanoi Hilton Opera, sondern in einem winzigen Guesthouse fuer schlappe sechs Dollar die Nacht - eine etwas andere Perspektive... Natuerlich machte ich mich auch am Abend wieder in die Funky Monkey Bar auf, dieses Mal nur nicht mit einem flirtenden Oesterreicher, sondern mit einer quirligen Halbchinesin - die andere Haelfte Mongolin-, die sich entschlossen hat, in Vietnam christlich zu missionieren, was nicht so ganz ohne ist, denn sie kann mindestens des Landes verwiesen werden, waehrend ihre vietnamesischen Mitstreiter sogar im Gefaengnis landen, wenn ihre Arbeit vom Staat entdeckt wird. Leider hatte ich in Hanoi nur zwei Tage, denn China rief schon laut und deutlich, wo ich wenigstens noch drei Wochen haben wollte. Irgendwie war die Zeit in Asien nun doch etwas knapp geworden... Doch ich schaffte es noch zu KOTO zu gehen. KOTO steht fuer "Know one, teach one", besteht aus einem Restaurant und einer Schule und wurde von einem Australier mit vietnamesischen Vorfahren gegruendet, um Strassenkindern zu helfen, eine neue Perspektive zu bekommen - als Kellner in Restaurants und Hotels. Zum Glueck war dieser Australier gerade im Restaurant, so dass ich sogar ein Interview mit ihm fuehren konnte. Auf ihn aufmerksam geworden, war ich durch ein Buch, das ich in Bangkok aufgegabelt hatte, mit dem Titel: "Live in Hanoi", geschrieben von einer Australierin. Sie erzaehlt vom Leben der Vietnamesen wie auch der Auslaender in der Stadt und ein Portrait ist Jimmy von KOTO gewidmet. Jimmy begegnet zu sein, ist ein echtes Geschenk gewesen, der Mann ist eine Persoenlichkeit. Witzigerweise hat er genau das von Pam Scott, der Buchautorin, behauptet. Vielleicht habe ich das Glueck, sie in Australien zu treffen, er hat mir ihre Mailadresse gegeben.&lt;br /&gt;In Hanoi haette ich gut und gerne eine Woche bleiben koennen, aber wie gesagt: China war nun an der Reihe. Also stieg ich wieder in den Zug und fuhr ueber Nacht nach Nanning, wo ich doch etwas platt war, als ich am Morgen aus dem Bahnhofsgebaeude trat und nur noch chinesische Schriftzeichen sah. Zum Glueck hatte das Hotel, in dem ich uebernachten wollte, auch noch eine englische Aufschrift, so dass ich es finden konnte, und die Maedels an der Rezeption sprachen wenigstens etwas Englisch, aber in den kommenden Tagen war es immer wieder spannend, sich mit Haenden und Fuessen zu verstaendigen. Oft genug kam es vor, dass mein Gegenueber einfach Chinesisch sprach und ich Englisch, und irgendwie verstanden wir einander - oder auch nicht... &lt;br /&gt;Von Nanning fuhr ich nach Guilin, einer der Touristenattraktionen in China. Die Stadt hat zwar wie Nanning auch viele Hochhaeuser und einige breite Einkaufsstrassen, was erstmal nicht so spannend ist, aber dazwischen gibt es runde begruente Felsen, auf die man klettern und die Umgebung betrachten kann. Und da gibt es noch mehr von diesen Felsen, wie man sie auch aus der Halong Bay kennt, die ich vor einem Jahr schon per Boot bereist hatte. Einfach irre, wieviele von diesen Felsen es hier auch in der Umgebung der Stadt gibt. Von Guilin fuhr ich mit dem Boot bis nach Yangshou mitten durch diese Felsenlandschaft. Ich kam aus dem Fotografieren nicht mehr heraus. Vermutlich wird es zu Hause totlangweilig sein, all die Varianten von Felsen zu betrachten, die ich fotografiert habe... In Yangshou, einem der wenigen Orte in China, die auf Rucksackreisende eingestellt sind, ruhte ich mich erstmal aus. Hier ist in einer Fussgaengerzone Geschaeft, an Kneipe, an Hotel...Der Ort ist klein, uebersichtlich und umgeben von Felsen. Eine Tour ins Gruene per Fahrrad und Boot machte ich dann mit Marc aus Philadelphia (USA) und unserem chinesischen Tourguide Sophia, die aus dem Monddorf am Fusse des gleichnamigen Felsens stammt. Der Mondfelsen ist im Grunde ein grosser Bogen aus Stein, der seinen Namen daher hat, dass das Loch in der Mitte einfach durch seine Form an einen Mond erinnert. Es war einer dieser heissen Sommertage hier, und Marc und ich schwitzten uns quasi ueber die Stufen den Berg hinauf. Die Aussicht von oben war dafuer aber auch der Hit, da waren sie alle auf einen Blick, diese runden gruenen Felsen... Wir waren dann froh ueber die Kuehle in der Tropfsteinhoehle, durch die wir anschliessend im wahrsten Sinne des Wortes krabbelten.&lt;br /&gt;Von Yangshou fuhr ich mit dem Schlafbus nach Hongkong. Und sowas hatte ich bisher noch nicht gesehen: Der Schlafbusse hatte wirklich Betten. In zwei Etagen lagen wir mit 36 Personen im Bus. Allerdings muss ich gestehen, dass die Betten fuer Leute jenseits der ein Meter siebzig oder achtzig etwas kurz sein duerften. Nur gut, dass ich so eine kleine Person mit...In Hongkong war dann Grenzkontrolle, als ob ich in ein anderes Land fahren wuerde. Und Geld wechseln musste ich auch, denn die Stadt hat auch immer noch den Hongkong-Dollar. &lt;br /&gt;Inzwischen habe ich Xiamen nach einer zehnstuendigen Busfahrt von Hongkong erreicht, wo ich in einem kleinen Cafe kostenlos Internet nutzte, um diesen Bericht endlich fertigzustellen und abzuschicken, denn in Hongkong war das nicht mehr zu schaffen.. Eine Angestellte von Mix hatte micht freundlich gebeten, Platz zu machen. Die Frau, fuer die ich den Computer raeumte, wuerdigte mich allerdings keines Blicke und sagte nicht mal Danke. Das war einer der Momente, in denen ich erleben musste, dass manche Umgangsformen in China einfach nicht gelten. Manchmal bin ich geradezu ueberrascht von dem rueden Umgang miteinander, so ist Vordraengeln hier sehr beliebt und manche Gespraeche unter Chinesen sind so laut wie ein Streit, obwohl es nur um ganz belanglose Themen geht, wie mir Annie, die Englaenderin ist und seit 14 Jahren in Hongkong lebt, meinen Eindruck bestaetigt hat. Nach meinem Besuch im Mix ist mir dann kein Internetcafe mehr untergekommen,  und die Abende waren da sowieso dem Fussball gewidmet, denn das WM-Fieber hat mich nun doch hier in China eingeholt, und ich habe nicht nur mit den Deutschen sondern auch mit den Englaendern um den Sieg gebangt...&lt;br /&gt;Um mich nun hier etwas besser verstaendigen zu koennen, habe ich in Yangshou sogar einen Chinesisch-Crashkurs gemacht. Von Nicola in Bangkok hatte ich noch einen kleinen Sprachfuehrer in die Hand bekommen, aber wenn man das, was man da liest, nicht richtig aussprechen kann, bringt das auch nicht viel. Da ist die chinesische Sprache mit ihren vier verschiedenen Tonlagen doch eine echte Herausforderung, zumal das gleiche Wort je nach Aussprache beispielsweise "Mutter", "Pferd", "taub" oder "schwoeren" bedeuten kann...Ich uebe noch und habe mir von meinem Lehrer ein paar Worte und Redewendungen aufsprechen lassen, um mir die Aussprache nochmal anzuhoeren...Und so geht es jetzt erstmal weiter in Richtung Beijing, von wo ich ja Mitte Juli meinen Flug nach Tokio habe. Ob ich da dann noch Japanisch-Unterricht nehmen sollte? Dort soll Englisch ja auch nicht so verbreitet sein...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-115172448078720568?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/115172448078720568/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=115172448078720568' title='2 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/115172448078720568'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/115172448078720568'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/06/hongkong-eine-stadt-im-kaufrausch.html' title='Hongkong - eine Stadt im Kaufrausch'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-114917669661434914</id><published>2006-06-01T08:31:00.000-07:00</published><updated>2006-06-07T09:09:15.673-07:00</updated><title type='text'>Siem Reap - gekidnappt unterwegs nach Angkor</title><content type='html'>Grenzverkehr in Suedostasien kann ein echtes Abenteuer sein. Ich haette nicht gedacht, dass es mich so erwischsen wuerde... Dabei fing alles ganz harmlos an. Mit einen Nachtbus fuhr ich vor knapp vier Wochen nach Chiang Kong, an der Grenze zu Laos. Kaum war ich am Morgen gegen halb sieben noch etwas geraedert aus dem Bus gestolpert und hatte mein Gepaeck um mich versammelt, als schon ein Rickshaw-Fahrer neben mir stand und mir anbot, mich an die Grenze zu fahren - und das auch noch zu einem vernuenftigen Preis. Gegen halb acht setzte er mich vor dem thailaendischen Kontrollpunkt ab, wo ich gegen eine kleine Gebuehr um achte meinen Ausreisestempel bekam. Dann durfte ich zum Mekong-Fluss spazieren, wo mich ein Boot ans andere Ufer brachte - nach Laos. Auch hier lief alles wie am Schnuerchen. Gegen 31 Dollar bekam ich mein 15-Tage-Visum und konnte in den kleinen Ort Huan Xiay spazieren, wo ich innerhalb weniger Minuten ein winziges sauberes Zimmer hatte, dessen ganzes Moebiliar aus einem Bett bestand und das mich nur 150 Bhat, also drei Dollar, kostete. &lt;br /&gt;Hatte ich wirklich gedacht, ich wuerde so leicht auch von Laos nach Kambodscha kommen? Dabei war ich ja vorgewarnt gewesen, hatte ich doch schon in meinem Reisefuehrer gelesen, dass es vermutlich kein Spaziergang werden wuerde... Es begann damit, dass ich im Sueden von Laos auf der Insel Don Dhet eine Delphin-Tour zusammen mit Kata, Sascha und Christian aus Frankfurt sowie Michael und Sabine aus dem Saarland gebucht hatte. Wir wurden mit dem Boot ans Festland gebracht, stiegen in einen Pkw mit Ladeflaeche und sassen so zusammen mit den Backpackern, die auf dem Weg ueber die Grenze nach Kambodscha waren. Die Fahrt ging ueber eine Schotterpiste bis zur asphaltierten Hauptstrasse, doch dann, nachdem wir einen Schlagbaum passiert hatten, in einen Waldweg, wo wir nach einer Weile mitten im Wald stehen blieben. Die Grenzgaenger wurden in einen Minibus dirigiert, waehrend wir auf unseren Sitzen bleiben durften. Zwischen den Maennern aus dem Minibus und denen aus dem Pkw, in dem wir sassen, wurden ganz still Geldscheine hin und her geschoben. Doch dann gab es aufeinmal eine laute Diskussion, an deren Ende einer von ihnen die Backpacker auf ihrem Weg in den Minibus anbruellte: "You only pay at the border!" Drei Mal forderte er sie so auf, nur an der Grenze zu bezahlen, dann verschwand er auf einem Motorroller. Natuerlich waren die Backpacker etwas verschreckt. Wir wuenschten ihnen noch viel Glueck, bevor unser Wagen sich Richtung Delphine bewegte. Ich dachte mir noch, "das kann ja morgen noch lustig werden", denn am naechsten Tag wollte auch ich ueber die Grenze...&lt;br /&gt;Der naechste Tag startete mit Sonnenschein und einem kostenlosen Fruehstueck im Restaurant von Island Natural Tours, mit denen ich meine Fahrt ueber die Grenze gebucht hatte. Bis in den Wald verlief auch alles wie am Vortag, mit mir an Bord waren zwei Paerchen und eine alleinreisende Hollaenderin. Im Wald standen zwei Pkw bereit, in die eines der beiden Paerchen und ich verteilt wurden, waehrend das andere Paerchen und die Hollaenderin zu ihrer Delphin-Tour starteten. Mein Rucksack landete mit dem ersten Paerchen im zweiten Auto, ich sass neben den beiden Chilenninen Magdalena und Catalina, die ich von der Insel kannte. Sie meinten, ich sollte mir um das Gepaeck keine Sorgen machen, denn ihr Freund waere im anderen Auto. Dabei zeigten sie auf die blonde Frau vor mir auf dem Beifahrersitz. Im Grunde war ich relaxed, aber es blieb ein komisches Gefuehl, zumal von dem zweiten Wagen bald nichts mehr zu sehen war, als wir weiter durch den Wald fuhren. Nach etwa zehn Minuten tauchte hinter uns ein fremdes Fahrzeug auf, unser Fahrer bremste ab, brachte das Auto schliesslich zum Stehen. Ein junger Einheimischer, vermutlich Kambodschaner, oeffnete die Wagentuere und bedeutete mir mit Gesten, ich sollte in das andere Auto umsteigen. Dort stiess ich wieder auf das Paerchen aus dem Boot, von dem ich getrennt worden war. Im Kofferraum lag mein Rucksack -  wir beide waren also auch wieder zusammen - allerdings nicht fuer lange, wie sich bald zeigen sollte... Das Paerchen im Auto, Aoden aus Irland und Noreen aus dem Sudan, waren sehr erleichtert, mich wiederzutreffen. Sie meinten, ich waere wohl gekidnappt worden - von einer anderen Reiseagentur -, und sie haetten das Auto, in dem ich gesessen hatte, quer durch den Wald gejagt. Ich war erstaunt, wusste aber auch, dass die beiden Chileninnen nicht beim gleichen Touranbieter wie ich gebucht hatten. So kamen wir schliesslich am ersten Kontrollpunkt in Laos an, wo wir drei Dollar fuer den Ausreisestempel zahlen durften, zwei mehr als sonst ueblich, da Wochenende sei, wie uns ein Typ erklaerte, der sich als Kombadschaner und Mitarbeiter von Mekong Tours aus Kambodscha vorstellte, dem Partner von Island Natural Tour aus Laos. Ich war skeptisch, gab ihm zwar das Geld, ging dann aber mit an den Kontrollposten, um zu sehen, ob das Geld auch an den Mann in Uniform ging. Hier war der zweite Schlagbaum des Tages, den wir aber zu Fuss ueberquerten, so dass ich wieder von meinem Rucksack getrennt wurde, der im Kofferraum zurueckblieb, was sich als fatal erweisen sollte. Als ich fragte, warum wir nicht mit dem Auto ueber die Grenze fuhren, erklaerte mir der Mekong-Tours-Agent, es gaebe da Probleme, die wir so umgehen koennten. Ich verstand nicht so recht, was er damit meinte und fuehlte mich mitten im Grenzgebiet zwischen Laos und Kambodscha wie in einem schlechten Film. Und der war noch lange nicht zu Ende. Nach etwa tausend Metern kamen wir in einer kleinen Siedlung an, wo wir ins angebliche Buero von Mekong Tours gefuehrt wurden. Da erklaerte uns der Agent, dass wir nochmal drei Dollar zu zahlen haetten, es gaebe noch einen weiteren Kontrollposten. Aoden und Noreen sollten ausserdem statt 21 Dollar nun 30 Dollar fuer das Visum fuer Kambodscha zahlen, sonst wuerde die Bearbeitung an der Grenze nicht 20 Minuten sondern viereinhalb Stunden dauern. Ich hatte mir mein Visum zum Glueck schon in  Vientiane, der Hauptstadt von Laos, auf der kambodschanischen Botschaft besorgt. Das Geld sollten wir nun im angeblichen Mekong-Tours-Buero gleich auf der Stelle zahlen. Ich dachte an den Mann vom Tag zuvor, wie er bruellte: "You only pay at the border!" Ich erzaehlte auch Aoden und Noreen davon, aber irgendwie waren wir nicht stark genug, um uns richtig zu wehren, und auch inzwischen besorgt um unser Gepaeck. Wurden darin gerade Drogen ueber die Grenze transportiert oder wurden daraus unsere Sachen geklaut? Die Phantasie ging etwas mit uns durch. Nachdem wir widerwillig gezahlt hatten, durften wir noch eine halbe Stunde auf unser Gepaeck warten, bis es aufeinmal im Auto, mit dem wir bis zur Grenze gefahren waren, auftauchte. Wir checkten den Inhalt, konnten aber nichts Verdaechtiges feststellen. Insgesamt hatten wir so eine Stunde verloren - wertvolle Zeit, wie wir erst spaeter merken sollten. Erstmal wurden wir drei hinten im Wagen sitzend, bis zum kambodschanischen Grenzposten kutschiert, wo wir problemlos abgefertigt wurden, und dann ging die Fahrt auf kamboschanischem Boden weiter. Wir hatten uns gerade etwas von der Aufregung erholt, als das Auto unerwartet auf freier Strecke stehenblieb. Eine Autopanne, die uns eine weitere Stunde kosten sollte...Als wir schliesslich im Dorf am Mekong gegenueber von Stung Treng ankamen, wo wir mit dem Boot ueber den Fluss setzen sollten, verschwand der englischsprechende Beifahrer von Mekong Tours spurlos, und unser Fahrer, der noch mit dem Auto zurueckgeblieben war, verstand angeblich kein Wort Englisch, so dass er uns auch nicht sagen konnte, wie es weitergehen sollte. Urspruenglich hatten wir auf Don Dhet 14 Dollar gezahlt, um noch am selben Tag bis nach Kratie transportiert zu werden. Fuer die Faehre, mit der wir jetzt uebersetzen sollten, war angeblich ebenso gesorgt worden, wie fuer den Minibus von Stung Treng nach Kratie. Doch hier war weit und breit kein Mensch, der sich auszukennen schien, und jetzt sollten wir fuer die Faehre irgendwelche Mondpreise zahlen. Aus dem Dorf vor der Faehre, tat sich ein Mann hervor, der etwas Englisch sprach und uns Hilfe zusagte, nachdem wir ihm unsere Geschichte erklaert hatten. Wir verloren weiter Zeit, inzwischen war es halb drei. Da haetten wir eigentlich schon in Kratie sein sollen...Nach einigem Hin und Her begleitete uns der Mann aus dem Dorf auf die Faehre, fuer die wir uns weiter weigerten zu zahlen, denn wir hatten ja bereits fuer alles geloehnt - mit Erfolg! Mit an Bord war seltsamerweise auch unser Fahrer. Wir wurden auf der anderen Seite des Flusses gleich zum Riverside Guesthouse gefuehrt, wo ein freundlicher Chinese, nachdem wir ihm alles erzaehlt hatten, meinte, er koennte uns ein Zimmer fuer drei Dollar anbieten, und der Fahrer, der uns bisher kutschiert hatte, haette noch genug Dollar, um fuer die Busfahrt am naechsten Tag zu zahlen. Natuerlich waren wir im ersten Moment dankbar und teilten uns das angebotene Zimmer fuer die Nacht. Nur etwas machte mich an diesem Nachmittag stutzig. Wenige Meter vom Riverside Guesthouse entfernt sah ich ein Schild mit "Mekong Tours", vor dem ein Minibus stand. Als ich versuchte, mit dem Fahrer darin zu reden, sprach der natuerlich wieder kein Englisch. Wir hatten an diesem Abend aber auch erstmal das Gefuehl mit dem blauen Auge davon gekommen zu sein und zeigten uns gegenueber unserem "Retter" aus dem Riverside Guesthouse Mr. T dankbar. In Stung Treng war nichts los, so dass wir sowohl unser verspaetestes Mittagessen als auch unser Abendessen sowie das Fruehstueck am naechsten Morgen bei Mr. T assen. Er machte also mit seiner freundlichen Geste gutes Geschaeft. Die Fahrt nach Kratie verlief am naechsten Morgen ohne Zwischenfall, doch als wir ankamen, waren wir umringt von einigen Jungs, die uns in ihr Hotel locken wollten. Ich trat die Flucht an, bekam aber noch mit, in welches Guesthouse Aoden und Noreen gefuehrt wurden...Spaeter sollten sie mir dann dort erzaehlen, dass Mr. T in ihrem Guesthouse in Kratie angerufen hatte, um uns als potenzielle Kunden anzukuendigen. So wuerden sich beide Haeuser gegenseitig Kunden vermitteln...&lt;br /&gt;Noch am selben Tag traf ich auch auf die junge Frau, die vor mir auf dem Beifahrersitz im Auto mit den beiden Chileninnen Magdalena und Catalina gesessen hatte. Sie war froh mich heil wiederzusehen. Sie erzaehlte mir dann zusammen mit ihrem Freund - beide aus Deutschland, wie sich da herausstellte -, dass sie zwar nicht an der Grenze uebers Ohr gehauen worden waren, also nur einen Dollar fuer den Grenzuebertritt zu zahlen hatten, dass sie aber bis 14 Uhr auf Aoden, Noreen und mich in Stung Treng gewartet hatten. Die Leute von Mekong Tours in Stung Treng hatten sich geweigert, ohne uns drei weiterzufahren. Wir waeren also sowieso wieder alle sieben zusammenkommen. Die vier machten allerdings heftig Druck und landeten schliesslich in einem anderen Auto, dass sie nach Kratie brachte, von wo aus die beiden Chileninnen in wieder ein anderes Fahrzeug umstiegen, dass sie noch nach Pnom Phen bringen sollte, wie sie auch gebucht hatten. Allerdings duerften die beiden nicht vor Mitternacht dort angekommen sein... Der Minivan, den ich gesehen hatte, war also wohl tatsaechlich fuer uns bestimmt gewesen. Nach all diesen Ereignissen stellt sich natuerlich die Frage, wer da alles unter einer Decke steckt. Wissen die Agenturen auf Don Dhet in Laos, was da an der Grenze abgeht? Welche Rolle hat der Agent an der Grenze gespielt, welche unser Fahrer bis nach Stung Treng, der angeblich  nichts verstand? Was ist mit dem guten Mr. T, der in diesem Nest Stung Treng sicherlich nicht so viele Gaeste sieht, wie er sich das wuenschen wuerde? Wie kann es sein, dass er nicht wusste, dass da ein Minibus fuer uns bereit stand, nur wenige Meter von seinem Guesthouse entfernt?... Doch hinterher ist man immer schlauer...&lt;br /&gt;Zwischen diesen beiden Grenzen waren meine drei Wochen Laos fast entspannt. Waere da nicht mein kleiner Sony gewesen, der nicht nur einen Bildschirmriss aufzuweisen hat, ohne dass ich so recht weiss, wie es dazu gekommen ist, sondern auch noch angefangen hat, DVDs zu futtern statt sie zu brennen...&lt;br /&gt;Immerhin habe ich in Laos einiges unternommen: Ich bin mit dem Boot auf dem Mekong zwei Tage lang von Huan Xiay nach Luang Prabang gefahren, habe dort zwei Trekking-Touren gemacht, auf denen ich nicht nur in einfachen Dorfhuetten uebernachtet habe, sondern auch auf dem Nacken eines Elephanten geritten bin und mit einem Kajak die Stromschnellen ueberwunden habe, ohne zu kentern. Ich habe in Vientiane, der Hauptstadt von Laos, einen Tag lang Tempel fuer Tempel abgeklappert, um mich am Abend mit Sauna und Massage von den Strapazen zu erholen. Ich bin in Vang Vieng aufs Rad gestiegen, um zu den Hoehlen zu gelangen, durch die ich dann mit Taschenlampe und Tourguide teils barfuss getapst bin. Ich bin in Pakse auf einen Journalistenkollegen gestossen, der sich fuer ein Jahr vom Norddeutschen Rundfunk verabschiedet hat, um in der Welt herumzureisen. Ich habe auf der Insel Don Khong in der Villa Don Khong Kata, Sascha und Christian aus Frankfurt gestroffen, die gerade mit der Kartenversion von "Siedler" befasst waren, was mich kurzzeitig etwa 10 Jahre zurueckversetzt hat, als ich dieses Spiel mit meinem damaligen Freund Andreas ausprobiert habe...&lt;br /&gt;Und inzwischen bin ich in Kambodscha gut angekommen, habe den problematischen Grenzverkehr gut verkraftet und noerdlich von  Kratie einen zweiten Versuch gestartet Flussdelphine zu sichten. In Laos waren sie so weit vom Boot entfernt gewesen, dass die Tiere nur als kleine Punkte in der Ferne zu sehen waren. Doch dieses Mal kam ich so nah heran, dass ich die Delphine atmen hoeren konnte, wenn sie aus dem Wassser auftauchten, um Luft zu holen. Dabei gelten sie hier als sehr scheu. Dass mir auf meiner Radtour am Tag drauf, dass Fahrrad geklaut wurde, das ich ausgeliehen hatte, war dagegen wieder weniger lustig. Dabei war ich ja eigentlich selbst schuld gewesen, denn ich hatte vergessen das Rad abzuschliessen, als ich mich aufmachte, den Sombok Hill zu erklimmen, um mir den Tempel dort oben anzuschauen und die Aussicht ins weite Land ringsum zu geniessen. Als ich wieder herabkam, stand statt meines schwarzen Gefaehrts mit Radkorb ein rostiger Drahtesel ohne Bremsen und Pedalen da, so als wollte mich jemand auch noch auf den Arm nehmen. Frustriert spazierte ich zurueck zur Hauptstrasse, wo ich natuerlich fragte, ob jemand den Dieb gesehen hatte. Nur sprechen viele Kambodschaner kein Englisch, so dass ich nur gross angeschaut wurde und nicht wusste, ob mich ueberhaupt jemand verstand. Eine Frau zeigte schliesslich in eine Richtung auf der Hauptstrasse. Im Grunde war es ja auch egal, ich musste nur sehen, wie ich nach  Kratie wieder zurueckkam, und das lagen schon etwa zehn Kilometer vor mir. Ich war nicht weit spaziert, als mir ein Junge auf meinem geliehenen Fahrrad entgegenkam, das ich auch gleich wiedererkannte. Er schien fuer einen Moment zu zoegern, ob er umdrehen und die Flucht ergreifen sollte. Doch dann blieb er vor mir stehen, nahm den Eisblock aus dem Fahrradkorb und rannte davon. Offensichtlich hatte er sich das Fahrrad fuer den Transport ausgeliehen, und der rostige Drahtesel gehoerte ihm. Ich konnte nur noch lachen und mit mir die Frau, die mir den Weg gewiesen hatte, und ihr Mann, der die Szene ebenfalls beobachtet hatte. Da war ich mit dem Schrecken davongekommen, uff!&lt;br /&gt;Inzwischen bin ich in Siem Riep angekommen, dem Tor zu den Tempeln von Angkor. Zwei Tage bin ich schon in diesen unglaubliche Ruinen herumgeturnt. Sie sind so faszinierend wie ihr Ruf, und ich freu mich schon auf Morgen - meinem dritten Tag, wenn ich zum Sonnenaufgang da sein will...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-114917669661434914?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/114917669661434914/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=114917669661434914' title='7 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114917669661434914'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114917669661434914'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/06/siem-reap-gekidnappt-unterwegs-nach.html' title='Siem Reap - gekidnappt unterwegs nach Angkor'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>7</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-114761806429105307</id><published>2006-05-14T07:19:00.000-07:00</published><updated>2006-05-14T08:09:54.270-07:00</updated><title type='text'>Von Kruecken ueber Fahren bis Bergsteigen - ein Rueckblick in Bildern</title><content type='html'>&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_0428_resize.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_0428_resize.jpg" border="0" alt="" /&gt;Ende Februar in Rishikesh - die ersten Schritte auf Kruecken&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_0716_resize.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_0716_resize.jpg" border="0" alt="" /&gt;Anfang April in Goa - wenn nicht Laufen dann eben Fahren&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/1600/DSC_1421_resize.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/210/2048/320/DSC_1421_resize.jpg" border="0" alt="" /&gt;Ende April auf Adams Peak - nach vielen Stufen auf dem Gipfel&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-114761806429105307?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/114761806429105307/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=114761806429105307' title='2 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114761806429105307'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114761806429105307'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/05/von-kruecken-ueber-fahren-bis.html' title='Von Kruecken ueber Fahren bis Bergsteigen - ein Rueckblick in Bildern'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-114665183114138634</id><published>2006-05-03T03:23:00.000-07:00</published><updated>2006-05-03T03:57:51.900-07:00</updated><title type='text'>Bangkok – statt „Hello“ jetzt „Sa-wat-dii kha“</title><content type='html'>Es ist etwas stiller um mich herum geworden. Nicht mehr der Dreiklang aus „Hello! Where are you from? What’s your name?“ – wie ich es in Indien und auch in Sri Lanka immer wieder erlebt habe und an manchen Orten wirklich in geballter Form von allen Seiten. Die Thailaender hier in Bangkok zeigen sich eher freundlich zurueckhaltend und begruessen mich mit „Sa-wat-dii kha“, was hallo bedeutet, aber ohne all die anderen Fragen im Anschluss. Und auch das permanente Hupen auf der Strasse fehlt. Nicht dass es mir fehlen wuerde, im Gegenteil, ich finde das so ohne diesen Daueralarm fuer die Ohren schon recht erholsam. Eine Woche Luft holen in dieser Stadt ist angebrochen, bevor meine Tour durch Laos, Kambodscha und Vietnam startet. Und auch wenn die Luft hier vielleicht nicht die beste ist, so ist sie doch besser als die vieler indischer Staedte, wie Delhi, Kalkutta oder Chennai. Außerdem staune ich ueber die sauberen Strassen, den schicken Skytrain, der ueber Bruecken oberhalb der Strassen durch die Stadt saust, und die klimatisierte Glitzerwelt der Mega-Einkaufszentren wie im Bangkoker Viertel Siam.&lt;br /&gt;Der Sprung nach Suedostasien kommt jedenfalls einem kleinen Kulturschock gleich, denn auch wenn es hier ebenfalls arme Viertel und bettelnde Menschen gibt, wirkt alles so glatt und ordentlich nach all dem Chaos in Indien. Dagegen war mein Sprung von Indien nach Sri Lanka ein Katzensprung. Die Hauptstadt Colombo war zwar wie ausgestorben, als ich am Karfreitag vor ueber zwei Wochen in der Hauptstadt Sri Lankas ankam - es waren nicht nur Osterfeiertage sondern auch noch buddhistisches Neujahr,die meisten Geschaefte und Restaurants hatten geschlossen. Doch schon bald entdeckte ich einige Parallelen zu Indien – wie das Essen, das Hupen oder die neugierigen Menschen mit ihren vielen Fragen.&lt;br /&gt;Auf meiner Rundreise durch Sri Lanka, die mich von Colombo ueber Kandy, Dambulla, Polonawaru, Sigirya, Nuwara Eliya, Hortons Place mit World’s End bis auf den Gipfel von Adam’s Peak und schliesslich nach Unawatuna an der Suedkueste fuehrte, von wo ich dann nach Colombo zurueckkehrte, erlebte ich Sri Lanka von ganz unterschiedlichen Seiten. War Colombo eine Stadt am Meer, die sich - sobald sie aus ihrem Oster-Neujahrs-Schlaf erwacht war – laut und anstrengend zeigte, so war Kandy in seiner Lebendigkeit eher gemuetlich und entspannt, wenn man von ein paar Touristenschnackern absieht. Immerhin gemeinsam hatten Colombo und Kandy feuchte Hitze und zahlreiche Palmen, ganz anders dagegen die Stadt Nuwara Eliya, wo es auf knapp 2000 Metern nicht nur kuehler ist, sondern auch ein immergruener Laubwald sich mit Teeplantagen, Wiesen und Feldern abwechselt. Dambulla, Sigirya und Polonawaru boten mir einen Einblick in die Welt der historischen Ruinen Sri Lankas, die ich zum Teil per Fahrrad erkundete. Mit Hortons Place sah ich eine weite Ebene aus Wiesen und Waeldern, die jaeh am sogenannten World’s End abbricht, wo der Blick mehr als 800 Meter in die Tiefe geht. Adam’s Peak war mit einer Bergwanderung ueber mehr als 5000 Stufen auf den Spuren buddhistischer Pilger zum Gipfel ein erster Test fuer meinen Fuss. Und der Kuestenort Unawatuna gab mir mit seiner sandigen Bucht Gelegenheit zum Baden in Meer und Sonne.&lt;br /&gt;Und auf dieser Route begegnete ich so unterschiedlichen Menschen wie Landschaften: dem einarmigen Psychotherapeuten Ben aus England, der nach der Ankunft am Flughafen so wenig wie ich wusste, wo er nun unterkommen wollte, so dass wir uns zusammentaten und an dem Abend nicht nur eine nette Bleibe sondern auch noch ein gutes Restaurant mit suedindischem Essen fanden; der schwangeren Französin Cecile, mit der ich einen Nachmittag lang buddhistische Tempel und Parks bestaunte, um dann am Abend mit ihr und ihrem philippinischen Mann William im Hotel Hilton im Swimming Pool zu planschen und in der Cocktailbar kleine Snacks zu vertilgen, da die beiden dort fuer eine Woche gebucht hatten und mich nun als Gast einfach mitnahmen; der Koreanerin Hee Jong Kim, mit der ich in einem Teeladen in Kandy ins Gespraech kam, die in Sri Lanka am Aufbau eines oekologischen Landwirtschaftsprojekts mitarbeitet und die mich fuer einen Abend zusammen mit ihren Freunden aus Korea, England und Kanada in ihre Wohnung zum vietnamesisch-koreanischen Essen einlud; dem 20-jaehrigen Kanadier Jerome, der fuer einen Monat Moench in einem buddhistsichen Kloster in Colombo war, sich dann aber ueberfordert fuehlte und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Flucht antrat; dem sri-lankischen Fahrer Nimal, der mich ins Naturschutzgebiet Horton Place kutschierte und mir dabei viel ueber die Landschaft erzaehlte, durch die wir fuhren, aber auch aus seinem Leben - von seiner Familie und seinem bisherigen Berufsleben; Denis und Kersti aus England, die sich auf ihrer Tour „Rund um die Welt“ in Sri Lanka fuer zwei Tage einen Wagen mit Fahrer gemietet hatten und mich nach dem Abstieg von Adam’s Peak, an die Suedkueste mitnahmen und mir so einige Kurvereien mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln ersparten, die ich sonst so benutzte; dem Tamilen Cash, Vater dreier Kinder, gerade frisch von seiner australischen Frau nach rund 20 Jahren Ehe geschieden, mit dem ich ueber die politische Situation Sri Lankas ebenso angeregt diskutieren konnte wie ueber sein Leben als Unternehmer in Australien und seine Familie in Sri Lanka, bis er vorschlug, das Gespraech doch in meinem Hotelzimmer fortzusetzen und ich freundlich aber bestimmt ablehnte… &lt;br /&gt;Die zwei Wochen in Sri Lanka sind so wie im Fluge vergangen. Von der politisch angespannten Lage im Lande bekam ich mehr am Rande mit. In den Zeitungen konnte ich nachlesen, wie die in Genf geplanten Friedensgespraeche zwischen der sri-lankischen Regierung und den tamilischen Rebellen immer wieder verschoben und schliesslich vorlaeufig abgesagt wurden. Die Militärposten und Absperrungen im Zentrum Colombos liessen ein mulmiges Gefuehl in mir aufkommen, als ich dort durch die Strassen spazierte.  Und auch unterwegs auf den Strassen im Suedosten des Landes sah ich immer wieder Militaerposten. Vom Selbstmordanschlag auf das Hauptquartier der Armee in Colombo erfuhr ich in Unawatuna, als mir einer der Hotelbesitzer besorgt davon erzaehlte, zumal er befuerchtete, dass wieder weniger Touristen kommen koennten – und das gerade nachdem man im Ort die Spuren des Tsunami zumindest aeusserlich weitestgehend hatte beseitigen koennen. Und auf dem Weg zum Flughafen kurz vor meinem Abflug geriet ich mit dem Airport-Bus in eine Militaerkontrolle, bei der alle Insassen aussteigen mussten, damit ein Spuerhund durch den Bus schnuppern konnte. &lt;br /&gt;Bleiben zum Abschluss noch ein paar Worte zu meinem Fuss: Er ist ganz klar auf dem Wege der Besserung. Zufaellig habe ich mit Denis aus England einen Physiotherapeuten getroffen, der mir nach meinem Auf- und Abstieg am Adam’s Peak gesagt hat, dass ich noch nicht so gehen koennte, wenn die Baender gerissen waeren. Es sieht also fast so aus, als ob ich noch mal Glueck im Unglueck hatte. Ausserdem habe ich angefangen ein paar spezielle Yogauebungen regelmaessig zu praktizieren, die wohl auch allmaehlich ihre Wirkungen zeigen (fuer alle Yogis: die Pawanmuktasanas der Bihar School of Yoga). Und so habe ich mich nun auch von meinem fetten Trolley wieder getrennt, in den ich meinen Rucksack in den letzten Wochen immer wieder gepackt hatte. Schon waehrend meiner Rundreise durch Sri Lanka hatte ich ihn mit einigen Sachen im Guesthouse in Colombo zurueckgelassen und war wieder mit Rucksack unterwegs gewesen. Nun in Bangkok konnte ich ihn Bernhard, der gerade hier auf Geschaeftsreise war und damit der erste Besucher auf meiner Reise um die Welt (ich hoffe nicht der letzte?!), mit auf den Weg nach Deutschland geben, so dass ich jetzt wieder „ganz leichtgewichtig“ unterwegs sein kann…&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-114665183114138634?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/114665183114138634/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=114665183114138634' title='2 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114665183114138634'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114665183114138634'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/05/bangkok-statt-hello-jetzt-sa-wat-dii.html' title='Bangkok – statt „Hello“ jetzt „Sa-wat-dii kha“'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-114494165169854584</id><published>2006-04-13T08:19:00.000-07:00</published><updated>2006-04-13T08:20:52.386-07:00</updated><title type='text'>Chennai und die Lust auf mehr</title><content type='html'>Ist das eine Hitze hier! Fragt mich nicht nach den genauen Temperaturen, aber wenn ich schon aus der Sonne in den Schatten fluechte, klimatisierte Raeume aufsuche und mir sogar die Haare mit kaltem Wasser wasche, dann ist es wirklich heiss… Dabei ist Chennai nicht nur heiss sondern auch noch laut. Es ist wieder das Hupen und das Brummen von Bussen, Autos und Rickshaws, das diese Mischung aus Laerm bildet, wie ich ihn schon aus Delhi und Kalkutta kenne. Als ich gestern abend hier im Dunkeln ankam, nachdem mein Flieger mit Air Deccan von Cochin aus zwei Stunden Verspaetung hatte, empfand ich Chennai wie einen großen Quirl. Die Stadt schien mir noch geschaeftiger als Delhi und Kalkutta – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Hier ist ein Geschaeft neben dem anderen, und die Hauptstraßen fuehren zweispurig teils ueber Bruecken kreuz und quer durch die Stadt. Vielleicht war der erste Eindruck von Chennai auch nur deshalb so krass, weil ich aus dem doch eher beschaulichen Fort Cochin in Kerala kam, wohin ich von Goa aus mit dem Zug weiter gen Sueden gefahren war. In Goa hatte ich mir zuvor noch einen zweiten Tag auf dem Motorrad gegoennt, um ins Landesinnere zu fahren, mir hindustische Tempel anzuschauen und eine Spice Tour zu machen. Diese Spice Tour – zu deutsch: Gewuerztour – war eine echte Touristenkiste. Sie erinnerte mich an meine erste Spice Tour vor rund neun Jahren auf Sansibar in Afrika. Auch hier wurden wir zu den verschiedenen Pflanzen gefuehrt, durften raten, um was es sich handelt, um dann belehrt zu werden. Auf Sansibar hatten wir damals einen Fez tragenden lustigen Afrikaner vor uns, der einen Witz nach dem anderen machte, um seine Touristen bei Laune zu halten. Hier in Goa war der Fuehrer durch die Plantage etwas ernster, aber dafuer hatte ich  meinen ganz individuellen Spass, denn „zufaellig“ war ich in eine Gruppe von Russen geraten, fuer die unser Fuehrer russenglisch sprach – eine Mischung aus beiden Sprachen. Es war zu lustig…Er hatte sich von russischen Touristen ueber die Zeit ein Vokabular angeeignet, dass inzwischen zu einem wunderbaren Kauderwelsch aus Englisch und Russisch gefuehrt hat… &lt;br /&gt;Der Abschied aus Goa kam mir dann viel zu schnell, ich haette noch laenger bleiben koennen, hatte ich doch Panjim, die Hauptstadt Goas,  noch nicht ganz erkundet und auch im Sueden Goas einige Straende noch nicht besucht. Vermutlich dauerte es auch deshalb etwas, bevor ich mich mit Cochin anfreunden konnte. Dabei war meine Ankunft schon sehr amuesant, denn ich erwischte offenbar den Ferrari-Fahrer unter den Rickshaw-Fahrern, der mich vom Bahnhhof bis zu meiner Pension brachte. Jamal, so sein Name, nannte sich selbst so, schwaermte unterwegs von Schumacher und Ferrari und fuhr dementsprechend, immer knapp am Crash vorbei. Dabei fuehlte ich mich nicht mal gefaehrdet, irgendwie schien mir, als haette er die Sache im Griff, denn es war schon smart, wie er die Auto-, Buss- und Rickshawfahrer um uns herum immer wieder austrickste. In Cochin uebernachtete ich bei dem Ehepaar Rodriguez, die Parterre fuenf Raeume vermieten und selbst im ersten Stock wohnen. Die beiden sind schon im Rentenalter, sehr freundlich und staendig bemueht, fuer ihre Gaeste da zu sein. Ueber sie konnte ich auch problemlos ohne Aufpreis meinen Besuch im Kathakali-Theater und meine Backwater-Tour buchen. &lt;br /&gt;Das Kathakali-Theater ist echte Maskerade und hohe Kunst zugleich. Ab 17 Uhr durften wir Touristen den Darstellern bei der Schminke zuschauen, ab halb sieben spielten sie in ihren bunten Kostuemen Szenen aus der Mahabarata, einem der Mythen Indiens. Derartige Auffuehrungen finden traditionell in den Monaten November bis Januar in den suedindischen Tempeln statt, dauern dann aber die ganze Nacht. Fuer uns gab es quasi eine Kurzfassung von anderthalb Stunden. Eine kleine Combo aus Saenger, Percussion und Harmonium begleitete die Schauspieler, die selbst nicht sprachen, aber die wildesten Grimassen schnitten und komplizierte Bewegungsablaeufe wie selbstverstaendlich abspulten. Dabei folgten Grimassen und Bewegungen strengen Regeln, die nur verstehen kann, wer diese Sprache auch beherrscht. Wir Touristen bekamen ein Handout, damit wir begriffen, was da auf der Buehne gespielt wurde. Der Kelllner im benachbarten Restaurant, erzaehlte mir spaeter aber, dass auch die jungen Inder heutzutage die Bedeutung von Grimassen und Gesten nicht mehr verstuenden, und nur noch die aeltere Generation zu den Auffuehrungen in die Tempel ginge. So haelt die Kommerzialisierung durch den Tourismus eine alte Kunst noch am Leben, die sonst womoeglich vom Aussterben bedroht waere. Dabei dauert die Ausbildung der Kathakali-Schauspieler sechs Jahre, bis sie alle Facetten des Spiels gelernt haben.&lt;br /&gt;Die Backwater-Tour fuehrte uns am naechsten Tag in einem grossen ueberdachten Holzboot ueber den Vembanad-See noerdlich von Cochin an Muschelfischern vorbei, zu einer Fabrik, wo aus Muschelschalen Kalzium fuer Tabletten gewonnen wird. Auch hier gab es eine kleine Spicetour – allerdings dieses Mal in Englisch mit ein paar  Brocken Hindi fuer die indischen Touristen an Bord. Wie  schon in Goa so stand auch hier die medizinische Bedeutung der Gewuerze im Vordergrund der Erklaerungen, die die Heilkunde des Ayurveda kennt, wobei Ayurveda uebersetzt „Wissen fuer ein langes Leben“ bedeutet. Mein persoenliches Highlight dieser Tour war die neunjaehrige Ashiwina aus Maharashtra, die mich kurz entschlossen adoptierte und bis zum Ende der Tour nicht mehr von meiner Seite wich. Es war herrlich, ihre Sicht der Dinge mitzuerleben und ihre neugierigen Fragen zu beantworten. Beeindruckend dabei war auch, wie sicher sie sich in der englischen Sprache bewegte, die sie neben Hindi und Maharashtra als dritte Sprache beherrscht. Sie war auf der Backwater-Tour mit ihren Eltern – beide Aerzte –, ihrem dreijaehrigen Bruder und ihren Grosseltern vaeterlicherseits. Natuerlich wollte sie dann auch, dass ihr Vater ein Foto von ihr und mir macht – und das nicht nur mit der Kamera der Familie. Sehr bestimmt meinte sie zu mir: „And now with your camera.“ (Und nun mit deiner Kamera) - Widerrede zwecklos und von mir auch gar nicht gewollt…&lt;br /&gt;An meinem letzten Tag in Cochin geriet ich dann auch noch den Fischern ins Netz, die am Ufer ihre chinesischen Netze aufgestellt haben. Dabei handelt es sich um große Holzgerueste, an deren Ende sich das eigentliche Netz befindet, das alle paar Minuten ins Wasser gelassen wird, um dann - wenn sich ein paar Fische darin verfangen haben - wieder hochgezogen zu werden. Die Fischer lockten mich charmant mit ihren Spruechen heran, liessen mich fotografieren und baten dann um eine Spende, zumal der Fang in dieser heissen Zeit, da die Fische weiter draussen im tieferen, kuehleren Wasser blieben, nicht so gut waere und sie das Geld der Touristen braeuchten. Zwar hatte ich die Masche der Jungs schnell durchschaut, aber irgendwie fand ich es auch so lustig mit ihnen, dass ich gerne etwas spendierte. Dass sie mehr wollten, als ich bereit war zu geben, war Teil des Spiels, aber als ich ihre Nachforderung mit einem Scherz beantwortete, gaben sie sich schnell zufrieden.&lt;br /&gt;Auf meinem Flug von Cochin nach Chennai traf ich dann noch auf Vaija, einen Managementberater aus Chennai, der fuer eine britische Beratungsfirma arbeitet. Mit ihm verging die Wartezeit auf den verspaeteten Flug sehr schnell, waehrend wir Familiengeschichten austauschten, ueber den Sinn oder Unsinn von durch die Eltern arrangierte Ehen, wie sie in Indien immer noch verbreitet sind, philosophierten und die Bedeutung von Spiritualitaet im Leben der Inder diskutierten. &lt;br /&gt;Mit der Landung in Chennai endet nun auch mein Reisen in Indien fuer dieses Mal. Meine Fussverletzung nehme ich noch mit nach Sri Lanka, denn auch wenn ich in Panjim meinen Holzstock an den Manager des Panjim Inns gegeben habe, der sich darueber gefreut hat, weil er den Stock einem seiner Grossvaeter weitergeben kann, so sind mit dem Fuss noch nicht alle Bewegungen moeglich. Zwar kann ich mir schon langsam wieder die Orte erlaufen, wie ich das so gerne tue, aber das immer noch etwas langsamer als sonst. Meine Zeit in Indien hat mir auf jeden Fall „Lust auf mehr“ in diesem Land gemacht – und die lange Zeit in Rishikesh moechte ich dabei nicht missen, auch wenn ich dadurch weniger Orte gesehen habe als urspruenglich gedacht. Dafuer war die Zeit vor Ort intensiver, und das hatte eine ganz eigene Qualitaet. Den Unterschied habe ich jetzt auch gemerkt, als ich in Agra, Delhi, Goa und Cochin wieder mehr auf der Durchreise war…&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-114494165169854584?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/114494165169854584/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=114494165169854584' title='4 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114494165169854584'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114494165169854584'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/04/chennai-und-die-lust-auf-mehr.html' title='Chennai und die Lust auf mehr'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-114434065603683662</id><published>2006-04-06T09:23:00.000-07:00</published><updated>2006-04-06T09:37:53.680-07:00</updated><title type='text'>Goa - Fahren statt Laufen</title><content type='html'>Nun bin ich also im Sueden Indiens gelandet. Und das erste, was mir auffaellt: Die Touristenschnacker sind seltener, und wenn sie auftauchen, dann sind sie laengst nicht so penetrant. Schliesslich habe ich auf meinem Stopp zwischen Agra und Goa in Delhi nochmal die volle Ladung abbekommen. Am Main Bazaar in Pahaganj, wo ich dieses Mal uebernachtet habe, wimmelt es nur so von Touristenschnackern, die einem das Ohr abkauen. Ich kann es ihnen nicht mal veruebeln, schliesslich ist in diesem Viertel Delhis die Backpacker-Dichte besonders hoch. Ich hatte mir den Ort auch nur ausgesucht, um nah am Hauptbahnhof der Stadt zu sein. Dass mein Zug dann an einem anderen Bahnhof der Stadt ankam und ich doch noch ein Taxi nehmen musste, war dann eben Schicksal...Immerhin hatte ich es dann nicht weit, um mir mein naechstes Zugticket von Goa nach Cochin zu kaufen. Ausserdem war am Nachmittag wieder Entspannung angesagt, da ich mit Vir maennliche indische Begleitung hatte und damit aus der Schusslinie war. Vir bin ich in Rishikesh im Madras-Cafe, einem meiner Stammrestaurants dort, zum ersten Mal begegnet. Nun in Delhi hat er mich mit seinem Auto durch die Gegend kutschiert, weil ich meinen Fuss ja noch schonen muss. Wir waren in einem suedindischen Restaurant Essen, um mich auf Goa einzustimmen, haben den grossen Krishna-Tempel der Stadt besucht, wo Vir darauf bestand, mir ein Krishna-Shirt zu kaufen, das hier in Goa schon einige Bewunderer gefunden hat, und haben am Abend einen Abstecher zum Indian Gate gemacht, um von dort die erleuchtete Prachtstrasse zum Haus des Premierminister abzufahren. &lt;br /&gt;Auch in Goa hab ich mich vom Laufen aufs Fahren verlegt, nachdem ich mit dem indischen Billigflieger Spice Jet hier gelandet bin. So war gestern Radfahren dran. Fuer knapp einen Euro hatte ich acht Stunden ein schwarzes Rad ohne Gangschaltung, das in Deutschland unter Antiquitaet laufen wuerde, sich aber super fahren liess. Mit ihm bin ich erstmal die zehn Kilometer von Panjim, der Hauptstadt Goas, wo ich im historischen Panjim Inn wohne, nach Old Goa geradelt, dem Ort, der frueher Lissabon Konkurrenz gemacht haben soll und von dem heute nur noch einige alte imposante Kathedralen aus dem 17. Jahrhundert erhalten sind, die verstreut im Wald stehen. Mein Fuss schmerzt zwar beim Gehen immer wieder, so dass ich dann Pausen einlegen muss, Radfahren macht ihm aber gar nichts aus. Also bin ich die zehn Kilometer wieder zurueck nach Panjim geradelt und dann in die entgegengesetzte Richtung nochmal zehn Kilometer bis zum Strand Dona Paula, wo ich den Blick aufs weite Meer genossen habe, bevor ich am Abend wieder zurueckgeradelt bin. &lt;br /&gt;Heute war dann Motorradfahren angesagt - fuer rund fuenf Euro gabs eine kleine Honda mit elektronischem Startknopf. Eine schoene alte Royal Enfield war leider nicht im Angebot, aber den Kickstart haette ich mit meinem Fuss sowieso nicht gepackt. So viel Druck kann mein Fuss einfach noch nicht auf einen Schlag machen. Zum Glueck hatte ich in den vergangenen zwei Monaten genug Zeit das indische Fahrverhalten zu studieren. Und das ist natuerlich weniger geordnet als in Deutschland aber der Verkehr fliesst auch um einiges langsamer. Zunaechst einmal gilt: "Je groesser desto Vorfahrt". Das habe ich schon gestern beim Radfahren beachten muessen, wenn es auf der Strasse eng wurde. Und auch heute auf dem Motorrad hatten die LKWs und Busse klar Vorrang. Und gerade die Busse sind mit Vorsicht zu geniessen, denn ihre Fahrer sind echte Heizer. Doch auch wenn die Inder - wie schon erzaehlt - viel hupen, so sind sie doch im Grunde recht entspannte Autofahrer, hier im Sueden noch mehr als im Norden. Und das Hupen gilt hier eindeutig als Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen. Die meisten Fahrer scheinen ihre Rueck- oder Seitenspiegel sowieso nicht zu kennen. Sie faedeln sich aus Seitenstrassen in den Verkehr, ohne einen Blick nach rechts oder links zu werfen. Wer von hinten kommt, muss halt mit der Hupe auf sich aufmerksam machen. Ueberholt wird, wo Platz ist, ob nun durchgestrichene Linie oder nicht. Und es passen immer mehr Fahrzeuge nebeneinander als man denkt...Hat man sich mal auf all das eingestellt, ist es ein echter Spass hier zu fahren. Ich muss mir nur immer wieder sagen: links, links, links, denn natuerlich haben die Inder von den Briten das Fahren auf der linken Strassenseite uebernommen. Und so bin ich heute die Kueste entlang von Panjim bis hoch nach Harmal gefahren. An den Straenden unterwegs hat es mich nicht lange gehalten. Das Fahren im Sonnenschein auf den kleinen gewundenen Strassen durch diese gruene Landschaft voller Palmen war einfach zu gut, um lange zu verweilen...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-114434065603683662?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/114434065603683662/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=114434065603683662' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114434065603683662'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114434065603683662'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/04/goa-fahren-statt-laufen.html' title='Goa - Fahren statt Laufen'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-114399035998824497</id><published>2006-04-02T07:09:00.000-07:00</published><updated>2006-04-02T08:19:04.176-07:00</updated><title type='text'>Agra - wieder auf zwei Fuessen</title><content type='html'>Kaum zu glauben, aber ich bin seit einer Woche wieder auf zwei Fuessen unterwegs. Dr. Sharma im Nirmal Hospital gab am Montag sein Okay, nachdem er eine zweite Roentgenaufnahme hatte machen lassen, die sogar vermuten laesst, dass es nicht mal ein Haarriss am Knochen war. Und da stand ich nun also auf einem Fuss vor ihm und setzte vorsichtig den anderen auf den Boden. Es fuehlte sich doch sehr komisch an, auch wenn ich in den zwei Tagen zuvor schon mal die Gehbewegung mit Kruecken imitiert und so getan hatte, als wuerde ich den Fuss aufsetzen. Und natuerlich konnte ich nicht einfach so losspazieren. Der Fuss ist ohne Frage eingerostet und macht sich bei jedem Schritt mit einem leichten Schmerz bemerkbar, als wollte er sagen: Vorsicht, ich weiss gar nicht mehr wie das geht mit dem Gehen. Und so hab ich mich Anfang der Woche noch an meine Kruecken geklammert, die ich dann aber am Dienstag zurueckgeben musste, damit sie ihre Reise nach Daenemark antreten. Premo sollte sie dorthin mitnehmen, und ich fand sie auch am Montag in Lakshman Jhula, um sie zu bitten, mir meine indischen Kruecken am naechsten Tag zum Satsang von Shanti Mayi  mitzubringen. Es war Premos letzter Tag in Rishikesh. Alles klappte zunaechst wie geplant. Premo hatte mir die indischen Kruecken vor die Meditationshalle gestellt. Ich stellt die geliehenen Kruecken von Roshi daneben und gab Premo bescheid. Premo verliess die Halle um halb vier mitten im Satsang durch die entsprechende Tuer. Nur als ich dann eine Stunde spaeter die Halle verliess, standen die Kruecken immer noch da. Sie hatte sie - aufgewuehlt durch ihren Abschied von Shanti Mayi, die ihr Guru ist - stehenlassen. Und da stand ich nun und wusste nicht so recht, was tun...&lt;br /&gt;Ich liess zum Glueck meinem Schrecken freien Lauf und rief laut aus, ob da nicht noch jemand aus Daenemark waere. Eine Frau wies mich an einen jungen Mann, der sich auch bereit erklaerte, die Kruecken mitzunehmen, zumal er Roshi wohl auch kannte, waehrend eine andere Frau meinte, dass die Kruecken doch gut fuer seine Mutter waeren. Eine Viertelstunde spaeter sah ich warum, denn ich sah eine Frau auf einem Bein mit den Kruecken zu einem Auto humpeln. Sie war von einem Scooter angefahren worden, wie ich erfuhr, als ich sie ansprach, und hatte wohl innere Verletzungen gehabt, die nicht sofort erkannt worden waren. Sie war deshalb auch im Krankenhaus gewesen und nun gluecklich, sich mit den Kruecken fortbewegen zu koennen. Sie versprach, diese an Roshi zurueckzugeben. Und ich war happy, die Kruecken weiter auf guter Mission zu sehen...&lt;br /&gt;Meine indischen Kruecken liess ich dann auch zurueck. Sie waren nicht mehr passend; ich besorgte mir stattdessen einen Holzstock, mit dem ich mich nun fortbewege. So ganz normal gehen kann ich auch nach einer Woche noch nicht, aber es wird von Tag zu Tag besser. Der Stock ist praktisch, weil er anderen zeigt, dass ich ein Handicap habe, und er mahnt mich vorsichtig zu sein. Ausserdem sind die Strassen in Indien doch recht uneben, und hier oder da ist er mir eine Stuetze. Dr. Sharma hat mir fuer 6 Monate Joggen und Huepfen verboten - das wird nicht leicht fuer mich werden...Da ist es im Moment sogar nicht schlecht, wenn jeder Schritt etwas schmerzt, um mich daran zu erinnern, dass noch nicht alles "normal" ist. In den vergangenen Tagen hab ich mir sogar einen Muskelkater in der Wade gelaufen. Sowas aber auch...&lt;br /&gt;Aus Rishikesh habe ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet. Natuerlich bin ich froh, endlich wieder unterwegs sein zu koennen, aber es war doch trotz allem eine gute Zeit mit netten Leuten. Da ich mich nun auch ueber eine Woche in einen Ashram zurueckgezogen hatte, hatten mich einige Leute eine Weile nicht gesehen. Und nun tauchte ich auf zwei Fuessen wieder auf, das war dann doch eine Ueberraschung. Und ich hatte das Gefuehl, es freuten sich doch viele mit mir: Saroch, die sich im Omkarananda Guesthouse in den ersten Tagen meines Gipses so liebevoll um mich gekuemmert hatte, Om aus dem Madras Cafe, der mir vor dem Haus oft die zwei Plastikstuehle zurechtgerueckt hatte, auf die ich mich und meinen Fuss dann drapiert hatte, oder Swami Hamsananda, der mir zum Sanskritunterricht jedes Mal ein Kissen auf meinen angestammten Sitzplatz gelegt hatte. Es war ein kleines Fest. Und sogar einige der Rickshaw-Fahrer sprachen mich an, ob jetzt wieder alles okay waere.&lt;br /&gt;Und dann habe ich es gestern endlich gewagt, Rishikesh nach knapp fuenf Wochen wieder zu verlassen. Allerdings soll ich noch keinen schweren Rucksack durch die Gegend schleppen, also hab ich mir einen grossen Trolley gekauft, in den ich meinen Rucksack gepackt habe. Und so habe nun nach einer Taxifahrt vom Swami Rama Ashram am Rande Rishikeshs zum Bahnhof in Haridwar dort einen Rollkoffer hinter mir hergezogen. Ist ein ganz komisches Gefuehl, so bin ich noch nie gereist, aber ich finde es gar nicht mal so schlecht. Die erste Station dieses Neustarts in Indien ist nun Agra. Vom Bahnhof hab ich mich gestern zum Maya Guesthouse mit einer Rickshaw fahren lassen und hab mir auch fuer den heutigen Tag einen Fahrer gemietet, der mich hin und her kutschiert hat. Ist fuer mich doch etwas ungewohnt, aber nicht unangenehm gewesen. Sonst erlaufe ich mir die Staedte ja lieber, nun sitze ich auf der faulen Haut und bin froh nicht zu viel laufen zu muessen, weiss ich doch nicht, ob der leichte Schmerz im Fuss mir sagen will: Pause oder Training. Mit dem Rickshaw-Fahrer Appu hatte ich jedenfalls einen netten Chauffeur, und so habe ich "das" Symbol des indischen Tourismus, das Taj Mahal, von allen Seiten bewundern koennen. Am fruehen Morgen ist mir dabei sogar noch ein alter Bekannter ueber den Weg gelaufen: Erik, der Schotte aus dem Sunderban Tiger Reserve. Indien ist also vielleicht doch kein so grosses Land...Und so mache ich mich morgen nun endlich gen Sueden auf...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-114399035998824497?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/114399035998824497/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=114399035998824497' title='1 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114399035998824497'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114399035998824497'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/04/agra-wieder-auf-zwei-fuessen.html' title='Agra - wieder auf zwei Fuessen'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-114335115291640134</id><published>2006-03-25T20:54:00.000-08:00</published><updated>2006-04-06T08:09:54.616-07:00</updated><title type='text'>Rishikesh - Yoga auf einem Bein</title><content type='html'>Meine Reise am Ort - also innerhalb von Rishikesh - habe ich in den vergangenen Wochen munter fortgesetzt. Dabei bin ich doch fasziniert, was so alles auf einem Bein geht. So war ich gestern Morgen zum ersten Mal wieder Joggen! Meine Strecke ging einmal im Kreis weitraeumig um den Swami-Rama-Ashram, in dem ich jetzt wohne. Eine Stunde war ich unterwegs, und es war echtes Ausdauertraining, halt nur auf einem Bein und zwei Kruecken - quasi als Dreibein. Auf halber Strecke habe ich allerdings eine kurze Pause am Ganges eingelegt. Anschließend war ich reif fuer die Dusche. So halte ich mich fit und trainiere meine Armmuskeln. Ich bilde mir ein, man wuerde das sogar sehen ... &lt;br /&gt;Seit ich in Rishikesh bin, habe ich schon zwei Mal meinen Wohnort gewechselt und so zwischenzeitlich sogar Tapetenwechsel gehabt. Im ersten Guesthouse konnte ich nicht laenger bleiben, weil eine Gruppe vorreserviert hatte, fuer die ich Platz machen musste, im zweiten war es genauso. Das Gute war nur, dass die beiden nebeneinander in Ram Jhula am Ganges stehen. Der Weg war also nicht weit, und es fand sich auch ein Helfer, mein Zeug hinüberzutragen. Das haette ich auf einem Bein wohl doch nicht hinbekommen. Viele andere Dinge aber gehen, wie Wäsche waschen oder Wassereimer fuers Fussbad schleppen. Es braucht nur andere Techniken als sonst, und es fasziniert mich, neue Wege auszuprobieren. Dabei macht es durchaus Sinn, sich vorher einen Plan zu machen, was man so nacheinander zu tun hat, denn natuerlich brauche ich fuer alles laenger als sonst. Und es ist schon ziemlich bloed, nass unter der Dusche zu stehen und das Handtuch im Zimmer nebenan liegengelassen zu haben, wenn man keine Kruecken hat. Nur dann flitzt man eben mal schnell rueber. Auf Kruecken geht das nicht so einfach: zum einen bin ich langsamer unterwegs und hinterlasse somit eine ausgepraegte Wasserspur, zum anderen ist der dann rutschige Boden mit Kruecken eine echtes Sturzrisiko. Ich rede aus Erfahrung, denn natuerlich ist es mir trotz aller Plaene passiert...&lt;br /&gt;Immerhin ist mein weicher Gips inzwischen ab: Beim Arztbesuch vor zwei Wochen hatte ich meinen zweiten Schuh dabei. Als Dr. Sharma das sah, meinte er grinsend, ob ich denn den Gips abhaben wollte. Na klar wollte ich. Er war einverstanden, aber ich darf weiter kein Gewicht auf den Fuss bringen. Dafuer darf ich nun regelmaessig Salzfussbad machen und meinen Fuss mit Oel einmassieren, um dann eine elastische Bandage um ihn zu wickeln. Da ich damit in meinen Schuh nicht passe, kann ich den nur halb drueber stuelpen, wenn ich das Haus verlasse. Eigentlich ist dieser Schuh auch ueberfluessig, aber nur mir Verband und Socken will ich nicht auf die Straße. Der Schuh scheint mir eine Art Schutz zu geben, auch wenn ich mir das vielleicht nur einbilde. &lt;br /&gt;Meine Tage in Rishikesh haben sogar einen gewissen Rhythmus bekommen. Am Morgen um 8.30 Uhr hoere ich ein Vortrag von Swami Muktananda, am Nachmittag um 13.40 Uhr habe ich Sanskrit-Unterricht bei Swami Hamsananda. Beide gehören zum Sivananda-Ashram, einem der Kloester hier. Swami steht fuer Moench. Swami Muktananda, ein fast zwei Meter großer Kanadier, haelt seine Vortraege  ueber den yogischen Weg im Leben. Es ist nicht nur spannend, ihm zuzuhoeren sondern auch ein echter Spass, weil seine einstuendigen Vortraege voller Humor und Witz sind. Inzwischen hat er allerdings Rishikesh verlassen und ist nach Frankreich aufgebrochen, um dort seine Vortraege zu halten. Und ich bin per Rickshaw in den Swami-Rama-Ashram umgezogen, der ausserhalb von Rishikesh liegt. Hier geniesse ich das WG-Leben mit Roja und Sima. Roja kommt aus dem Iran, wo sie als Yogalehrerin arbeitet. Sima ist Inderin und arbeitet als Stewardess fuer Saudia Arabia. Wir wohnen in einem Cottage zusammen, wo jede einen Raum fuer sich hat, und wir ein Bad und einen Gemeinschaftsraum miteinander teilen. Wassereimer muss ich jetzt nicht mehr schleppen, und Roja hat sogar darauf bestanden, Waesche fuer mich zu waschen. Wenn wir uns im Flur treffen, dann quatschen wir ueber Gott und die Welt, lachen viel miteinander und lernen uns immer besser kennen. Der Tag hier im Ashram beginnt mit der Glocke um 5 Uhr am Morgen. Wer will, kann sich dann in die Meditationshalle aufmachen, um 6 Uhr ist Mantra-Singen, ab 6.15 Uhr ist Yoga-Unterricht, danach ist noch Zeit fuer Atemuebungen. Fruehstueck gibt es zwischen 8 und 9 Uhr, Mittagessen 13 und 14 Uhr und Abendessen zwischen 19 und 20 Uhr. Alles sehr lecker!  Ich schiebe schon eine kleine Kugel, weil es mir so gut schmeckt... Am Abend haelt Swami Vedabarathi spannende Vortraege ueber Meditation und Stille, es gibt aber auch Gastvortraege ueber Biofeedback, Ayurveda oder Yoga als Wissenschaft. Ausserdem gibt es einen Buchladen, und ich futtere gerade ein Buch nach dem anderen... Und ich habe wieder mit Yoga angefangen. Auch mit einem Bein geht da einiges. Ausserdem ist es spannend und lehrreich, denn nun habe ich in meiner Yogalehrer-Ausbildung gelernt, wie man mit Schuelern umgeht, die nicht so beweglich sind und dies oder das nicht koennen, und jetzt bin ich selbst in der Situation, muss das auf mich anwenden und genau in meinen Koerper bzw. meinen Fuss hineinhoeren ...&lt;br /&gt;Morgen ist wieder Zeit fuer Dr. Sharma im Nirmal Hospital, der mir dann hoffentlich sagt, dass ich wieder mit beiden Fuessen auf den Boden darf. Die Gymastikuebungen, die er mir fuer meinen Fuss aufgegeben hat, habe ich jedenfalls regelmaessig gemacht. Doch dann werde ich erstmal wieder lernen muessen, mit beiden Beinen zu gehen, denn seit vier Wochen bin ich ja nun schon auf einem unterwegs und mein Koerper hat sich darauf eingestellt. Langweilig wird mir auch damit nicht werden ...&lt;br /&gt;PS: Wer meine Flugroute mit meinem Around-the-World-Ticket nachschaun will - es gab da ein paar Anfragen -, der kann im Profile unter Interests nachschauen.&lt;br /&gt;PPS: Am Thema Bilder arbeite ich noch. Die Computer hier haben kein Breitband, und das Laden der Fotos will hier nicht klappen. Ich hab es gestern ueber eine Stunde erfolglos versucht...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-114335115291640134?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/114335115291640134/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=114335115291640134' title='3 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114335115291640134'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114335115291640134'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/03/rishikesh-yoga-auf-einem-bein.html' title='Rishikesh - Yoga auf einem Bein'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-114180427683597914</id><published>2006-03-07T23:46:00.000-08:00</published><updated>2006-04-06T08:08:37.636-07:00</updated><title type='text'>Rishikesh - unterwegs mit Kruecken</title><content type='html'>Zehn Tage sind es jetzt , seit ich am Zug umgeknickt bin. Vorgestern bin ich wieder im Nirmal-Hospital bei Dr. Sharma gewesen, um zu schauen, was mein Fuss so macht. Einer seiner Assistenten hat mir den Verband abgenommen, und mein kleiner Fuss fuehlte sich aufeinmal so nackt und ungeschuetzt hatte. Ich hatte nicht mal einen Schuh dabei, um ihn selbst wieder einzupacken, aber das waere auch gar nicht noetig gewesen, denn Dr. Sharma sah natuerlich das, was auch ich schon gesehen hatte, als der Verband ab war. Der Fuss war immer noch an einer Seite geschwollen. So verschrieb er mir eine weitere Woche Stuetzverband, der kleine Knochenbruch am Fuss und die vermutlich gerissenen Baender brauchen noch eine Weile, bis sie verheilt sind. Einen Monat hatte mir der Arzt ja schon bei meinem ersten Besuch in Aussicht gestellt. Natuerlich war ich etwas enttaeuscht, aber als der Assistent dann meinen alten Verband - vermutlich aus dem Muelleimer (so schnell konnte ich gar nicht gucken) - wieder hervorholte, um ihn mir mit Mullbinde und Tape wieder anzupassen, da musste ich doch wieder lachen und denken: Das ist Indien! Und ich kann nur sagen, die Reise geht weiter. Ich mag vielleicht derzeit an einem Ort wohnen, aber die Geschichten, die ich hier erlebe, sind so vielfaeltig, dass ich damit Seiten fuellen koennte und das in meinem Tagebuch auch tue. Ich kann hier nur Ausschnitte davon erzaehlen. Da sind natuerlich zum einen die Inder, die mich hemmungslos anstarren und fragen: "Fracture?" oder "How happen?" Alte Maenner, die kaum noch Zaehne im Mund haben und auch kein Englisch koennen, bleiben stehen, nicken mir zu, murmeln etwas, ich murmele und nicke zurueck. Wir verharren noch einen Moment, wackeln beide noch etwas mit dem Kopf und trennen uns dann wieder. Inzwischen bin ich sicherlich bekannt wie ein bunter Hund - von Ram Jhula bis Lakshman Jhula, den beiden Ortsteilen, in denen ich mich hauptsaechlich bewege. Auch unter den Rikshaw-Fahrern, mit denen ich schon manchen Kampf gefochten habe, weil ich keinen Bock darauf hatte, mehr zu zahlen als der normale Preis, bloss weil ich gerade etwas gehandicapt bin. Da gibt es solche, die tatsaechlich unverschaemte Preise verlangen, aber auch solche, die mir Geld zurueckgeben, wenn sie meinen, dass ich zu viel gezahlt habe. Auch unter den Touristen bin ich vermutlich schon recht bekannt. So ein bandagierter Fuss ist immer ein guter Anknuepfungspunkt fuer ein Gespraech: "Do you need help?" - "Can you manage?" - "How did it happen?" Nun liegt Rishikesh am Ufer des Ganges in einem recht engen Tal, und viele Wege fuehren ueber Treppen in die Haeuser. Das ist fuer so ein Einbein mit Kruecken wie mich zur Zeit immer wieder eine Herausforderung, denn die Treppenstufen sind nicht immer gleich hoch. Ich huepfe, hoppele und krabbele mich also - ganz konzentriert - hoch und wieder runter. Dabei bekomme ich bestimmt ganz starke Armmuskeln... und wer kann schon von sich behaupten, sich beim Laufen eine Blase in der Handinnnenflaeche zugezogen zu haben? So oder so - meine altbewaehrte Zaehigkeit kommt mir hier doch sehr gelegen, gepaart mit einer guten Portion Humor, den ich weiter gut brauchen kann. Und so hab ich in der ersten Woche von dem Tal doch schon einiges gesehen, bin zahlreichen Menschen begegnet und bin immer wieder beschenkt worden. Mal hat ein Rollerfahrer angehalten, um mich so ein Stueck mitzunehmen, ein Ladenbesitzer hat mir einen Stuhl angeboten, damit ich mich fuer einen Moment setze, oder einen seinen Fahrer geschickt, um mich in mein Guesthouse zu fahren, oder aber ein starker Arm hat mir Halt gegeben, wenn ich mal wieder eine steile Treppe zu ueberwinden hatte. Apropos Geschenke: An einem Morgen bin ich dann zu einem der Gurus (einem alten indischen Meister) gefahren, der regelmaessig um 9.00 Uhr seine Anhaenger empfaengt. Rishikesh ist ja gerade bekannt dafuer, dass es hier viele indische Meister gegeben hat und auch noch gibt und dass hier ein guter Ort fuer Meditation und Yoga ist - auf letzteres muss ich hier nur leider gerade verzichten. Vor dem Haus dieses einen Meisters, den ich nun aufsuchte, waren auch einige Auslaender, die mir gleich wieder halfen, die Treppe vor dem Haus hochzuhumpeln. Eine Daenin sah meine indischen Kruecken, deren Gummis am unteren Ende sich leider immer wieder hochschoben, so dass das Aluminium der Stange auf dem Marmorboden aufkam, was meine Fortbewegung immer wieder zu einer recht rutschigen Angelegenheit machte. Sie sprach mich an und bot mir ihre Kruecken an, die sie sich fuer alle Faelle mitgebracht hatte, weil sie vor einigen Monaten einen Achillessehnenriss hatte. Sie brauchte die Kruecken aber nun doch nicht mehr, und nun koennte ich sie bis Ende Maerz behalten, meinte sie. Die Dinger sind "Made in Germany" - genauer in Neumuenster - und machen das Herumhoppeln doch um einiges sicherer. In dem einen oder anderen Restaurant bin ich inzwischen sogar schon Stammgast - so beispielsweise im Madras-Cafe. Und dort bin ich dann Gopi und Atmaram begegnet, die das Mainzer Yoga-Vidya-Zentrum leiten, die ich waehrend meiner Yogawoche in Griechenland vor fast zwei Jahren kennengelernt habe und die hier gerade zwei Wochen verbringen. Mit ihnen nehme ich nun Sanskrit-Unterricht bei Swami Hamsananda, einem Moench des Sivananda-Ashrams, einem der Kloester hier am Ort. Warum auch nicht? Ich liebe es ja, mich mit Sprachen zu beschaeftigen. Und es gibt auch immer Tee mit Suessigkeiten, bevor wir mit dem Unterricht beginnen. Das kommt mir doch sehr gelegen... Eine neue Art indischer Diaet...Nebenbei hab ich auch einen vedischen Astrologen aufgesucht, der mich doch sehr beeindruckt hat, was er so alles ueber meine Vergangenheit sagen konnte. Er hat mir auch - wie schoen - ein langes Leben vorausgesagt. Nur von der Farbe Gruen hat er mir abgeraten, die soll ich nicht tragen. Ich war erst erstaunt, doch als er mich dann fragte, welche Farbe ich denn bei meinem kleinen Fehltritt am Zug getragen haette, und ich gestehen musste, dass es mein gruenes Shirt war, da war mir doch etwas mulmig. Ich sollte es lieber verschenken, meinte er. Ansonsten sehen - vor allem die Inder - in meinem kleinen Unfall ein Zeichen, eine Pruefung oder sogar eine Gnade Gottes. Wie auch immer, es hat in jedem Fall die Perspektive und das Tempo meiner Reise veraendert.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-114180427683597914?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/114180427683597914/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=114180427683597914' title='3 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114180427683597914'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114180427683597914'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/03/rishikesh-unterwegs-mit-kruecken.html' title='Rishikesh - unterwegs mit Kruecken'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-114121896398536139</id><published>2006-03-01T03:14:00.000-08:00</published><updated>2006-03-02T23:51:16.360-08:00</updated><title type='text'>Rishikesh - Ausgebremst an den Ufern des Ganges</title><content type='html'>Im Tal von Rishikesh an den Ufern des Ganges scheint die Sonne, die Berge ringsum sind zu sehen, und die Temperaturen bewegen sich jenseits der 20 Grad Celsius. Der Kontrast zu Darjeeling koennte nicht groesser sein. Immerhin habe ich mich in Darjeeling noch wacker um einen Blick auf die Berge bemueht. Schon seit Tagen hatten mich ein paar vereinzelte Touristenschnacker gefragt: "You want to go to Tiger Hill tomorrow morning?" Gemeint war ein Aussichtspunkt, von dem aus man am Morgen einen Blick auf die Berge und auf den Sonnenaufgang ergattern koennen sollte. Ich hatte mich angesichts der Wetterlage bisher so bedeckt gehalten wie der Himmel. An einem Abend aber stiess ich dann in einer Kneipe mit Live-Musik auf den Briten Stewart. Da er so einsam an seinem Tisch sass, pflanzte ich mich einfach dazu. Wir kamen ins Gespraech, und er erzaehlte mir, dass er und ein Dieter aus Deutschland sich fuer den Morgen einen Jeep gemietet haetten und ich gerne dazustossen koennte, um zum Tiger Hill zu fahren. So koennten wir uns die Kosten fuer den Jeep unter drei aufteilen. Ich war dabei. Am naechsten Morgen um 4.30 Uhr ging sie los - die wilde Fahrt zum Tiger Hill. Und wir waren natuerlich nicht alleine auf den holprigen Strassen unterwegs. Das war ein echtes Touristen-Happening mit zahlreichen Jeeps, die die Serpentinen hinauffuhren. Das Beste kam aber oben auf dem Huegel. Dort stand ein dreistoeckiges Gebaeude, so dass man noch mehr Hoehe und vielleicht noch eine etwas bessere Sicht ergattern konnte. Je mehr Eintritt man bereit war zu zahlen, desto weiter durfte man nach oben. Wir blieben auf dem Boden - wie Gudrun, die ich schon am Tag zuvor im Internetcafe kurz gesehen hatte und die nun auch am Tiger Hill erschienen war. Der Sonnenaufgang war schoen und die Berge tauchten kurz zwischen den Wolken auf, so dass alle Touristen zufrieden ins Tal zurueckkehren konnten. Jetzt waere es spaetestens Zeit ein Beweisfoto einzufuegen, aber dieser Rechner hier ist so eine Schnecke, dass ich es mir spare, mich stundenlang damit zu beschaeftigen ein Bild zu platzieren. Lieber schreibe ich noch ein paar Zeilen. Unser Ausflug nach Tiger Hill endete mit einem gemeinsamen Fruestueck von Stewart, Gudrun und mir. Dieter hatte sich zwischenzeitlich abgeseilt. Und damit war das Kleeblatt fuer Darjeeling gebildet. Die naechsten Tage waren wir drei fast unzertrennlich, entdeckten gemeinsam die Happy Valleye Tea Plantage, wo wir Tee tranken, Momos (gefuellte Teigtaschen) futterten und uns erklaeren liessen, wie Tee geerntet und gemacht wird, landeten zu spaeter Stunde noch in Joeys Bar, um gemuetlich ein Bier (Stewart)und einen Gin Tonic (Gudrun und ich) zu trinken, und suchten im Nebel die japanische Peace Pagode auf. Stewarts echt britischer Humor war bei all dem so herrlich, dass wir phasenweie aus dem Lachen nicht mehr herauskamen. Als ich dann Gudrun von meinen Plaenen erzaehlte, zum Ganges-Delta aufzubrechen, war sie spontan mit dabei. Und so brachen wir am 19. Februar zu zweit nach Kalkutta auf, von wo aus es dann in das Sunderban Tiger Reserve suedlich von Kalkutta gehen sollte. Fuer meinen Geburtstag hatte ich mich im Fairlawn Hotel eingemietet, einer Bastion echten britischen Stils mitten in Backpackers' Paradise auf der Sudder Street, wo sich ein Guesthouse ans andere reiht. Die Herrin des Hauses ist inzwischen 85 Jahre alt und ein echtes Original, wie sie da jeden Morgen sitzt, um mit ihren Gaesten ein Schwaetzchen zu halten. Dabei hat sie - inzwischen mit Unterstuetzung ihrer Tochter - die Faeden noch fest in der Hand und haelt die Tradition des Hotels, das ihre Eltern in den 30er Jahren aufgebaut haben, hoch. Mit Gudrun speiste ich dort am Abend meines Geburtstages, nachdem wir den Tag hauptsaechlich mit Organisieren verbracht hatten. Wir mussten schliesslich unsere Tour ins Ganges-Delta noch eintueten. Im Buero des Sunderban Tiger Camps in Kalkutta bediente uns ein schnuckeliger junger Inder, der eine Stunde brauchte, um zwei Formulare auszufuellen und uns das Geld abzuknoepfen. Vielleicht brauchte er ja so lange, weil Gudrun und ich so viel Spass daran hatten, ihn auf den Arm zu nehmen... Da hatten sich die zwei Richtigen getroffen, wie sich dann auch auf der Tour ins Tiger Camp zeigen sollte. Da waren wir dann fuer drei Tage mit den Boot im groessten Delta der Welt unterwegs - auf der Suche nach dem Tiger, dem wir zwar nicht begegneten, dafuer aber Krokodilen, Rehen, Wildschweinen und zahlreichen Voegeln. Und mit dabei waren Tigerkralle, Tanzbaer und Papa Teddy, wie wir einige unserer Mitreisenden bald nannten. Es war eine bunte Truppe, die sich da zusammengefunden hatte: eine Gruppe indischer Lehrer, die in Kalkutta behinderte Kinder unterrichten und - kaum waren wir auf dem Boot - indische Lieder sangen und dazu tanzten; eine Familie aus indischem Vater und polnischer Mutter mit drei Kindern zwischen 7 und 12, die sich allesamt wacker trotz Hitze und Moskitos schlugen; ein amerianischer Ingenieur indischer Herkunft, der nicht zu stoppen war, wenn er mal anfing, Geschichten aus seinem Leben zu erzaehlen und der sich mit Tigerhemd, -schirm und -uhr ausstattete; ein junger Lehrer aus Schottland, dessen Mutter Iranerin und dessen Vater Tscheche ist und der schon seit anderthalb Jahren durch die Welt tingelt sowie eine Gruppe indischer Senioren, die England ihr Zuhause nennen und uns halfen den Tour-Guide zu verstehen, dessen Englich etwas duerftig war. Zurueck in Kalkutta fiel Gudrun und mir der Abschied schwer, aber hier trennten sich unsere Wege erstmal. Gudrun wollte noch in Kalkutta bleiben, fuer mich ging es mit dem Nachtzug nach Varanasi - einem Ort, der vor allem dafuer bekannt ist, dass dort an den Ufern des Ganges die Inder ihre Goetter feierlich verehren und ihre Toten verbrennen. Die Stadt ist tatsaechlich ein Erlebnis. Diese Mischung aus betenden Indern und fotografierenden Touristen ist wohl einmalig. Und dazwischen bewegen sich die Bettler, die um Essen oder Rupien bitten und Frauen wie Kinder, die Postkarten oder kleine Schaelchen mit Blumen und Kerze zu verkaufen haben, die man mit Wuenschen fuer sich und die Familie auf dem Ganges zum Schwimmen bringen kann. Ich hatte dort nur einen Tag, doch der war anstrengend. Erst war da die Suche nach einer Unterkunft, die sich schwieriger als gedacht gestaltete, weil ich staendig einen Touristenschnacker am Bein hatte und dann auch noch die Hotels, die ich mir ausgesucht hatte, belegt waren. Aber wie so oft hier in Indien kommt die Rettung unvermittelt. In einem Guesthouse durfte ich ein anderes anrufen, das dann auch Platz fuer mich hatte, und der Mann an der Rezeption besorgte mir ein Boot, damit ich schnell dort hingelangen konnte. Von Varanasi, wo ich am Abend und am fruehen Morgen Zeuge der zahlreichen Rituale indischer Glaeubiger war, die zu erzaehlen noch einige Seiten fuellen wuerde, ging es fuer mich weiter nach Rishikesh, wo ich zum Fest zu Ehren des hinduistischen Gottes Shiva - dem sogenannten Shiva-Ratri - sein wollte. Doch auf dieser Fahrt kam meine Reise doch sehr ins Stocken. Es begann damit, dass der Zug staendig stehen blieb und sich unsere Verspaetung immer mehr ausweitete. Am Ende sollten es mehr als 12 Stunden sein. Waren bisher meine Zuege immer recht puenktlich gewesen, so bekam ich jetzt also die volle Ladung. Doch damit war es nicht getan. Ich hatte natuerlich nicht so viel Proviant dabei, dass ich mich fuer den ganzen Tag haette versorgen koennen. Der Zug haette am Morgen um 4 Uhr in Haridwar sein sollen, von wo aus ich einen Bus nach Rishikesh nehmen wollte. Bis um 3 Uhr am Nachmittag hatte ich gerade mal einen Tee getrunken. Nun war es also an der Zeit, sich auf dem Bahnsteig etwas zu essen zu besorgen. Zwei Stuecke frittiertes Brot, eine Packung Kekse und eine Tasse Tee bekam ich bei einem Stopp zusammen und war damit auch erstmal zufrieden. Doch dann stieg ich bei einem anderen Halt nochmal aus und kaufte mir zwei Samosas, als der Zug wieder anfuhr. Ich sprang schnell in den naechsten Waggon, der aber nicht der meine war. Der Durchgang zu meinem Waggon war versperrt, ich musste also bis zum naechsten Halt warten. Der naechste Halt kam. Vor mir schwangen sich ein paar Inder aus dem Waggon. Als ich an der Reihe war, dachte ich noch: "Das ist aber tief". Einen Bahnsteig gab es hier nicht, der endete einige Meter entfernt. Ich zoegerte noch, dachte dann, "stell dich nicht an", und machte mich auf den Weg nach unten. Leider war ich mit zu viel Schwung unterwegs - schliesslich wusste ich nicht, wann der Zug wieder anfahren wuerde - und kam so ungluecklich auf dem Boden neben den Gleisen auf. So stark wie sich da mein Fussgelenk verbog, das fuehlte sich gar nicht gut an, das tat sogar weh! Dass ich dann aufschrie, hatte weniger mit dem Schmerz zu tun, als mit der Tatsache, dass ich auf mich aufmerksam machen wollte, damit mir jemand in den Zug half, bevor der wieder losfuhr, denn schon nach wenigen Schritten war mir klar, dass ich das nicht mehr alleine schaffen wuerde. Es waren auch gleich ein paar Jungs zur Stelle, die mich ins Abteil zurueckbrachten. Dort hatte ein aelterer Herr gleich eine Salbe fuer meinen geschwollenen Fuss zur Hand. Mit einem Male oeffnete sich auf die Tuer zu meinem Waggon, ich humpelte an meinen Platz zurueck, wo meine junge Abteilnachbarin, eine Englischlehrerin, sich darin bestaetigt fuehlte, das Abteil waehrend der ganzen Fahrt nicht verlassen zu haben, waehrend zwei junge Inder sie immer wieder geneckt hatten, ob sie nicht doch mal frische Luft schnappen wollte. Einer von ihnen legte mir mit einer Mullbinde, die ich im Gepaeck hatte, einen provisorischen Stuetzverband an und half mir auch beim Aussteigen in Haridwar, wo der Zug gegen 5 Uhr am Nachmittag eintraf. Ich humpelte zum Busbahnhof, fand meinen Bus nach Rishikesh und landete dort zwischen einer Gruppe motorisierter Rickshaw-Fahrer, mit denen ich erstmal hart um den Preis verhandeln musste, fuer den sie mich zum Sivananda-Ashram fahren sollten. Dass ich dort am Abend noch abgewiesen wurde und stattdessen im Omkarananda Guesthouse landete, ist nicht unbedingt schlecht fuer mich, denn in meinen Guesthouse kuemmert sich die Chefin des Hauses wie eine Mutter um mich. Das ist eine gewisse Entschaedigung fuer meinen kleinen Unfall mit Folgen, der mich am naechsten Morgen auch erstmal ins Nirmal-Krankenhaus gebracht hat. Dort wurde ich geroentgt und schliesslich bandagiert. Und nun verbringe ich gewoehnlich den Morgen lesend im Garten des Hauses mit Blick auf den Ganges und wage mich am Nachmittag mit meinen Kruecken auf kleine Ausfluege in den Ort. Das Tempo meiner Reise hat sich dadurch etwas verlangsamt, und es bleibt abzuwarten, wie lange ich mich nun in Rishikesh aufhalten werde. Sicher laenger als gedacht. Aber Rishikesh ist nicht der schlechteste Ort fuer eine Pause - und wie sagten da zwei Touristikstudentinnen in Delhi, als sie mich interviewten und ich ihnen erzaehlte, dass ich auch nach Rishikesh wollte: "There you'll find peace of mind." Derzeit biete ich eher meinen ganzen Humor auf, um der Situation das Beste abzugewinnnen...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-114121896398536139?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/114121896398536139/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=114121896398536139' title='1 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114121896398536139'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114121896398536139'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/03/rishikesh-ausgebremst-den-ufern-des.html' title='Rishikesh - Ausgebremst an den Ufern des Ganges'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-114001488318284958</id><published>2006-02-15T06:07:00.000-08:00</published><updated>2006-02-15T07:09:43.216-08:00</updated><title type='text'>Darjeeling - It's Time for a Coke</title><content type='html'>Das indische Stadtleben habe ich nun erstmal hinter mir gelassen, bin auf dem Lande wenn auch noch nicht in der Natur angekommen. In Darjeeling, der Stadt, die einen Blick auf vier der fuenf hoechsten Berge der Welt bieten soll. Ich habe auch extra Quartier im Bellevue Hotel genommen, um den Blick zu geniessen, wenn da nicht dieser dichte Nebel waere, der alles ringsum verhuellt...Ich nehme es mit Humor, spaziere durch die Strassen des Ortes, benannt nach dem Oberhaupt des einstigen buddhistischen Klosters Dorje Ling, und vergnuege mich im Zoo mit Leoparden und Tigern. Inmitten dieses Zoos ist dann auch das Himalayan Mountaineering Institute, wo einmal nicht so sehr dem neuseelaendischen Erstbesteiger des Mount Everest Hillary sondern seinem indischen Sherpa Tenzing gehuldigt wird. Das ist doch mal eine andere Perspektive auf die Ereignisse von 1953 als bei uns im Westen. Was ich natuerlich auch gerne hier geniesse, ist der Darjeeling Tee, der ringsum auf den Huegeln waechst. Viel mehr geht auch gerade nicht in meinen kleinen Magen - und das hat seine Gruende: Im Zug von Kalkutta nach New Jalpaiguri, einer Zwischenstation auf dem Weg hierher, war ich dieses Mal umgeben von Indern, denn ich hatte eine andere Zugklasse gewaehlt als von Delhi nach Kalkutta. Jetzt waren es nicht mehr nur vier sondern sechs Betten im Abteil. Auf meiner Seite mit drei Betten uebereinander waren ein humorvoller Inder, eine staendig leicht genervte wenn auch huebsche Inderin in gruen-gelbem Sari und ihr gemeinsamer quirliger Sohn. Auf der anderen Seite waren Deka, der einzige meiner Mitreisenden, mit dem ich mich auf Englisch unterhalten konnte, samt Schwester und Ehefrau, alle drei wohlgerundet und staendig mit Essen beschaeftigt. Kaum war der Zug angefahren, da kamen auch schon die ersten Haendler, die uns ueber ganze drei Stunden unterhalten sollten. Sie kamen mit allen erdenklich Waren vorbeispaziert - von Sari ueber Sicherheitsklammern bis hartgekochte Eier. Ich staunte, was man so alles im Zug verkaufen kann. Deka klaerte mich auf, dass die Haendler typisch fuer diese Zugstrecke sind, verbilligte Tickets kaufen und maximal 6 Stunden an Bord bleiben duerfen. Nach einer Weile kam die Frage auf mich zu, ob ich denn Dinner im Zug wollte. Ich sagte zu - etwa drei Stunden spaeter bekam ich dann Reis mit Kartoffeln und Sauce. Ich hatte ja vegetarisch bestellt. Nur einen Loeffel gab es nicht. Ich durfte mit den Fingern essen...Meine Reisebegleiter hatten ihre Freude an mir, auch wenn ich mir einbilde, mich nicht allzu ungeschickt angestellt zu haben. Doch mag es nun am Essen oder an meinen Haenden gelegen haben, die trotz Waschen vielleicht nicht ganz so sauber waren, die Rache kam am naechsten Morgen. Schon im Zug grummelte es in meinem Darm, doch als ich dann in New Jalpaiguri auf meinen Anschlusszug wartete, da kam dann das Dilemma - der Durchfall. Dabei hatte ich noch Glueck. Nachdem ich um halb sieben noch schlaftrunken aus dem Zug gewankt war, um am Bahnhof gesagt zu bekommen, dass ich erst um acht erfahren wuerde, ob ich denn mit dem sogenannten Toy Train nach Darjeeling, einem alten Bummelzug, fahren koennte, wurde ich auf meine Nachfrage, wo ich denn warten koennte, in den Ladies Waitingroom verwiesen. Und der hatte Toiletten, bot mir Ruhe und die Moeglichkeit Inderinnen bei der Morgentoilette zu beobachten. Dumm nur, dass mir zwischenzeitlich das Toilettenpapier ausging, und die Sache immer unkontrollierbarer wurde...Um acht Uhr erfuhr ich dann, dass kein Platz mehr im Toy Train fuer mich waere. Ich sollte halt ein Taxi, einen Bus oder einen Jeep nehmen. Letzteren fand ich dann auch und landete neben zwei Tschechen Thomas und Philip, die mir gleich zum Fruestueck einen Zwetschgenschnaps anboten. Davon hatten sie fuer ihre Reise insgesamt acht Halbliterflaschen fuer einen Monat mitgenommen. Die Haelfte war nach nun knapp zwei Wochen schon getrunken, wobei Thomas meinte, dass sie das nicht ganz alleine geschafft haetten, es haette immer ein Dritter mitgetrunken. Thomas war ueberzeugt davon, wenn man das trinken wuerde, dann koennte man auch alles essen, denn der Alkohol wuerde schon alle Bakterien und Viren killen. Ich war froh die beiden an Bord zu haben, denn auf dem serpentinenreichen Weg nach Darjeeling, der fast vier Stunden dauerte, sorgten sie zwei Mal dafuer, dass der Jeep hielt, damit ich mich nun auch nach vorne erleichtern konnte. Das Lustige an der Geschichte war, dass es mir gar nicht uebel war. Es kam nur einfach so...In Darjeeling angekommen schleppte ich mich ins Hotel und war froh angekommen zu sein. Heisses Wasser sollte es erst um 6 Uhr am Abend geben. Bis dahin war etwas Froesteln angesagt, denn auf 2000 Metern Hoehe ist es ohne Heizung doch nicht ganz so mollig. Nur gut, dass ich einige Schichten Klamotten und meinen Daunenschlafsack dabei habe. Und was fuer ein Genuss kann dann eine heisse Dusche sein...Dank Immodium und Elotrans hat sich mein Magen-Darm-Zustand im uebrigen etwas stabilisiert - und natuerlich war es gestern auch Time for a Coke, denn die killt auch alles, was es so an Viren und Bakterien gibt. Davon bin ich ueberzeugt. Heute morgen habe ich mich zum Fruehstueck sogar an einen Teller Porridge gewagt - und es ist gutgegangen. Ansonsten ernaehre ich mich halt von Tee und Keksen - die indische Diaet. Soll gut fuer die Figur sein...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-114001488318284958?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/114001488318284958/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=114001488318284958' title='12 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114001488318284958'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/114001488318284958'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/02/darjeeling-its-time-for-coke.html' title='Darjeeling - It&apos;s Time for a Coke'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>12</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-113981367667985835</id><published>2006-02-12T21:35:00.000-08:00</published><updated>2006-02-12T23:20:48.093-08:00</updated><title type='text'>Kalkutta - go with the flow</title><content type='html'>Nun bin ich also in Indien gelandet. Auch die Panne von British Airways hat mich nicht stoppen koennen. Mit zehn Stunden Verspaetung kam ich in Delhi an. Und es war gut, Rahim, den Besitzer des Ringo Guest Houses, mit dem Schild "Jutta-Maria" inmitten der Wartenden zu sehen. So kam ich unbehelligt durch die Masse von Taxifahrern, die sich am Eingang zum Flughafen draengte, und lernte den chaotischen Verkehr Delhis erstmal aus der Autoperspektive kennen. Etwa eine Stunde waren wir durch die zum Teil verstopften Strassen der Stadt unterwegs. Rahim erzaehlte mir gleich, wie toll es fuer mich waere eine Woche auf einem Hausboot in Kashmir zu verbringen. Er koennte das organisieren... Ich war erstmal froh, die Tuer im Ringo Guest House hinter mir zu schliessen. Ueber weitere Reiseplaene wollte ich zunaechst nicht nachdenken. &lt;br /&gt;Stattdessen machte ich mich bald auf den Weg, Delhi zu Fuss zu erkunden. Der heilige Christopherus mit seinem Wanderstab, dessen Abbild ich um den Hals trage, duerfte seine wahre Freude an mir gehabt haben, so viel bin ich herumgelaufen, um mich in der Stadt zu orientieren. Den Riksha-Fahrern in Delhi, die immer wieder versucht haben, mich in ihre gruenen motorisierten Dreiroller zu locken, hat mein Wanderverhalten dagegen wohl weniger gefallen. Ein Spass war es dann auch, Bus zu fahren bzw. sich durchzufragen, wie man von beispielsweise von New nach Old Delhi kommt. Sehr angehm dabei, wie freundlich und offen die Menschen mir begegnet sind, die ich nach dem Weg gefragt habe. Jeder versuchte mir zu helfen, wo es ging. &lt;br /&gt;Offen und freundlich sind natuerlich auch die Touristenschnacker, wie ich sie getauft habe, die hier und da auf der Strasse vor mir auftauchen und mich fragen, was ich suche, wohin ich will, woher ich komme. Am besten ist es tatsaechlich, sie zu ignorieren. Dann lassen die meisten doch erstaunlich schnell von mir ab...&lt;br /&gt;Die Tage in Delhi sind wie im Fluge vergangen. Die Kontraste der Stadt sind erstaunlich. Da sitzen im Cafe die jungen indischen Studenten und ueben lautstark fuer ihre Referate. Als sie fuer den Laptop nicht den passenden Stecker haben, schicken sie den Tuersteher los, das fehlende Teil gegen ein kleines Trinkgeld zu besorgen. Unterdessen steht vor der Tuer ein Zehnjaehriger mit verkrueppelten Bein samt Holzstab an ein Auto gelehnt und haelt Ausschau nach Touristen und reichen Indern, auf die er zuhumpeln kann. Beim Besuch im Kino sehe ich mit "Rang de Basanti" einen jungen modernen indischen Film, der sich kritisch mit Korruption in Indien beschaeftigt und in den indischen Zeitungen durchweg positiv aufgenommen wird. &lt;br /&gt;Schon nach drei Tagen zieht es mich fort aus Delhi, und ich reise mit dem Nachtzug nach Kalkutta. Im Abteil mit mir Hassan Ali, ein 54-jaehriger Familienvater aus Bangladesh, der eigentlich von Indien aus versuchen wollte, ein Visum fuer ein europaeisches Land zu bekommen, dem aber dann im Bus in Indien 4.000 Dollar aus der Tasche gestohlen wurden, so dass er erstmal wieder in die Heimat zurueckehren muss, um sich mit neuen Finanzen auszustatten, und Lam, ein 60-jaehriger vietnamesischer Professor, der daran glaubt, dass wer Gutes tut auch Gutes erntet, im Alter von 11 Jahren seinem spirituellen Meister begegnet ist und sich gerade vorgenommen hat, noch mehr fuer die Armen zu tun als bisher. Er unterhaelt uns unterwegs eifrig mit spannenden Geschichten aus seinem Leben... &lt;br /&gt;In Kalkutta begegnet mir die Armut auf der Strasse dann noch viel direkter als in Delhi, denn hier leben die Menschen auch im Zentrum direkt auf der Strasse: Auf dem Buergersteig haben sie sich eingerichtet, kochen ihr Essen, waschen sich am Morgen und schlafen in der Nacht. Immer umgeben vom Laerm der Strasse, und der ist stellenweise ohrenbetaeubend. Die Fahrer in Kalkutta  hupen schon, wenn sie nur einen Fussgaenger auf der Strasse sehen. So aggressiv kam mir das Fahrverhalten in Delhi nicht vor. Bremsen ist jedenfalls nicht angesagt. Im Reisefuehrer heisst es dazu auch sehr passend: "They don't take prisoners in Calcutta." Schon gleich am ersten Tag stehe ich auf dem Weg zum Hotel mitten auf einer der breiten Strassen und sehe drei Autos so auf mich zukommen, dass ich nicht mehr weiss, wohin ich noch ausweichen soll...Ein kurzer Aufschrei meinerseits, ein Auto stoppt doch, ich eile zum naechsten Buergersteig und muss dan herzhaft ueber den Schrecken lachen. Natuerlich steht auch gleich ein Taxifahrer bereit, mich in seinem gelben Gefaehrt mitzunehmen. Ich lehne dankend ab. Inzwischen glaube ich gelernt zu haben, wann es ein guter Moment ist ueber die Strasse zu huepfen und wann ich lieber stehen bleibe und warte, bis die Strasse wieder etwas freier ist. Trotzdem staune ich jedes Mal wieder, wie laut und eindringlich so eine Hupe sein kann, wenn gerade neben mir ein Fahrer meint, auf sich aufmerksam machen zu muessen. &lt;br /&gt;Waehrend ich so durch die Stadt spaziere, sehe ich ein luxurioeses Einkauftszentrum fuer die Reichen umgeben von einem hohen Zaun von Uniformierten bewacht und einige Meter weiter, den kleinen Imbiss auf der Strasse. Frauen in farbigen Saris flanieren am Sonntag mit ihrem Liebsten oder gleich der ganzen Familie im umzaeunten Park um das Victoria Memorial, einem der imposanten Gebaeude, das die Briten in Kalkutta gebaut haben, bis ein Uniformierter - bewaffnet mit Schlagstock und Trillerpfeife - um halb sechs am Abend alle Parkbesucher lautstark vertreibt. Der Eintritt fuer die Touristen liegt im uebrigen auch hier wie ueberall weit ueber dem fuer die Einheimischen. Statt 10 Rupien zahle ich wackere 150 Rupien, was etwa drei Euro entspricht und mich nicht arm macht. Trotzdem wurde vor ein paar Tagen in den Zeitungen diskutiert, ob derartige Preisunterschiede gut fuer den Tourismus in Indien waeren. Vermutlich wird es bei einer Diskussion bleiben...Im Cafe Flurys in der schicken Park Street, wo ich mir einen Cappuccino goenne, echauffiert sich eine betuchte Inderin ganz in Weiss ueber ein paar Flecken auf dem Marmortisch - zu schmutzig, findet sie. Vor der Tuer des Cafes hockt eine alte zerknitterte Frau und haelt die Hand fuer ein paar Rupien auf. Auf der Middleton Street bestaune ich Transvestiten in ihren bunte Saris, feiner geschminkt als manche Inderin... So reiht sich Bild an Bild zu einer Vielfalt des indischen Stadtlebens. &lt;br /&gt;Waehrenddessen passe ich mich allmaehlich dem Lebenstempo Indiens an. Alles braucht etwas laenger, bloss keine Hektik und erstmal eine Stunde warten, bis ich an der Reihe bin, mein Ticket zu kaufen. Es macht wirklich keinen Sinn, die Dinge beschleunigen zu wollen. Oder wie heisst es so schoen im Reisefuehrer: "Go with the Flow."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-113981367667985835?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/113981367667985835/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=113981367667985835' title='2 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/113981367667985835'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/113981367667985835'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/02/kalkutta-go-with-flow.html' title='Kalkutta - go with the flow'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-113924376823040246</id><published>2006-02-06T08:16:00.000-08:00</published><updated>2006-02-06T08:50:50.946-08:00</updated><title type='text'>London - Start mit Verzögerung</title><content type='html'>Leute, Leute, Leute, wenn das so weitergeht, dann hab ich viele Geschichten von unterwegs zu erzählen. Um 4 Uhr am Morgen ging heute der Wecker, um 5 Uhr startete Dani den wunderbaren Astra, um mich zum Flieger zu bringen. Um 6 Uhr war ich eingecheckt und Dani leicht nervös, weil sie wusste, dass noch andere liebe Freunde am Flughafen auftauchen wollten. Nur die Dame am Check-in hatte mir ausdrücklich geraten, mich schnell zu verabschieden, da die Passagiere aus einem verspäteten Flieger bald die Sicherheitskontrollen blockieren dürften. Als ich um halb sieben durch alle Kontrollen durch war, kam der Anruf von Berit: "Jutta, wo bist du denn?" Sie stand mit Daria und Martin (aus Köln!) am Terminal. Für viertel nach 7 war Boarding angesagt, und ich konnte die lange Schlange an der zweiten Sicherheitskontrolle sehen - zum Glück von der anderen Seite. Da war nichts mehr zu machern, hatte ich doch schon ohne eine solche Schlange eine halbe Stunde gebraucht, um durch alle Kontrollen durchzukommen. Ich sah einfach keine Chance nochmal raus, dann wieder durch zwei Kontrollen und so  noch rechtzeitig zum Flug zu kommen, so schade ich das auch fand. Also konnten wir nur telefonisch Abschied nehmen, obwohl wir nur wenige 100 Meter voneinander entfernt standen. Unglaublich. &lt;br /&gt;Noch unglaublicher war dann aber der erste Flugversuch des Tages. Geschlagene 2 Stunden brauchte British Airways, um an einem technischen Problem herumzudoktern und dann den Flug zu streichen. Also verließen alle Passagiere nach pünktlichem Boarding um viertel nach 7 um viertel nach 9 wieder die Maschine und standen in einer langen Schlange an drei Check-in-Schaltern, wo ihnen mitgeteilt wurde, wie es weitergehen könnte...Besonders die Businessreisenden waren sehr verärgert...&lt;br /&gt;Für mich fand sich ein Weiterflug um 11.15 Uhr nach London, mit Anschlussflug per Virgin Atlantic um 21.00 Uhr. Nur musste ich jetzt noch mein Ringo Guest House in Delhi informieren, bei dem ich einen Airport Transfer gebucht hatte. Schließlich sollte mein Flug ursprünglich um 1.25 am Morgen ankommen. &lt;br /&gt;Und hier ist nun mein kleiner Sony zu seinem ersten Reiseneinsatz gekommen, oder erstmal nicht, denn nachdem ich mich in die Business Lounge gemogelt hatte, wollte er mir keine Seite zeigen, obwohl die Verbindung zum Datennetz hergestellt war. Es fand sich ein netter Mitdreißiger, von dessen Laptop ich meine Nachricht abschicken konnte. Doch das Computerproblem ließ mich nicht los. Ich fragte mich, was Daniel da denn an meinem Computer eingerichtet hatte, versuchte ihn über Dani zu erreichen, aber die war über Handy nicht ansprechbar. Bis mir ein Kommentar meines Kollegen Jan einfiel: "Norton ist doch Mist, muss man ständig deaktivieren, wenn man was machen will." Also Norton Security deaktivieren, nur wie geht das? Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht die große Computerspezialistin bin, aber ich habe es geschafft, weshalb ich auch jetzt aus London diesen Kurzbericht vom  T-Mobile-HotSpot schreiben kann. Schließlich habe ich noch ein paar Stunden bis zum Abflug nach Delhi...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-113924376823040246?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/113924376823040246/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=113924376823040246' title='1 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/113924376823040246'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/113924376823040246'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/02/london-start-mit-verzgerung.html' title='London - Start mit Verzögerung'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-113916591905934785</id><published>2006-02-05T10:48:00.000-08:00</published><updated>2006-02-05T11:06:08.436-08:00</updated><title type='text'>Frankfurt - kurz vor der Abreise</title><content type='html'>Morgen geht es also los. Kaum zu glauben. Noch rund 12 Stunden bis zum Abflug. Ich bin nicht mal aufgeregt, versuche bloß noch die restlichen Dinge zu erledigen, während sich in der WG die Kisten stapeln - von Sonja, die gerade eingezogen ist, und von Dani, die nun auch auszieht, wie schon Yvonne Ende November und ich Ende Januar. Ich bin nur noch Gast in der Schweiz und habe mich im Balkonzimmer ausgebreitet.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-113916591905934785?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/113916591905934785/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=113916591905934785' title='3 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/113916591905934785'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/113916591905934785'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/02/frankfurt-kurz-vor-der-abreise.html' title='Frankfurt - kurz vor der Abreise'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-20442061.post-113767200295476580</id><published>2006-01-19T03:56:00.000-08:00</published><updated>2006-01-20T02:37:15.286-08:00</updated><title type='text'>Frankfurt - vor der Abreise</title><content type='html'>Die Zeit rast. Nur noch wenige Wochen bis zur Abreise. Aber noch so viel zu tun. Ich eile und mache und tue und hoffe, dass ich nix Wichtiges vergesse.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/20442061-113767200295476580?l=jutta-maria.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jutta-maria.blogspot.com/feeds/113767200295476580/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=20442061&amp;postID=113767200295476580' title='2 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/113767200295476580'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/20442061/posts/default/113767200295476580'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jutta-maria.blogspot.com/2006/01/frankfurt-vor-der-abreise.html' title='Frankfurt - vor der Abreise'/><author><name>Jutta-Maria Nieswand</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05741368718021511892</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://eva.gmxhome.de/jutta2.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry></feed>
